Kymco Ionex – für eine grüne Scooterzukunft

Europa-Verkaufsstart erst 2019

| Redakteur: Stephan Maderner

(Bild: Kymco)

Die Karten im Markt der Elektromobilität für Roller werden neu gemischt: der Kymco Ionex hat das Zeug für eine nachhaltig verbesserte Akzeptanz der urbanen Mobilität in den Köpfen der Verbraucher.

Großer Bahnhof vor versammelter Weltpresse – der taiwanesische Roller- und Quad/ATV-Hersteller Kymco machte am 22. März in der japanischen Hauptstadt von sich reden. Im Rampenlicht: Kymco-Chef Allen Ko und die Weltpremiere des Kymco Ionex. Im Stile einer Keynotespeech à la Steve Jobs präsentierte der smarte Businessleader aus Taiwan den Kymco Ionex, mit dem er die Spielregeln im Elektroscooter-Markt verändern und letztlich alle Barrieren hin zur „grünen Mobilität“ niederreißen möchte.

Im Mittelpunkt des Konzeptes, das fahrzeugtechnisch auf einem 50er-Roller basiert (die in Deutschland als „New Santo“ und in Taiwan als „Many“ laufen), steht eine spezielle Ladearchitektur. Die herausnehmbaren, je nur rund drei Kilogramm schweren Akkus, können sowohl bequem von zuhause aus als auch an öffentlichen Ladestationen – Power Outlet Networks genannt – und derer von Partnern wie lokalen Geschäften, Händlern, Lieferservices, Flotten- und Postdiensten oder anderen Logistikspezialisten „aufgetankt“ werden.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist Kymco der allseits diskutierte Sharing-Economy-Ansatz. Um das E-Mobilitätskonzept auf die nächste Stufe zu bringen, atmen das Ladepunktnetzwerk, die extra Batterie-Vermietstationen oder das Power Outlet Network den Geist dieser „gemeinsamen Wirtschaft“. „Jeder ist eingeladen, an diesem offenen Energienetzwerk teilzunehmen“, so Allen Ko. Es lohnt sich auch deshalb, weil die teilnehmenden Unternehmen nicht nur ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern können, sondern auch das richtige Publikum anziehen. „Ionex ist eine revolutionäre Elektroroller-Lösung, die alle Hemmnisse beseitigt, um grün zu werden“, sagt Allen Ko. Und zudem sei sie einfach, wirtschaftlich und sofort skalierbar.

In den nächsten drei Jahren verspricht der Kymco-Chairman zehn weitere Elektromodelle. Vermarktet werden sollen sie in 20 Ländern weltweit. Das ambitionierte Ziel sind 500.000 Einheiten insgesamt.

Explizit mit einbeziehen möchte man als Verkaufsmultiplikator den Gesetzgeber und die Entscheidungsträger in den Kommunen der urbanen Zentren. Mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur von Ionex liefert Kymco den politischen Entscheidern beste Argumente für eine Lösung drängender verkehrsökonomischer wie ökologischer Probleme.

„Mit Ionex wollen wir die Welt grüner, unsere Städte sauberer und die Elektromobilität für die Verbraucher erlebbarer machen“, so die Vision von Ko (im folgenden Video erläutert der Kymco-Chef ausführlich, was hinter dem Konzept Ionex steckt).

In Taiwan kann man das Fahrzeug schon kaufen und bald in anderen asiatischen Märkten. In Europa soll der Ionex frühestens in der Verkaufssaison 2019 zu den Kymco-Händlern kommen. Die Preise für den Ionex werden frühestens im Juni 2018 bekanntgegeben. Erste technische Details fanden wir am Kymco-Stand auf der Tokyo Motorcycle Show. Der Elektromotor stammt vom taiwanesischen Anbieter Delta und leistet 3.200 Watt. Die Batteriekapazität wird mit 50 V/10,5 Ah (625 Wh) beziffert. Die Höchstgeschwindigkeit (für den asiatischen Markt) wird mit 60 km/h angegeben. Die Reichweite mit einem Akku beträgt 60 Kilometer. Der Roller wiegt 94 Kilogramm und weist eine Sitzhöhe von 755 Millimetern auf, der Radstand beträgt 1.195 Millimeter. Die Reifendimension: vorne und hinten 90/90-10. Vorne verzögert eine Scheibenbremse mit 160 Millimetern Durchmesser.

Was die cool aussehenden Ladestationen kosten sollen, steht ebenfalls noch in den Sternen. Die Ionex-Lithium-Ionen-Batterie (hergestellt bei Kymco mit Komponenten von u.a. Panasonic) ist kompakt und elegant. Mit rund drei Kilogramm ist sie mühelos zu tragen. Sie verfügt auch über einen speziell entwickelten Griff, so dass zwei Batterien gleichzeitig in einer Hand genommen werden können. Die Unterflurplatzierung des Batteriepacks sorgt für einen tiefen Schwerpunkt des Scooters und damit für stabile Fahreigenschaften. Der Akku schwebt per Knopfdruck automatisch immer in die richtige Hebeposition oder in die Energiebucht. Sieht cool aus beim Betätigen der Taste.

Was auf der Kymco-Pressekonferenz von offizieller Seite nicht verlautbart wurde ist die Tatsache, dass der US-taiwanesische Wettbewerber Gogoro mit Firmensitz in Los Angeles und Werk und Produktion in Taipeh, ein Start-up aus der Tech-Szene, bereits ein ähnliches System mit Scooter-Verteilstationen und Ladepunkten in Madrid, Paris oder Tokio fährt. In Berlin beispielsweise setzt das Start-up Coup, eine Bosch-Tochter, ausschließlich auf Gogoro-Roller. Diese Scooter wurden von Grund auf für Sharing-Netzwerke entwickelt. Auch hier lassen sich die Batterien der elektrisch angetriebenen Roller schnell wechseln. Die Elektronik ist ebenfalls so konzipiert, dass sich die technische Plattform von Coup intelligent mit den Smartphones vernetzt.

Seit dem Start 2015 wurden nach einem Bericht des Onlinemagazins „Getmobility“ insgesamt mehr als 34.000 Elektroroller verkauft, die meisten davon in Taiwan. Die Bosch-Tochter Coup habe für den Sharingdienst in Paris und Berlin um die 1.600 Roller abgenommen.

Zurück zu Kymco, der Schlusssatz gehört noch einmal Allen Ko, Chef der 1964 gegründeten Gruppe: „Mit Kymco Ionex starten wir gemeinsam eine der wichtigsten sozialen Missionen unserer Zeit, die unsere Städte sauberer und grüner macht.“ Den bahnbrechenden Charakter umreißt am Ende treffend der Slogan für Kymcos Ionex: „Head-turning cool.“

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