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Kraftstoffzufuhr: Pumpwerke

| Autor / Redakteur: Pistone / Martina Eicher

Wie Vergasermotoren brauchen natürlich auch Einspritzmotoren eine kontinuierliche Versorgung mit Kraftstoff. Hier muss der Sprit aber zusätzlich unter einem bestimmten Druck stehen, penibel gereinigt und möglichst kühl sein. Dieser Beitrag ist Teil der Aus- und Weiterbildungsserie »bike und business« Profi und erschien erstmalig in der Ausgabe 07-08/2014.

Bei Kraftstoffsystemen von Einspritzern befindet sich die Pumpe meist im Tank.
Bei Kraftstoffsystemen von Einspritzern befindet sich die Pumpe meist im Tank.
(Bild: BMW)

Dafür ist eine leistungsfähige elektrische Kraftstoffpumpe vorhanden, die über eine Sicherheitsschaltung mit Strom versorgt wird. Ein Regelsystem gewährleistet den richtigen Kraftstoffdruck, und Filtereinrichtungen halten störende Fremdkörper zurück

Pumpenausführungen

Aus Geräusch- und Platzgründen sind die Kraftstoffpumpen meist in den Kraftstofftank integriert. Die derzeit am häufigsten eingesetzte Pumpenbauart ist die Rotorpumpe – während früher meist Rollenzellenpumpen verwendet wurden. Bei letzterer, die nach dem Verdrängerprinzip arbeitet, treibt ein Elektromotor einen Pumpenläufer an, der exzentrisch im Pumpengehäuse rotiert. Der Läufer besitzt eine Anzahl von Aussparungen, in die passgenau zylindrische Rollen eingelegt sind. Sobald sich der Rotor dreht, werden die Rollen durch die Fliehkraft nach außen gedrückt. Durch die exzentrische Lage des Rotors ergeben sich nun unterschiedliche Raumvolumina zwischen den einzelnen Rollen. Diese Raumvergrößerung bzw. -verkleinerung bewirkt eine Förderung des eingeschlossenen Kraftstoffs. Dabei strömt der geförderte Kraftstoff durch die Pumpe und schmiert und kühlt den Elektromotor. Eine Entzündung durch eine eventuelle Funkenbildung am Kollektor des Elektromotors ist dabei nicht zu befürchten, da der dafür erforderliche Sauerstoff nicht vorhanden ist. Überschreitet der Ausgangsdruck einen bestimmten Wert – beispielsweise durch eine abgeknickte Förderleitung – öffnet ein in die Pumpe integriertes Überdruckventil, um Schäden zu verhindern. Ein Rückschlagventil im Pumpenausgang schließt beim Stillstand der Pumpe und hält somit den Systemdruck für längere Zeit aufrecht. Damit wird verhindert, dass nach dem Abstellen mit heißem Motor der Kraftstoff in den Leitungen durch die Motorabwärme zu sieden beginnt und Dampfblasen entstehen, die den Warmstart des Motors erschweren würden. Rollenzellenpumpen sind empfindlich gegen Verunreinigungen im Kraftstoff. Daher hat sich bei modernen Motorrädern die Rotorpumpe durchgesetzt.