So sah der IVM das Motorradjahr 2017

Echte Marktfestigung

| Autor: Stephan Maderner

Die IVM-Experten Achim Marten (li.) und Reiner Brendicke sehen eine "echte Marktfestigung" und für 2018 wieder einen Vorzeichenwechseln von negativ nach plus.
Die IVM-Experten Achim Marten (li.) und Reiner Brendicke sehen eine "echte Marktfestigung" und für 2018 wieder einen Vorzeichenwechseln von negativ nach plus. (Bild: IVM/ Ludolf Dahmen für ZWEILUX – Deiters & Hagedorn GbR)

Der Industrieverband Motorrad (IVM) fasst das Neuzulassungsjahr 2017 mit der Schlagzeile „Vorzeichenwechsel“ zusammen und sieht - anders als die aus Sicht des Verbandes „rein Zahlengläubigen“ - weiterhin sehr positive Wachstumsperspektiven.

In seinem aktuellen Online-Newsletter „Performance“ befasste sich der IVM auch mit der Neuzulassungsstatistik des abgelaufenen Motorradjahres 2017. Die Interpretation der Konjunktur aus Sicht des Industrieverbandes im Wortlaut:

„Das zu Ende gehende Jahr 2017 stand für die Motorradbranche unter besonderen Vorzeichen, sorgte doch die Einführung der Euro-4 im Januar für eine erhebliche Zahl an Tageszulassungen zum Jahresende 2016. Diese Fahrzeuge konnten natürlich erst in der laufenden Saison ihren Weg zu den Endverbrauchern finden und wurden tatsächlich auch in 2017 auf den Straßen Deutschlands erstmals in Betrieb genommen, obwohl sie schon im Vorjahr als Neufahrzeuge in den Zulassungsstatistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes erschienen waren.

Ohne diese Hintergrundinformationen könnten die rein Zahlengläubigen das Jahr 2017 also als eine schwierige Zeit für die Motorradbranche bewerten. Wie ist aber die reale Situation, wenn man nicht isolierte Zahlen, sondern Zusammenhänge prüft?

Vergleicht man beispielsweise die November-Zulassungszahlen des „normalen“ Jahres 2015 mit denen des Jahres 2017, so registrieren wir über einen Zweijahreszeitraum einen sehr erfreulichen zehnprozentigen Anstieg der Neuzulassungen!

Nicht nur dieses Indiz spricht dafür, dass, bereinigt um die Sondereffekte zur Umstellung von Euro-3 auf Euro-4, der Motorradmarkt durchaus weiter dem seit Jahren anhaltenden positiven Trend folgt.

Wie sind nun die Perspektiven für 2018? Klar ist, dass wir einen Vorzeichenwechsel erleben werden, denn aus den negativen Zahlen zum Ende 2017 werden natürlich wieder positive Zahlen in 2018.

Es steht zu erwarten, dass diese Pluszahlen jedoch nicht nur durch den direkten Vergleich zum Euro-4 beeinflussten Vorjahr entstehen, sondern Ausdruck echter Marktfestigung oder sogar eines moderaten Wachstums sein werden.

Motorrad und Roller werden weiterhin eine echte Mobilitätsalternative bleiben und ihre Beliebtheit als emotionale Freizeitfahrzeuge mitten in unserer Gesellschaft noch ausbauen.

Hoffen wir gemeinsam, dass Deutschland auch im politischen Umfeld bald eine konstruktive Basis für ein gesundes Wirtschaftsumfeld liefert, so dass wir weiteres Vertrauen in dieses Land, in die Konjunktur und andauerndes Wachstum entwickeln können.“

Motorradmarktanalyse 2017

So weit die überaus positive Markteinschätzung des IVM. Über die wirtschaftliche Lage im Zweiradhandwerk und -handel sagt dieser Rückblick nichts aus. Da liefert nur die aktuelle Motorradmarktanalyse 2017 von „bike und business“ fundierte Daten. Ihre eigene wirtschaftliche Situation bewerten die Zweiradbetriebe demnach unverändert wie im Vorjahr mit der Note 2,6. Das ist der zweitbeste Wert seit Beginn der Studie im Jahr 2006! Die Einschätzung für die Branche insgesamt fällt dagegen traditionell schlechter aus. Hier vergeben die 515 repräsentativ befragten Motorrad-Vertragshändler die Note 3,0 (Vorjahr: 3,0). Anders ausgedrückt: Die Zukunftsaussichten für den eigenen Betrieb bewerteten 49 Prozent der Befragten mit sehr gut bis gut, 41 Prozent mit befriedigend und 7 Prozent mit weniger gut/schlecht. Geht es um das Gewerbe als solches, wird das Rating schlechter. Nur 26 Prozent versehen die Zukunftsaussichten mit der Note sehr gut bis gut, 50 Prozent mit befriedigend und 22 Prozent mit weniger gut/schlecht.

Wer an weiteren Zahlen, Daten, Fakten der Branche interessiert ist sowie wie die Händler ihre wichtigsten Lieferanten in elf Segmenten bewerten, kann sich die Motorradmarktanalyse 2017 bei oliver.kuhn@vogel.de gegen eine Schutzgebühr von 198 Euro bestellen.

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