Intermot 2018: Messe der begrenzten Möglichkeiten

Die Hersteller halten sich in Köln mit echten Neuheiten zurück

| Autor: Jan Rosenow

Wo nicht gerade eine Pressekonferenz stattfand, blieb der Andrang aus – hier auf dem Yamaha-Stand.
Wo nicht gerade eine Pressekonferenz stattfand, blieb der Andrang aus – hier auf dem Yamaha-Stand. (Bild: Jan Rosenow)

Die Hersteller halten sich in Köln mit echten Neuheiten zurück. Lobenswerte Ausnahmen sind Indian mit der FTR 1200 und Triumph mit der überarbeiteten Street-Baureihe. Und Suzuki hofft auf den Katana-Effekt.

Schon am ersten Messetag der Intermot 2018 in Köln ist absehbar, was für viele Besucher das Fazit sein dürfte: „Es gibt ja kaum echte Motorradneuheiten hier!“ Dabei kann die Kölnmesse als Veranstalter natürlich gar nichts dafür, welche Produkte die Aussteller an ihren Ständen präsentieren. Es ist die Motorradindustrie selbst, die dem Nutzen einer Präsenzmesse offenbar immer kritischer gegenübersteht und neue Produkte lieber selbst im Internet, auf Fahrpräsentationen oder schlicht beim Händler präsentiert. Nur – warum leisten sich die Firmen dann überhaupt noch teure Stände? Eine schwierige Frage.

Eine echte Neuheit hatte immerhin die von Marktanteils-Erosion gebeutelte Marke Suzuki zu bieten: Mit der neuen Katana lassen die Japaner eine der größten Ikonen ihrer Modellgeschichte wieder aufleben. Der Sportler basiert auf der GSX-S 1000 und dürfte somit ebenfalls rund 110 kW/150 PS Leistung haben sowie vergleichbare Geometrie- und Gewichtswerte aufweisen. Bestellbar ist die neue Katana ab Frühjahr 2019. Preise hat Suzuki noch nicht genannt. Weitere Messeneuheiten sind die überarbeiteten Versionen von GSX-S 750 und GSX-R 1000.

Indian wird sportlich: die neue FTR 1200

Dass Indian an einem sportlichen Naked Bike arbeitet, das sich am enorm erfolgreichen Dirt-Track-Racer FTR 750 orientiert, war schon seit langem klar. Trotzdem hob sich die aufstrebende amerikanische Marke die Enthüllung bis zum Vorabend der Intermot auf. Auf dem Messestand präsentierte sich dann ein rankes und schlankes Streetbike, dass die Linie der 750er Sportmaschine gekonnt aufgreift: die FTR 1200.

Erstmals hat Indian ein Motorrad gezielt für den Weltmarkt entwickelt. Mit einem Trockengewicht von 221 Kilogramm und einer Leistung von laut Hersteller über 120 PS kann es vielleicht nicht mit den stärksten Sporttwins a la KTM Superduke oder Ducati Monster mithalten. Doch Indian dürfte die Gegner der FTR ohnehin eher in Maschinen wie der BMW R 9T oder der Triumph Thruxton sehen. Das Design ist klassisch, ohne trutschig-altmodisch zu wirken, und die schlanken Räder im 19- bzw. 18-Zoll-Format mit den speziellen Dunlop-Reifen passen perfekt dazu. Die FTR 1200 kommt im nächsten Jahr in zwei Versionen in den Handel: als simpel ausgestattete Einsteigerversion für 14.690 Euro sowie als S-Variante mit TFT-Display, Kurven-ABS und weiteren Features für 15.990 Euro. Durchaus selbstbewusste Preise also, die zwar zur Premiummarke Indian passen, aber im Haifischbecken des Naked-Bike-Marktes erst einmal realisiert werden müssen.

Triumphs Street-Modelle jetzt mit zehn PS mehr

Eine so genaue Preisnotierung gibt es für eine weitere Intermot-Neuheit noch nicht: die Triumph-Modelle Street Twin und Street Scrambler. Beide wurden optisch moderat, technisch aber deutlich modernisiert. Die prägnanteste Änderung ist wohl die um 18 Prozent bzw. zehn PS gestiegene Motorleistung des Zweizylinder-Reihenmotors. Mit nunmehr 48 kW/65 PS und rund 500 min-1 mehr Drehvermögen dürften die beiden hübschen Neuklassiker deutlich spritziger unterwegs sein als bisher. Eine neue Vorderradbremse (Vierkolben-Festsattel von Brembo) kommt da gerade recht. Mit wechselbaren Fahrmodi, einer besser gepolsterten Sitzbank und neu abgestimmter Federung fließen weitere Detailänderungen in die Street-Modelle ein.

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