MV Agusta: Baustelle Zukunft

Castiglioni pokert mit hohem Einsatz und mäßigem Blatt in einem offenen Texas hold'em

| Redakteur: Stephan Maderner

MV Agusta auf der Baustelle Zukunft.
MV Agusta auf der Baustelle Zukunft. (Foto: Lena Hofbauer)

Quo vadis? heißt es derzeit beim italienischen Motorradhersteller MV Agusta. Am 22. März wurde Antrag auf Vergleich gestellt, die Restrukturierung eingeleitet und der Abschied vom strategischen Engagement des stillen Gesellschafters AMG-Mercedes angekündigt. Eine »bike und business«-Faktenschau.

Um eine Insolvenz zu vermeiden, stellte der italienische Motorradhersteller MV Agusta mit Sitz in Varese am 22. März Antrag auf Vergleich und versucht, mit einer Unternehmensumstrukturierung, die Management, Mitarbeiter, Lieferanten und Gläubiger miteinbezieht, aus der finanziellen Klemme zu kommen. Damit die Geschäfte weiterlaufen können, will man sich mit den Gläubigern einigen, die – wie schon häufiger in den vergangenen zwölf Jahren, in denen MV vier Mal den Besitzer wechselte – wieder auf Forderungen sitzenzubleiben drohen.

Die Rede ist von 40 Millionen Euro. In einem Schreiben vom 12. April an die Händler (siehe unten) erklärt Giovanni Castiglioni, dass er und sein Team in Varese nicht mehr an eine langfristige strategische Zusammenarbeit mit dem stillen Teilhaber Mercedes-AMG (25 Prozent) glaubten. Man wolle sich vom reinen Cash-flow- und volumengesteuerten Wachstumsdenken verabschieden und setze auf einen Restrukurierungsplan und frische Mittel. Der Country-Manager Deutschland und Österreich, Michael Burkhart, musste – wie viele Marktverantwortliche anderer Länder – die Firma verlassen. Patrick Porten ist mit seiner Moto Assistance GmbH in Hennef nun wieder für Deutschland zuständig.

Laut den IVM-Marktdaten wurden in den ersten drei Monaten der Saison in Deutschland 199 MV Agusta-Modelle neu zugelassen. In der Schweiz waren es 67 Einheiten und in Österreich tauchen lediglich 15 Fahrzeuge (Januar und Februar 2016) in der Bilanz auf.

In einem Leserbrief an »bike und business« tut ein MV Agusta-Händler seine Meinung über die aktuelle Entwicklung der italienischen Edelmarke kund: „Herr Castiglioni pokert mit hohem Einsatz und mäßigem Blatt in einem offenen Texas hold ´em. Mal sehen, ob er das ebenso gut kann wie sein Vater. Ich habe keine Angst um das Fortbestehen der Marke. Denn dafür ist MV viel zu renommiert. Nur mit wem an der Spitze, das ist hier die Frage?“

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