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KTM: Der Sicherheit am Motorrad verpflichtet

| Redakteur: Viktoria Hahn

Der österreichische Motorradhersteller KTM stellt sein Bekenntnis zur Verbesserung der Sicherheit von Motorradfahrern und zur Unfallvermeidung unter Beweis. Ab 2021 soll die neue Technologie für ausgewählte Modelle erhältlich sein.

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Die beiden Systeme befinden sich noch in der Entwicklungsphase sollen aber Front- und Heckkollisionen mittels Sensortechnologie erkennen und vermeiden helfen.
Die beiden Systeme befinden sich noch in der Entwicklungsphase sollen aber Front- und Heckkollisionen mittels Sensortechnologie erkennen und vermeiden helfen.
(Bild: KTM)

Die beiden Systeme, Adaptive Cruise Control (adaptive Geschwindigkeitsregelung) und Blind Spot Detection (Toter-Winkel-Überwachung), befinden sich laut KTM noch in der Entwicklungsphase, sollen in Zukunft aber Front- und Heckkollisionen mittels Sensortechnologie erkennen und vermeiden helfen. Die Prototypen dieser Systeme wurden einer ausgewählten Gruppe von Medienvertretern an einer modifizierten KTM 1290 Super Adventure S vorgestellt, bevor sie am 2. Mai im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum im österreichischen Marchtrenk live demonstriert wurden. Das zugehörige Video findet sich hier:

Adaptive Cruise Control

Die Adaptive Cruise Control (ACC) ist nicht als Not-Bremssystem gedacht, sondern kommt laut Hersteller dann zum Einsatz, wenn die Geschwindigkeits-Regelanlage des Motorrads oberhalb einer gewissen Geschwindigkeit verwendet wird. Das System erkennt Fahrzeuge, in der Größe von Motorrädern und darüber, vor dem Motorrad und betätigt automatisch das Gas und – wenn nötig – auch ganz leicht die Bremse, um einen Abstand von 2 Sekunden zu diesem einzuhalten.

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Die endgültige Version dieses Systems steckt noch in der Entwicklung und wird es dem Fahrer laut KTM außerdem erlauben, den Abstand und die Geschwindigkeit selbst einzustellen. Man geht davon aus, dass die fertig entwickelte ACC in solchen Situationen schneller reagieren wird, als das ein Fahrer könnte.

Gerald Matschl, Vice President für KTM Forschung & Entwicklung, demonstrierte den versammelten Journalisten die Wirksamkeit des Systems, indem er eine KTM 1290 Super Adventure S fuhr, ohne seine rechte Hand und das rechte Bein auf den Bedienelementen zu haben, und sagte danach: „Als Unternehmen ist KTM der Verbesserung der Fahrsicherheit und der Unfallvermeidung verpflichtet. Viel Entwicklungsarbeit und abertausende Testkilometer auf echten Straßen werden noch in diese Systeme gesteckt werden, bevor wir sie in Serienmotorräder einbauen können. Sie kommen aber schon bald und wir sind uns sicher, dass sie einen großen Unterschied machen werden.“

Blind Spot Detection

Der „tote Winkel“ wird beim Motorradfahren normalerweise mit einem langen Blick nach hinten über die Schulter kontrolliert, was bei dichtem Verkehr für den Fahrer gefährlich werden kann. Blind Spot Detection (BSD) soll dem Fahrer bei derartig schwierigen Fahrbedingungen oder langen Fahrten ein weiteres Augenpaar zur Seite stellen. BSD arbeitet mit einem für kurze Entfernungen entwickelten Radar, welches den Fahrer vor unbemerkten Kollisionsgefahren von hinten – zum Beispiel beim Spurwechsel – warnt, indem eine entsprechende Warnung am TFT-Display angezeigt wird und extrem helle, im Rückspiegelglas eingebaute LEDs aufleuchten. Zudem ertönt ein akustisches Signal.

Diese neuen Features werden Teil eines ausgeklügelten Elektronikpaketes sein, das ab Modelljahr 2021 für bestimmte KTM-Modelle erhältlich sein soll. Diese Technologie wird außerdem die Basis für andere, sensorbasierte Systeme bieten, die bereits in Entwicklung sind.

KTM PR Manager (Street), Luke Brackenbury, sagte: „Wenn wir bei KTM elektronische Fahrhilfen in unsere Sportmotorräder einbauen, geben wir immer darauf acht, dass wir dem Fahrer mehr Kontrolle über sein Motorrad geben, ohne dafür den Fahrspaß zu opfern. Die Sicherheit von Motorradfahrern zu verbessern, ist Teil unserer Verantwortung als Hersteller und KTM hat dies in der Vergangenheit bereits bewiesen, indem es als erstes Unternehmen eine 125-cm³-Maschine, die KTM 125 Duke nämlich, serienmäßig mit einem 2-Kanal-ABS bestückte. Das war im Jahr 2014, demselben Jahr, in dem wir auch das bahnbrechende Kurven-ABS einführten. Wir hoffen, das Motorradfahren mit ACC und BSD noch sicherer zu machen.“

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