Schuberth macht wieder viel Wind

Einweihung des „Schuberth Air & Acoustics Lab“

| Autor: Stephan Maderner

Schuberths neuer Windkanal in Magdeburg: Helmforschung auf höchstem Niveau.
Schuberths neuer Windkanal in Magdeburg: Helmforschung auf höchstem Niveau. (Foto: Schuberth)

Schuberth nimmt in Magdeburg ein wegweisendes Prüflabor mit Aerodynamik- und Aeroakustik-Windkanal sowie mit Klimaprüfstand in Betrieb.

„Es brummt bei uns“, sagt Produktionsleiter Henry Dörsing beim Rundgang durch die Werkshallen von Schuberth in Magdeburg, dem einzigen Helmhersteller mit dem Gütesiegel „Made in Germany“. Erstmals sind wieder mehr als 400 Mitarbeiter beim Magdeburger Traditionshersteller beschäftigt. 2014 und 2015 steckte der Finanzinvestor Perusa, der seit 2013 bei Schuberth das Sagen hat, insgesamt sieben Millionen Euro in neue Produkte und Technologien und setzte konsequent auf Internationalisierung. Dieses Jahr sollen insgesamt 150.000Kopfschutzsysteme im Highend-Bereich die Helm-Manufaktur verlassen. Darunter Motorrad-, Formel-1- und Motorsport-Helme sowie welche für die Bereiche Arbeitsschutz, Feuerwehr, Polizei und Militär.

Schuberth ist der erste Helmhersteller der Welt, der sich bei der Entwicklung seiner Motorradhelme eines eigenen Windkanals bediente. Das ist mittlerweile über 30 Jahre her. Diese Forschungs- und Entwicklungseinrichtung wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und erfuhr ihre jüngste Aufwertung beim Umzug von Braunschweig nach Magdeburg. Schuberth CEO Jan-Christian Becker bei der feierlichen Einweihung am 8. Juli 2015: „Es ist nur konsequent, unseren Windkanal in das hochmoderne Magdeburger Werk zu integrieren. Entwicklung und Produktion gehören im Sinne kurzer Wege und optimaler Kommunikation unter ein Dach.“ Dem Festakt wohnten auch der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Frank Danielzik, Schuberth-Chief-Financial-Officer, bei.

Alles begann vor drei Jahrzehnten mit dem Bau eines modernen Aerodynamik-Windkanals in Braunschweig zur Erfassung der Helmumströmung sowie der fahrtwindinduzierten Kräfte und Momente am Motorradhelm. Nur sechs Jahre später wurde der Prüfstand zur zusätzlichen Erfassung der Strömungsgeräusche zum Aeroakustik-Windkanal umgebaut. Im Laufe der folgenden Jahre wurden alle Prüfeinrichtungen ständig modernisiert sowie Entwicklungskonzepte für die Helm-Aerodynamik und -Aeroakustik etabliert, die als Standard dokumentiert sind und Schuberth nach eigenen Angaben einen kontinuierlichen Vorsprung vor seinen Mitbewerbern sicherten.

Als der Schuberth Windkanal in diesem Jahr als eine der letzten Werkseinrichtungen seinen Umzug von Braunschweig nach Magdeburg antrat, nutzte das Werk die Gelegenheit, ihn erneut zu modernisieren und zusätzlich einen Klimaprüfstand einzurichten. „Wir haben den Einfluss von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit auf die klimatischen Verhältnisse im Helm natürlich auch schon in der Vergangenheit erforscht und berücksichtigt“, sagt Dr. Thomas Hagemeier, Leiter des neuen „Schuberth Air & Acoustics Lab“. „Aber der neue Klimaprüfstand ermöglicht uns von nun an die systematische und simultane Erforschung und Entwicklung aller für den Komfort und für die aktive Sicherheit unserer Helme relevanten Kriterien.“

Der Schuberth Windkanal ist 12 Meter lang, sein Motor hat eine Leistung von 120 kW, sein Axial-Gebläse einen Durchmesser von 1,60 Meter. Damit können Windgeschwindigkeiten bis zu 190 km/h erzeugt werden. Die Länge der Messstrecke lässt sich von 1,50 Meter bis zu 3,90 Meter variieren, so dass sowohl Motorräder als auch Formel-1-Rennwagen im Windkanal platziert werden können.

Fazit: Schuberth kommt wieder. Die Magdeburger haben die Weichen auf Expansion gestellt. Die eingeleitete Restrukturierung trägt erste Früchte. Im Motorradbereich ist der neue Jet-Jelm Metropolitan 1 gut eingeschlagen. Kunden goutieren außerdem die größere Farb- und Dekorvielfalt von Schuberth-Helmen. Wie aus gut unterrichteten Unternehmenskreisen zu hören war, soll Schuberth zur Eicma in Mailand einen neuen Enduro-Helm vorstellen. Das Produktportfolio bekommt Zuwachs, die Modellpflege geht in die nächste Runde und neue Vertriebskanäle befinden sich im Aufbau.

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