KBA oder wie ein Grubenlicht am modernen Motorrad funzt

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 15/2018/II), Folge 587: Gar lustig ist das Schrauberleben. Aus dieser losen Serie bringe ich im Rahmen dieses Speedlogs...

...immer mal wieder die witzigsten und skurillsten Geschichten rund um Motorrad, Handelsbusiness und Werkstatt. So schrieb mir kürzlich mal wieder Jens Vater von Motorrad Vater aus dem baden-württembergischen Bondorf (gelegen zwischen Nagold und Rottenburg) über eine unheimliche Begegnung der dritten technischen Art: „Guten Tag Herr Maderner, ich habe heute wieder einmal eine kleine Anekdote aus dem Schrauberleben für Sie. Ist gerade eben passiert: Ein junger Mann betritt meinen Laden mit einer Glühlampe und fragt ob wir so eine am Lager hätten. Ich prüfte die Lampe: Bilux 35/35W: Ich fragte, aus welchem Veteran denn dieses Leuchtmittel stamme? Die Antwort des Kunden: KTM 125 Baujahr 2011.

In einer Zeit, in der das Kraftfahrtbundesamt (KBA) uns Händler eine Lichttestplattform aufdrückt, bei der die Lichter der Fahrzeuge auf millimetergenau kalibrierten Böden eingestellt werden, die nichts mit der realen Beschaffenheit und Fahrdynamik auf Straßen zu tun hat, werden durch selbiges KBA Lichtanlagen genehmigt, die nicht einmal im 19. Jahrhundert als Grubenlampe Verwendung fanden! Ich vermute mal, dass die im indischen KTM-Werk noch elektrische Lampen aus der Umstellung der Straßengaslaternen von 1905 gefunden und verbaut haben. Was man nicht alles für knapp 5.000 Euro so alles kaufen kann!

ABS ist Gesetz, ASR und Co. kommt auch für 125er, aber eine ordentliche Lichtanlage nimmt da keiner ab!?

Eventuell sollten wir alle mal, die Fachpresse und auch die Fachhändler, solche Dummheiten viel mehr ankreiden und direkt ansprechen. Bevor man uns Händler nämlich Blödsinn auferlegt, sollten die feinen Herren mal schauen, was sie eigentlich für einen Schwachsinn fabrizieren.“

Die Öffentlichkeit und das Kraftfahrtbundesamt sind hiermit offiziell wachgerüttelt. Von welchem eindrücklichen Werkstatterlebnis können Sie berichten, das dem Fass des technischen und menschlichen Allgemeinverständnisses den Deckel raus haut? Freue mich wie immer auf Ihre Zusendungen, über welchen Infokanal auch immer, bei dem Sie mir folgen. Mail an stephan.maderner@vogel.de.

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