K(l)eine neuen Zweiradführerscheinregeln

Was positiv ist am neuen Lappen

21.02.2011 | Redakteur: Stephan Maderner

Dieter Paust, Geschäftsführer Landesinnungsverband Zweiradmechaniker-Handwerk NRW.
Dieter Paust, Geschäftsführer Landesinnungsverband Zweiradmechaniker-Handwerk NRW.

Dieter Paust vom Landesinnungsverband Zweiradmechaniker-Handwerk Nordrhein-Westfalen empfiehlt den Betrieben, das Beste aus dem neuen „EU-Zweiradführerschein deutsche Fassung“ zu machen.

Die fast 18 Monate dauernde Diskussion um den deutschen Weg zur Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie ist beendet. Kurz vor Weihnachten 2010 beschloss der Bundesrat einstimmig die Regularien, die im Bundesgesetzblatt Ende Januar 2011 veröffentlicht wurden. Die Hoffnungen der Branche auf die dringend benötigten Neuregelungen für Zweiradführerscheine wurden nicht erfüllt. Dennoch gibt es kleine Verbesserungen, die das Gewerbe für sich nutzen sollte. Darauf macht Dieter Paust aufmerksam, Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbands Zweiradmechaniker-Handwerk NRW:

„Im Rahmen der 3. EU-Richtlinie sollte die Möglichkeit geschaffen werden, das Mindestalter für zweirädrige Fahrzeuge der neuen Klasse AM (50cm/45km/h) auf 15 Jahre festzusetzen und für erfahrene Autofahrer einen erleichterten Zugang zum Führen von Leichtkrafträdern zu schaffen. Aufgrund politischer Diskussionen über die österreichische Unfallstatistik junger Fahrer wurde das Mindestalter in dem laufenden Gesetzgebungsverfahren wieder von 15 auf 16 Jahre hoch gesetzt. Der erleichterte A1-Zugang für PKW-Führerscheininhaber blieb beim Hürdenlauf der Abstimmung auf der Strecke. Dreirädrige gehören jetzt zur Klasse A. Erst ab 21 Jahren können Dreiräder mit mehr als 15 kW gefahren werden. Zudem dürfen zwei-und dreirädrige Motorräder keine Anhänger ziehen.

Die wenigen vorteilhaften Neuregelungen müssen vom Gewerbe genutzt werden. Teilnehmer des hochgelobten begleiteten Fahrens mit dem Pkw ab 17 Jahren dürfen ohne eine weitere Prüfung abzulegen, sich ab sofort auf ein AM-Fahrzeug setzen. Die Limitierung der Höchstgeschwindigkeit für 16- und 17-jährige A1 Führerscheinstarter auf 80 km/h ist entfallen. Zudem darf man mit dem A1-Papier dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW Leistung fahren. Beim Aufstieg von A1 auf A2 und von A2 auf A muss nur eine zeitlich reduzierte praktische Prüfung absolviert werden. Auch der Inhaber eines Alt-Führerscheins der Klasse 3, der vor dem 1. April 1980 gemacht wurde, kann nun lediglich mit einer praktischen Prüfung die Klasse A2 erwerben. Die Leistung dieser Fahrzeuge wurde auf 35 kW erhöht. Der Direktzugang zur Klasse A wurde von 25 auf 24 Jahre gesenkt. Inhaber der beschränkten Klasse A dürfen nun 2 Jahre nach Erteilung der alten Klasse A unbeschränkte Motorräder der Klasse A führen.

Die Mofa-Regelung bleibt unverändert. Statt des neuen AM-Führerscheines sollte die Branche den 16-Jährigen nun aber die neue A1 Klasse empfehlen, mit der er später mit geringem finanziellen Aufwand den Aufstieg zu A2 und zur Königsklasse A absolvieren kann. Die Generation 50 plus sollte auf den erleichterten Erwerb der Klasse A2 hingewiesen werden. Bis auf die 17-jährigen Teilnehmer beim begleiteten Fahren sollen die Neuregelungen nach dem Fahrplan des Verordnungsgebers erst mit der von der EU festgelegten letzten Frist zur Umsetzung der 3. Führerscheinrichtlinie am 20.01.2013 gelten. Warum die einzelnen Regelungen die sich für Zweiradbetriebe positiv auswirken könnten nicht früher in Kraft treten? Denn mit insgesamt 122.519 erstmals im Jahr 2010 zugelassenen Zweirädern mit Kfz-Kennzeichen wurden gegenüber 2009 minus 10,6 Prozent zugelassen, gegenüber 2008 sogar minus 26,6 Prozent, das sind über 44.000 zulassungspflichtige Zweiräder, die fehlen.“

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