Kfz-Handel erleidet im ersten Halbjahr deutlich mehr Pleiten

Insolvenzstatistik im ersten Halbjahr 2018

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Trotz hoher Verkaufszahlen ist das Pleiterisiko im Kfz-Handel im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. Zehn Zweiradbetriebe meldeten in diesem Zeitraum Insolvenz an, im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt acht.

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Übersicht des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, hatten in den ersten sechs Monaten des Jahres 313 Betriebe nicht mehr die nötigen liquiden Mittel für die Fortsetzung ihres Geschäftsbetriebs (+2,0 %). Im ersten Halbjahr 2017 waren es sechs Fälle weniger.

Im Vergleich über alle Wirtschaftsbereiche in Deutschland hinweg hat sich die Lage im Kfz-Gewerbe damit eingetrübt. Denn bundesweit sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2018 – um 2,5 Prozent auf 7.145 Fälle.

Im Kfz-Gewerbe, inklusive der Motorrad-, Teilehandels- und Zubehörbetriebe sowie der Lackierereien und Autowaschanlagen, waren von den Pleiten ihrer Arbeitgeber seit Jahresstart 940 Mitarbeiter betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summieren sich auf 148,7 Millionen Euro.

Wesentlichen Anteil an der statistischen Verschlechterung hat der Kfz-Handel. In diesem Bereich kletterte die Zahl der Insolvenzen im Berichtszeitraum deutlich auf 134 Fälle. Das waren 16 mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres (+13,6 %). Da im Nutzfahrzeughandel die Fallzahlen stabil blieben (9 Betriebe), kommt der Schub an Pleiten ausschließlich aus dem Pkw-Bereich (125 Fälle).

Gründe für die Entwicklung lassen sich aus den Destatis-Zahlen zunächst nicht ableiten. Angesichts steigender Neuzulassungszahlen (+2,9 % im ersten Halbjahr) und eines leicht rückläufigen Gebrachtwagenmarkts (-1,9 % bei den Besitzumschreibungen) ist ein Zusammenhang mit den Entwicklungen rund um den Dieselmotor aber nicht auszuschließen.

Bei den Kfz-Werkstätten (Pkw + Nfz) ist die Lage jedenfalls stabil. Seit Januar verzeichneten die Statistiker für diesen Bereich 94 Insolvenzen, eine weniger als im Vergleichszeitraum. Lackierereien ging wie im Vorjahr in zwölf Fällen das Geld aus, bei den Autowaschanlagen sank die Fallzahl dagegen deutlich von 25 auf 18 betroffene Betriebe.

Teilemarkt zeigt sich gefestigt

Gefestigt zeigte sich auch der Teile- und Zubehörmarkt, der sich mitten in einem Strukturwandel befindet. In diesem Bereich listet das Destatis 45 Insolvenzen im bisherigen Jahresverlauf auf. Im Vorjahreszeitraum waren es 49 gewesen (-8,2 %). Wie in allen Bereichen geben die Zahlen des Bundesamts keine Auskunft darüber, ob und wie viele Betriebe ihre Geschäftstätigkeit zusätzlich geordnet eingestellt haben.

Ebenfalls zum Kfz-Gewerbe gerechnet werden die Motorradbetriebe (Handel + Werkstatt). In diesem Tätigkeitsfeld mussten zwischen Januar und Juni 10 Betriebe insolvenzbedingt die Türen schließen. Im Vorjahr waren zum gleichen Zeitpunkt nur 8 Unternehmen betroffen gewesen.

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