KÜS: Die Biker starten in die Saison

Tipps für Zweirad-Fahrer

| Redakteur: Viktoria Hahn

Sorgfalt muss sein, um den fahrbaren Untersatz wieder für den Einsatz auf den Straßen fit zu machen.
Sorgfalt muss sein, um den fahrbaren Untersatz wieder für den Einsatz auf den Straßen fit zu machen. (Bild: KÜS)

Die Sonne lacht, die Temperaturen steigen, der Winter scheint vorbei. Nichts liegt für Zweiradfreunde näher, als die erste Ausfahrtzu planen. Dass nach der langen Winterpause zunächst das Fahrzeug „entmottet“ werden muss und auch der Fahrer seine Fähigkeiten im Sattel überprüft, versteht sich von selbst.

Sorgfalt muss sein, um den fahrbaren Untersatz wieder für den Einsatz auf den Straßen fit zu machen. Die Experten der KÜS geben Tipps worauf dabei besonders geachtet werden muss. Die einzige Verbindung des Motorrads zur Straße sind die Reifen. Wie ist es um Luftdruck und Profiltiefe bestellt? Das Hauptprofil, die breiten Profilrillen im mittleren Bereich, müssen über den gesamten Umfang eine Tiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen. Hinweis: Bei Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern ist eine Profiltiefe von 1 mm ausreichend.

Weg mit den alten Reifen

Nicht mehr verwendet werden sollten Reifen mit weniger als 3 mm Profiltiefe und einem Alter von mehr als sechs Jahren. Aufschluss über das Reifenalter gibt das Baujahr, das an der DOT-Nummer abgelesen werden kann. Hintergrund: Alte Reifen verhärten, sodass sie nicht die nötige Haftung aufbringen können. Reifen mit Rissen und anderen gravierenden Beschädigungen haben zudem Auswirkungen auf die Betriebssicherheit des Motorrads.

Zu beachten beim Neukauf

Steht der Kauf neuer Reifen an, ist Folgendes zu beachten: Besteht eine Reifenfabrikationsbindung für das Motorrad? Andere Fabrikate als diejenigen, die in den Fahrzeugpapieren eingetragen sind, benötigen eine Freigabe vom Hersteller. Andernfalls müssen Reifen mittels eines Gutachtens nachträglich eingetragen werden. Hier ist der Rat des KÜS-Experten hilfreich.

Gefahrpotenzial der Felgen

Wie sieht es mit den Felgen aus? Ihr Gefahrenpotenzial wird nur zu gerne unterschätzt. Beschädigungen können zur „Unwucht“ führen und/oder die Tragfähigkeit beeinflussen. Dies gilt auch für vermeintlich geringfügige Mängel. Auch auf den Rahmen ist zu achten, da Defekte die Stabilität des Kraftrades erheblich reduzieren können. Selbstverständlich ist, dass Anbauteile, Verkleidung oder Packtaschen sorgfältig und sicher befestigt sein müssen.

Die Bremsanlage überprüfen

Lebenswichtig im wahrsten Sinne des Wortes ist die Überprüfung der Bremsanlage. Beläge und Scheiben müssen die nötige Stärke aufweisen. Die Bremsflüssigkeit muss in ausreichender Menge vorhanden sein (zwischen Minimal- und Maximalmarkierung des Behälters). Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, heißt sie bindet Wasser. Dadurch vermindert sich mit der Zeit ihre Übertragungseigenschaft und es verschlechtert sich die Bremswirkung. Die Qualität der Bremsflüssigkeit muss also von der Werkstatt des Vertrauens überprüft werden, gegebenenfalls. ist ihr Austausch erforderlich. Eine Kontrolle im Abstand von zwei Jahren ist unbedingt ratsam. Die Antriebskette sollte gereinigt und gefettet werden. Überprüft werden muss dabei auch das Kettenspiel. Einfache Regel zur praktischen Überprüfung: Die Kette sollte nicht mehr als zwei Fingerbreit durchhängen, wenn der Fahrer auf dem Motorrad sitzt.

Licht, Hupe, Lenker etc.

Kontrolliert werden müssen außerdem die Beleuchtung und die Hupe, sowie alle sonstigen Bedienelemente. Beim Bewegen des Lenkers von Endanschlag zu Endanschlag können Mängel im Lenkverhalten, wie Rastpunkte oder unterschiedliche Einschlagwinkel, erkannt werden. Wichtig sind natürlich auch die Flüssigkeitsstände des Motorrades. Der Füllstand und die Qualität des Öls müssen sorgfältig kontrolliert werden. Sind Undichtigkeiten am Kraftrad zu erkennen, die auf einen Verlust von Betriebsflüssigkeiten an Motor, Getriebe und/oder dem Bremssystem deuten? Das gilt ebenso für den Kühlkreislauf bei flüssigkeitsgekühlten Motoren. Praktischer Tipp: Bei Krafträdern, die mit einem Gemisch aus Treibstoff und Öl fahren, kann sich das Öl über die Wintermonate vom Benzin absetzen. Daher mit so wenig Tankinhalt wie möglich nach der Saison abstellen und beim Saisonstart neu betanken.

Wie ist der Zustand der elektrischen Anlage? Sorgfältige und gründliche Reinigung der Pole sowie der Kontaktklemmen an der Batterie ist dringend zu empfehlen. Einfaches Einfetten, allerdings nicht an den Kontaktverbindungen, schützt die Pole wirksam vor Korrosion. Der Flüssigkeitsstand von nicht wartungsfreien Batterien muss mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden, wenn die Kontrolle einen Flüssigkeitsmangel nachweist. Kontrolliert werden muss auch die Ladungskapazität – bei zu geringer Spannung muss nachgeladen werden. Achten muss man auch darauf, dass alle Gelenke und Züge freigängig und gut gefettet sind. Hier sind Verharzungen im Laufe der Winterpause denkbar. Bei Verschmutzung des Luftfilters und/oder des Treibstofffilters sind Reinigung oder gleich Ersatz erforderlich.

Passt die Biker-Kluft noch?

Schließlich: Passt die Motorradkombi dem Fahrer noch? Schlechter Sitz beeinträchtigt Konzentration und Aufmerksamkeit, wirkt sich also negativ auf die Verkehrssicherheit aus. Unbedingt erneuert werden muss das Visier des Helms bei Kratzspuren oder anderen Schäden. Selbstverständlich ist die Reinigung des Sichtfensters.

Vorsicht und Umsicht gelten für Motorrad und Fahrer gleichermaßen. Man sollte den Saisonstart, so verführerisch das Wetter sein mag, langsam angehen lassen. Es hat sich bewährt, auf den ersten gefahrenen Metern alle Funktionen des Kraftrades im Fahrbetrieb zu testen. Das schützt vor unangenehmen Überraschungen. Und natürlich muss das Motorrad eine gültige Hauptuntersuchung vorweisen. Hierzu und in allen Fragen zur Motorrad- und Verkehrssicherheit ist der KÜS-Partner gerne behilflich. Diesen finden Biker in ihrer Nähe ganz einfach hier.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45777767 / Markt)

Aus unserer Mediathek