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Kauft Mahindra Peugeots Rollersparte?

Nach Informationen von „Bloomberg News“ plant der indische Traktor- und SUV-Hersteller die Übernahme der Rollersparte von PSA Peugeot Citroën. Was ist dran?

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Übernimmt der indische Fahrzeugproduzent Mahindra die Rollersparte von Peugeot?
Übernimmt der indische Fahrzeugproduzent Mahindra die Rollersparte von Peugeot?
(Foto: Peugeot)

Seit der neue Peugeot-CEO Carlos Tavares im März 2014 das Firmenruder bei den Franzosen übernommen hat, gab es immer mal wieder Infos und Gerüchte über angebliche Umstrukturierungen, die auch das Rollerbusiness der Marke betreffen sollten. Am 16. September spekulierten die US-Informationsbroker von „Bloomberg News“ darüber, dass die indische Mahindra & Mahindra Ltd. aus Mumbai echtes Kaufinteresse am Scooter Business von Peugeot habe. Mahindra signalisierte vorgestern gegenüber Bloomberg, dass man „spekulative News“ nicht kommentiere und ein Peugeot-Sprecher verweigerte jeglichen Kommentar zur Meldung.

Mahindra ist auf den Bau von Traktoren und SUV-Fahrzeugen spezialisiert und stellt seit 2008 auch Roller her, um am boomenden indischen Zweiradmarkt zu partizipieren.

Laut „Bloomberg News“ stecke das Scooter-Business der Franzosen seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Die 2013 verkauften 79.000 Einheiten lägen 8,2 Prozent unter Vorjahr – und auch das 2014 eingeführte Dreirad Metropolis sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nur 4.000 statt der geplanten 7.000 Einheiten des neuen dreirädrigen Peugeot-Hoffnungsträgers seien verkauft worden.

Als weiteren Beleg für die These der Übernahme Peugeots durch Mahindra führt Bloomberg eine Aussage von Tavares an, die der Peugeot-Chef gegenüber dem französischen Radio RTL am 14. September getätigt haben soll: „Das Scooter-Business ist ein Hemmschuh für die Gruppe und eine Lösung zur Beendigung dieser Last ist in Arbeit.“

»bike und business« hat bei Volker Klein, Geschäftsführer Peugeot Motocycles Deutschland nachgefragt. Klein hat der Redaktion die offizielle Reaktion der Franzosen auf die aktuellen Medienmeldungen hinsichtlich der Marke Peugeot Scooters weitergeleitet: „Seit vorgestern hat die internationale Presse ein durch die Presseagentur Bloomberg veröffentlichtes Gerücht bezüglich der Marke Peugeot Scooters in verschiedenen Meldungen aufgegriffen. Grundsätzlich ist hierbei anzumerken, dass unser Mutterhaus, die französische PSA-Gruppe (Peugeot, Citroen) Gerüchte und Spekulationen gleichwelcher Art nicht kommentiert. Im April dieses Jahres hat die PSA-Gruppe unter seinem neuen Vorsitzenden Carlos Tavares ihren Aktionsplan „Back in the race“ vorgestellt; Ziel ist es dabei, die verschiedenen Aktivitäten und Marken des Konzerns für die Zukunft zu rüsten und kurzfristig dafür die gesunde wirtschaftliche Basis zu bilden. Selbstverständlich ist die Marke Peugeot Scooters dabei berücksichtigt! Alle Mitarbeiter der Marke Peugeot Scooters, inklusive die der deutschen Vertriebsorganisation, sind seit diesem Zeitpunkt eng in diesen Plan eingebunden, um die Wirtschaftlichkeit der Marke weiter zu stärken.“

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