LED zum Nachrüsten: Wenn mehr Sicherheit zum Risiko werden kann

Gesetzgeber behindert Technikfortschritt

| Autor / Redakteur: Frederic Servatius / Stephan Maderner

Mehr Licht fürs Motorradbusiness: Dirk Daschkey und Silvia Nagyova.
Mehr Licht fürs Motorradbusiness: Dirk Daschkey und Silvia Nagyova. (Bild: Judith Leiterer)

Die stärkere Leuchtkraft von LED leistet im Zweifel einen Beitrag zur Unfallvermeidung. Eine Mischung aus Rechtslage und ökonomischen Interessen der Leuchtmittelhersteller lässt das aber nur eingeschränkt zu. Dirk Daschkey von Osram über moderne Motorradlampen und Chancen im Aftermarket.

Mit quietschenden Reifen kommt das motorisierte Zweirad von Hannes Völker* (* Name geändert) zum Stehen. Gerade so, dass er mit dem plötzlich aus der dunklen Nacht aufgetauchten Fahrrad nicht kollidiert. Ein weit strömender Lichtkegel entspringt dem mächtigen Motorrad, viele Meter der breiten geraden Straße werden von den LEDs der Maschine ausgeleuchtet. Obwohl es ihm möglicherweise entscheidende Meter gezeigt hat, ist diese speziell eingebaute Motorradlampe – so wie sie verbaut ist – in den Augen des Gesetzgebers unzulässig; weil sie keine ECE-Prüfnummer hat.

Hannes Völker ist dennoch froh, die starke LED-Beleuchtung an Bord zu haben. Er hat sie selbst in sein Motorrad eingebaut: „Wenn da jemand nachfragt, könnte ich da sicher gut verargumentieren“, ist der Motorradhändler überzeugt. Sein Fahrzeug kam ursprünglich mit Halogenlampen aus dem Werk. Dass sein Umbau nicht der Gesetzeslage entspricht, ist ihm bewusst. „Wer weiß wie das ganze ausgegangen wäre, wenn mein Lichtkegel nur einen Meter weniger ausgeleuchtet hätte.“

Der Einsatz von LED

Nicht jeder Fall ist so extrem wie der von Hannes Völker. Obschon LED-Beleuchtung mehr Sicherheit schafft, aus rechtlicher Sicht ist sie ein schwieriges Thema: Der Einsatz von LED-Lichtern bei Motorrädern ist nicht ohne weiteres möglich. Wenige Motorräder kommen mit LEDs aus dem Werk, für den nachträglichen Einbau sind die Hürden hoch. Die Leuchtmittelhersteller beklagen die zu komplexen Richtlinien, während Zulassungsstellen die Ursache eher im mangelnden Willen sehen.

Strenge ECE-Vorgaben

Insgesamt 23 Beleuchtungsbauteile benötigen nach Paragraph 22a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung generell eine Bauartgenehmigungspflicht und demnach eine Zulassung nach den Richtlinien der Economic Comission for Europe (ECE). „Derzeit gibt es keine LED-Lampe mit ECE-Zulassung, die nachträglich in Motorräder eingebaut werden darf“, erläutert Dirk Daschkey vom Leuchtmittelhersteller Osram auf der Fachtagung »bike und business«. Bei der Originalverbauung sei das anders, für den Aftermarkt aber würden laut Daschkey derzeit keine legalen LED-Leuchten angeboten. So erkläre es sich auch, dass nur ein bis zwei Prozent der Motorradfahrer die modernen Leuchtmittel im Einsatz hätten. Und auch in naher Zukunft geht Daschkey davon aus, dass das Thema LED-Beleuchtung bei Motorrädern nicht besonders relevant werden wird.

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