Koichi Shimada, der „Gentlemanrider“, ist tot

Koichi Shimada, Geschäftsmann, Motorradrennfahrer und Mitglied der Race-Bike-Collection, einem Projekt von Moto Motion International und dem Technik Museum Speyer, ist verstorben.

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Zeitsprung: Koichi Shimada wie er leibt und lebt - im Jahr 1968.
Zeitsprung: Koichi Shimada wie er leibt und lebt - im Jahr 1968.
(Foto: MotoMotion)

Überraschend ist am 11. Februar Koichi Shimada im Alter von 81 Jahren an Herzversagen verstorben. Koichi Shimada wurde 1935 in Yokohama geboren und wuchs in der Kaiserstadt Kamakura auf. Schon früh begeistere er sich für verschiedene Sportarten, war Schwimmer und spielte Baseball. Nach dem Tode seines Vaters heiratete seine Mutter einen deutschen Journalisten und so verschlug es ihn 1950 von Japan ins ferne Deutschland. In nur drei Monaten erlernte er die Sprache so gut, dass er auf ein deutsches Internat gehen konnte.Als „richtiger“ Japaner musste er natürlich Judo beherrschen. So nahm er ab 1952 - Ironie der Geschichte – bei einem Deutschen Unterricht in der fernöstlichen Sportart.

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Der gelernte Repro-Fotograf Shimada setze Anfang der Sechziger Jahre seine Kontakte und Sprachkenntnisse um und machte sich selbstständig. Auf Anfrage von Honda Japan gründete der in Hamburg lebende Japaner 1962 die

European Honda Trading GmbH, die auf dem Kontinent ihre Zelte aufschlug. Von nun an war Shimada für viele japanische und deutsche Firmen Ansprechpartner und Wegbereiter in Sachen deutsch-japanischer Geschäftsbeziehungen. Seine Mitgliedschaft in der deutschen, wie auch in der japanischen Industrie- und Handelskammer, halfen ihm dabei.

Seine Handelsrepräsentanz war vielseitig und umfassten Werkzeugmaschinen, Reinigungsgeräte, Reifen, Befestigungstechnik und viele andere Produkte. Am liebsten handelte er allerdings mit allem was Räder hatte, so standen natürlich Autos, aber vor allem seine Leidenschaft Motorräder ganz oben auf seiner Referenzliste.

Motorräder gehörten nicht nur zu den geschäftlichen Interessen, sie waren letztlich auch das Hobby für den sportbegeisterten Hamburger. Seine motorsportliche Laufbahn begann er im Geländesport, 1963 wechselte er zum Straßenrennsport und stieg in den Langstreckenrennsport ein. Gleich im ersten Jahr siegte er beim 24-Stundenrennen auf der Avus in Berlin in der 250 cm³ Klasse auf einer Honda CB 72. 1989 trug er sich ins Guinessbuch der Rekorde als der älteste aktive Rennfahrer der Welt ein.

Der Leidenschaft Motorrad blieb er bis zum Schluss treu. So war Koichi Shimada bei den Klassik-Veranstaltungen in Hamburg, Hockenheim, Walldürn, Schotten, Spa und anderen Events ein gern gesehener Gast. Dem Technik Museum Speyer übergab er 2013 seine Yamaha TZ 750, Jahrgang 1978 samt seiner Fahrerausrüstung an den Museumsdirektor Hermann Layher, die in der Race-Bike-Cllection von Franz Rau zu bewundern ist. Mit Franz Rau, selbst ehemaliger Rennfahrer, verband ihn eine besondere Gemeinsamkeit. 1974 fuhren beide auf der Berliner Avus, Shimada gewann, Rau belegte Platz zwei.

Die Race-Bike-Collection und das Technik Museum Speyer trauert um sein Mitglied Koichi Shimada. Unser Mitgefühl liegt bei der Tochter Hideko und seinem Sohn Keiki. Wir werden den immer fröhlichen, aktiven und gut gelaunten Koichi, Mister „Habe die Ehre“, wie er sich gern vorstellte, in guter Erinnerung behalten. Seine sportlichen wie auch unternehmerischen Erfolge verdankte der „Gentlemanrider“ par exellence seiner Lebensphilosophie, der Shimada bis zum Ende seines Lebens treu geblieben ist: Einmal begonnene Dinge, im Rennen wie auch im Geschäft, führt er bis zum Ende durch.

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