Lebt es sich ohne Händlervertrag besser?

Pro und Contra Fabrikatshändlerstatus

| Autor: Stephan Maderner

(Bild: ©evan_ers/Fotolia.com [M] – Haselmann)

In einigen Händlernetzen der Motorradhersteller müssen sich die Partner gerade mit neuen oder zu adaptierenden Händlerverträgen auseinandersetzen. In einem polarisierenden Leserbrief richtet sich ein ehemaliger Vertrags- und jetzt freier Händler an die Hersteller und betroffenen Händler. Für ihn gibt es nur ein ökonomisches Leben als freie Werkstatt.

Ausgangspunkt einer Reihe von Leserbriefen sind aktuelle Meldungen über neue Händlerverträge wie zuletzt bei BMW Motorrad. Ein Leserbrief stammt aus einer freien Werkstatt im Schwäbischen (Name der Redaktion bekannt). Im Kern geht es darum, ob es zu einer festen Bindung an ein Fabrikat via Händlervertrag Alternativen gibt? Nach Meinung des Leserbriefschreibers gibt es die natürlich sehr wohl: die freie Werkstatt.

„Na, wenn man sich von Herstellern in die Enge und finanzielle Abhängigkeit treiben lässt, kann man nicht helfen! Ich habe schon vor Jahren meinen Außendienstler vor die Tür gesetzt. Mein Motto lautet: Mein Risiko = meine Entscheidungen, mein Haus = meine Regeln. Ihr wollt, dass ich exklusiv euer Zeugs verkaufe? Dann zu meinen Bedingungen. Klar sind wir nun vertragslos – aber soll ich Euch was verraten? Es war die beste Entscheidung unseres fast 40 jährigen Händlerbestehens!

Das war zwar mit einigen Schwierigkeiten verbunden gewesen, aber bei weitem nicht mit denen zu vergleichen, die wir nun hätten, wenn ich damals 600.000 Euro für die Showbude und 200.000 Euro in Neufahrzeuge, die auf Halde stehen, hätte investieren müssen, um nur den Händlervertrag irgendwie halten zu können.

Wenn endlich mal alle zusammenhalten würden, dann könnten die Hersteller mit uns auch nicht den Hugo spielen. Das können die Hersteller nur, wenn sie einen am Kragen haben und oder einem das Wasser schon an der Oberlippe steht...

15 Jahre lang haben die Hersteller ausgemistet und Händler rausgeschmissen, weil nichts gut genug war, und nun suchen sie in bike und business nach neuen Händlern? Solche Verträge, die uns in den letzten Jahren vorgelegt wurden kann nur einer unterschreiben, der genug Geld und/oder keine Ahnung von dem hat, was ihm blüht.“

Was meinen Sie? Zu pessimistisch, zu einseitig gedacht? Zu antiquiert im Denken? Oder stimmen Sie dieser Position zu? Bestimmt gibt es aber auch viele Betriebe, die anderer Meinung sind und den Status des Vertragshändlers nicht nur verteidigen sondern sogar leidenschaftlich dafür plädieren. Sehr gerne würden wir an dieser Stelle eine fruchtbare und kontroverse Diskussion führen. Schreiben Sie an stephan.maderner@vogel.de.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44416165 / Blog Zündfunke)