Lichtschlamassel oder wie es euch erhellt

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 38/2017/II), Folge 539: Als Überschrift über meinen Speedlog dienen heute mal zwei Bonmots meines stets pulitzerpreisverdächtigen Kollegen und »bike und business«-Redakteurs Steffen Dominsky. Nomen est omen und richtig geraten, es geht...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...um die bis zum Jahresende 2017 umzusetzende HU-Scheinwerferrichtlinie für sämtliche HU-Prüfstellen und -Stützpunkte – und damit für mehr als 36.000 Kfz-Betriebe. Betroffen sind auch rund 800 Zweiradwerkstätten, welche die AUK in den eigenen vier Hallenwänden durchführen. Unser Technikredakteur Steffen Dominsky ist in dem Thema zu Hause wie kaum ein anderer in der Branche.

Da kommt eine ganze Menge auf die Werkstätten zu in Sachen Richtlinie: nivellierter Boden, Scheinwerferprüf- und -einstellgerät oder Scheinwerferkontrolle. „Wer nicht investiert und keinen abgenommenen Scheinwerferprüfplatz vorweisen kann (kostet nochmal eine Gebühr von mehreren hundert Euro), ist raus aus dem HU-Geschäft“, sagt Dominsky.

Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle die Lektüre dieses heißen Themas in der neuen »bike und business«-Printausgabe. Überschrift: Lichtschlamassel. Die Nummer 9-10/2017 erscheint am 29. September. Wer unser Heft nicht regelmäßig geliefert bekommt oder es mal gerne kennenlernen möchte, dem empfehlen wir ein Schnupperabo. Interesse? Dann schicken Sie mir bitte eine Mail an stephan.maderner@vogel.de.

Rollerfahrer in der Lichtfalle

Neben dem Lichtschlamassel in den Werkstätten hat das Thema aber auch eine ganz praktische Bedeutung auf unseren Straßen. Stichwort Blendwerk. Denn bei den vom ZDK in den vergangenen fünf Jahren im Herbst durchgeführten „Lichttests“ fallen regelmäßig etwa 35 Prozent der geprüften Anlagen durch.

Passend dazu rief mich gestern morgen Josef Weber an, ein Rollerfahrer aus der Nähe von Koblenz. Jeden Tag fährt er von einem Nebental der Mosel 25 Kilometer auf seinem Honda-Vision-Scooter in die Arbeit und abends wieder zurück. Der starke Nebel und die Wassertröpfchen auf dem Visier hätten ihm diesmal massiv zu schaffen gemacht, weil ihn gefühlt jeder zweite entgegenkommende Pkw so geblendet habe, dass er regelmäßig im Blindflug unterwegs gewesen sei. Hauptsächlich SUVs mit ihren modernen Lichtanlagen seien wahre Blendgranaten. Woran das wohl liegen möge, fragte er mich.

Gut, dass ich die Beiträge meines Kollegen so aufmerksam gelesen habe. Denn Licht ins Dunkel des Lesers bringt natürlich wieder unsere schriftstellerische Lichtgestalt Steffen Dominsky. Der Artikel über die Revolution moderner Lichttechnik (»kfz-betrieb Spezial „Licht aus?“ vom Dezember 2016) beginnt so: „Was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif“.

So war das damals – sinniert Dominsky – bestenfalls Öllampen standen den Menschen zu Zeiten Goethes zur Verfügung, wollten sie sich durch Nacht und Wind bewegen. Entsprechend mies war die Sicht. Doch parallel mit der Evolution der Fortbewegungsmittel entwickelte sich auch die Beleuchtung weiter. Die über viele Jahrzehnte gebräuchliche Glühwendellampe wurde durch das Xenonlicht ersetzt. Dann verzückte die Licht emittierende Diode (LED) die Ingenieure, inzwischen weiterentwickelt zur Matrix-LED. Last but not least breitet sich derzeit nun das Laserlicht aus.

Und wo liegt nun für den Rollerfahrer des Pudels Kern? Schon heute gibt es Scheinwerfer mit 3.072 Lichtquellen, die natürlich eine komplizierte und sensible Ansteuerungselektronik benötigen. Je mehr Pixel, desto feiner die Abstufungen in der Lichtverteilung. Derartig Vielpixelscheinwerfer ermöglichen dem Fahrer A, mit Dauerfernlicht zu fahren und sparen bei einem entgegenkommenden Fahrzeug nur die Augen von Fahrer B aus – der Rest wird weiter hell ausgeleuchtet; wenn alles gut läuft.

Technikfolgenabschätzung

Fazit: Offenbar haben nun diese Hightechfahrzeuge mit ihren Sensoren bei Nebel Probleme, die Silhouette eines entgegenkommenden Einspurfahrzeugs richtig zu erkennen. Wenn die hypersensible und elektronisch gesteuerte automobile Lichtquelle dann auch noch schlecht eingestellt ist, guckt der Rollerfahrer schnell in die Röhre.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Was halten Sie von der elektronischen Aufrüstung der Lampen an Auto und Motorrad? Wie sieht die technische Folgenabschätzung für Sie aus?

Mit dem Moped ins Wahllokal

Übrigens: Heute ist offizieller Herbstanfang. Die gute Nachricht lautet aber: die Bikersaison ist noch nicht zu Ende. Das aktuelle Hoch Queena sorgt dafür, dass zumindest in der Mitte und im Süden der Republik der Altweibersommer eine Chance hat. Nutzen Sie das schöne Wetter und satteln Ihr Motorrad für einen (vielleicht vorletzten) Ausritt. Mit dem Moped ins Wahllokal – ist doch Ehrensache.

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