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Leidenschaft ist das beste Werkzeug

Redakteur: Christoph Baeuchle

Nach anstrengenden Wochen und Monaten haben die Jung-Meister der hessischen Bundesfachschule für Zweiradtechnik ihren Brief erhalten. Das muss gefeiert werden.

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Fit für die Zukunft: Der 2015er-Meisterjahrgang der Bundesfachschule.
Fit für die Zukunft: Der 2015er-Meisterjahrgang der Bundesfachschule.
(Foto: Baeuchle)

Es war ein Abend voll strahlender Gesichter: Die hessische Bundesfachschule für Zweiradtechnik und die Zweiradmechaniker-Landesinnung Hessen haben bei ihrer traditionellen Feier die Jungmeister des Jahrgangs 2014/2015 geehrt. Nach viel Arbeit, Schweiß und einigen Tränen war ein Großteil der 50 Prüfungsteilnehmer am Ziel: Sie hielten den Meisterbrief in ihren Händen.

„Für die Jung-Meister waren es anstrengende Wochen und Monate“, blickte Landesinnungsmeister Peter Goltzsche im Rahmen seiner Begrüßung auf die zurückgelegte Zeit zurück. Er beglückwünschte die erfolgreichen Absolventen und lobte ihren Einsatz.

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Der Meisterbrief sei ein Zeichen von Stärke und Leistung, sagte Bernd Ehinger, Präsident der Handwerk Frankfurt Rhein-Main, vor knapp 200 Gästen, die zur Meisterfeier ins Frankfurter Maritim-Hotel kamen. „Der Meisterbrief bietet sehr gute Perspektiven.“ Er befähige die Fachkräfte, nun eine Führungsfunktion zu übernehmen oder ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Dafür ist die Zeit ausgezeichnet. Die Lage sei erfreulich und die gesellschaftliche Perspektive gut, sagte Ehinger. „Die deutsche Wirtschaft hat den Aufstieg geschafft. Es liegt nun an uns, die Situation zu halten.“ Doch nicht nur, denn auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Also sind auch die Politiker gefragt.

Ein wesentlicher Beitrag für den Erfolg hat das deutsche Handwerk mit seiner dualen Ausbildung geleistet. Dazu gehört auch als oberste Stufe der Karriereleiter der Meisterabschluss.

Für den Präsident der Handwerkskammer ist der Erhalt der dualen Ausbildung und des Meisterabschlusses von zentraler Bedeutung. „Der Meistervorbehalt ist keine Wettbewerbsverzerrung“, betonte Ehinger. Vielmehr sei er die Grundvoraussetzung für Qualität und Verbraucherschutz. „Besser als andere zu sein, verzerrt nicht den Wettbewerb.“ Stattdessen warnte Ehinger vor den Folgen einer Abschaffung des Meistervorbehalts. „Werden die Rahmenbedingungen gelockert, bilden immer weniger Betriebe aus.“

Ehinger forderte die jungen Fachkräfte auf, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. „Die Zukunft sieht anders aus als das Heute“, stellte Ehinger klar. „Wir haben heute die Chance, die Zukunft zu gestalten.“ Er verwies auf den schnellen Wandel der Technik und die diversen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit. Vor allem eines kommt den Jung-Meister dabei zugute: „Leidenschaft ist das beste Werkzeug.“

Dass diese vorhanden ist, haben alle Jung-Meister in den vergangenen Monaten bewiesen. Die besten Abschlüsse beim Lehrgang Motorrad gelangen Frank Weber (Bad Berleburg), Erik Kronemann (Berlin) und Johannes Schlenker (Höchberg). Beim Lehrgang Fahrrad belegten Arne Feller (Lüneburg), Christian Barthel (Oberursel) und Sebastian Barthel (Ratzeburg) die ersten Plätze.

Alle erhielten ein Trainings-Stipendium vom Hamburger Großhändler Johannes J. Matthies. Abhängig von ihrer Platzierung können die Jung-Meister in den nächsten vier, acht oder zwölf Monaten verschiedene Trainingskurse bei dem Hamburger Unternehmen besuchen.

Für die anderen Preise wurden die Gewinner per Los gesucht: Philipp Kriege erhält die nächsten zwölf Monate ein kostenloses Abo der Fachzeitschrift »bike and business«. Weitere Preise waren ein Wellness-Wochenende sowie sechs Wellness-Körbe und ein Jahresabo der Zeitschrift „Radmarkt“.

„Das war kein reiner Selbstläufer, sondern eine schwierige Aufgabe, deren Lösung mit viel Disziplin und Fleiß verbunden war“, blickte Johannes Schlenker, Klassensprecher des Lehrgangs Motorrad, auf die vergangenen Monate zurück. „Nun stehen 50 junge Menschen in den Startlöchern für die Zukunft im Handwerk.“

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