MK Cycle Shop: „Wir geben immer 200 Prozent!“

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Viktoria Hahn

Begeisterungsfähige Truppe: Team MK Cycle Shop beim Fotoshooting anlässlich des Jurybesuchs.
Begeisterungsfähige Truppe: Team MK Cycle Shop beim Fotoshooting anlässlich des Jurybesuchs. (Bild: Jan Rosenow/Vogel Communications Group)

Die Unternehmerfamilie Knauf hat sich mit ihrem MK Cycle Shop in Esslingen schon zum zweiten Mal nach 2017 einen Top-Ten-Platz gesichert. Der Erfolg gelang trotz widriger Umstände – und das ausgerechnet zum 25. Firmenjubiläum!

Die Trennung von einer Motorradmarke ist nie leicht – vor allem, wenn es sich um ein Volumenfabrikat wie Yamaha handelt. Verkaufszahlen brechen weg, Kunden wandern ab, die Auslastung der Werkstatt geht zurück – das muss man als mittelständischer Familienbetrieb erst einmal verdauen. Viele Betriebe in dieser Lage haben sicher andere Sachen zu tun, als sich beim Award „Motorradhändler des Jahres“ zu bewerben. Anders MK Cycle Shop in Esslingen.

Die Familie Knauf mit Geschäftsinhaber Alexander Knauf, Ehefrau Birgit und Sohn Florian nahm nur ein Jahr nach der ersten erfolgreichen Teilnahme den Kampf wieder auf und schaffte es 2018 erneut in die Top-Ten-Ränge beim „Motorradhändler des Jahres“ – und das, obwohl man sich von der Marke Yamaha getrennt hatte.

Bester 125er-Verkäufer in Deutschland!

Wer das kompakte Geschäftslokal in einer nicht besonders leicht erreichbaren Lage in Esslingen zum ersten Mal sieht, der unterschätzt leicht die unternehmerischen Fähigkeiten der Knaufs. Mit ihren beiden Hauptmarken Vespa und Suzuki drehen sie ein richtig großes Rad. Junior Florian Knauf durfte sich 2018 über die Auszeichnung zum besten 125er-Verkäufer der Marke Suzuki in Deutschland freuen. Und auf die gesamte Modellpalette gerechnet ist man sogar drittbester Vertriebspartner der japanischen Marke. Trotzdem – und das zeigt auch den Bedeutungsverlust von Suzuki auf dem deutschen Markt – verkauft MK Cycle Shop bereits mehr Vespas als Suzukis. Die Knaufs sind sogar einer der ersten Stützpunkte für die Vespa Elettrica. Erfahrungen mit elektrischer Antriebstechnik haben sie schon in den letzten zwei Jahren mit dem amerikanischen E-Bike-Pionier Zero gesammelt.

Ein Custombike für den Polizeiruf-Star

Nicht nur der Neufahrzeugverkauf läuft in Esslingen wie geschmiert, auch die Werkstatt ist vollkommen ausgelastet (sechs Wochen Vorlaufzeit in der Saison!), und sogar das Bekleidungsgeschäft brummt. Trotz Konkurrenz von Bekleidungsketten und großen Motorradhändlern im Umfeld, beispielsweise dem Giganten Limbächer & Limbächer, kann sich MK Cycle Shop mit attraktiven Marken (Held, IXS, Shoei, Nolan) und guter Auswahl auf diesem schwierigen Markt behaupten. Das Zubehör-Angebot ist ebenfalls umfangreich und wird auch für Marketingaktionen genutzt. Beispielsweise baut MK Cycle Shop für den Helm-Hersteller Nolan Deutschland – ebenfalls in Esslingen ansässig – ein Custombike auf, das zusammen mit dem Schauspieler Lucas Gregorowicz sogar im Fernsehen zu sehen sein soll. Eine erfolgreiche Serviceaktion für die Vespa-Kundschaft haben die Schwaben mit der Hohlraumversiegelung kreiert. Schließlich besteht der italienische Kultroller aus Blech, und das kann im Ganzjahres-Einsatz auf Deutschlands salzigen Straßen schon einmal der frühzeitigen Korrosion anheimfallen.

Junior Florian Knauf ist die treibende Kraft hinter den Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens. Er schreibt für sein Studium gerade eine Projektarbeit über modernes Marketing in der Motorradbranche. Und setzt die gewonnenen Erkenntnisse direkt im Tagesgeschäft um.

Wissenschaftlich entwickelte Social-Media-Strategie

Die Facebook-Seite wird regelmäßig mit persönlichen Posts bespielt. Hier geht es nicht ums Verkaufen, sondern um den Austausch mit den Kunden und den Blick hinter die Kulissen. „Unsere Kunden reagieren vor allem auf Gesichter des Teams“, erklärt Florian Knauf. „Wird nur ein Bild zur Werbung für ein Fahrzeug gepostet, geht dies oft unter. Ist jedoch ein Mitarbeiter oder eine bekannte Person darauf abgebildet, ist die Werbewirkung deutlich größer.“ Aktiv bemüht sich Florian Knauf auch darum, dass die Kunden Bewertungen auf Facebook abgeben. Nur so ist sichergestellt, dass die vielen zufriedenen, aber schreibfaulen Käufer aktiv werden und ihre positive Stimmung ausdrücken. Denn von dem alten schwäbischen Motto „Nicht geschimpft ist genug gelobt“ kann sich in der Ära der Onlinebewertungen kein Betrieb mehr etwas kaufen. Und weil das mit den persönlichen Bildern auf Facebook schon ziemlich gut klappt, hat Florian Knauf auch einen Instagram-Account angelegt. Whatsapp-Marketing mit Videos oder Podcasts ist ebenfalls geplant. Podcasts? Nie gehört? Das sind Audiodateien zum Herunterladen, die man dann wie eine Radiosendung anhören kann. Übrigens: Auch ein „echter“ Radiospot ist angedacht.

Um weiterhin Kunden auf den Social-Media-Kanälen und auf der Website abbilden zu können, holt sich MK Cycle Shop die Einverständniserklärung der jeweiligen Personen ab. Das ist zwar ein erheblicher Aufwand, aber datenschutzrechtlich unumgänglich. Und allemal die bessere Lösung, als auf Fotos begeisterter Neukunden oder von gemeinsamen Touren und anderen Events verzichten zu müssen. Mit insgesamt 16 Mitarbeitern hat das Unternehmen eine Größe erreicht, bei der es wichtig ist, die Bedürfnisse des Teams im Blick zu behalten und für Motivation und Loyalität zu sorgen. „Unser Personal ist generell sehr treu“, betont Inhaber Alexander Knauf. „Unser ältester Mitarbeiter ist schon seit 19 Jahren bei uns.“ Für die Bindung an des Unternehmen sorgt Knauf mit überdurchschnittlicher Bezahlung samt Boni bei Zielerreichung, gemeinsamen Events, Weiterbildungsmöglichkeiten und einer guten Arbeitsatmosphäre, die beim Jurybesuch sofort deutlich wurde. Und die Unternehmensnachfolge ist ebenfalls geklärt – der 20-jährige Sohn Florian ist ja jetzt schon überaus erfolgreich im Haus tätig.

Mit Aprilia ist die nächste Marke schon im Haus

Trotz insgesamt erfolgreicher Geschäftsentwicklung in den letzten Jahren will das Esslinger Unternehmen den Verlust von Yamaha mit einer weiteren Marke ausgleichen. Nachdem schon seit einiger Zeit die 125er-Modelle von Aprilia verkauft werden, ist man zum Jahreswechsel nun Vollhändler der Italiener geworden. Aprilia kann sich auf einen sehr dynamischen Vertriebspartner freuen. Es spricht einiges dafür, dass die Erfolgsgeschichte der Familie Knauf weitergehen wird. „Allerhöchschter Reschpekt!“, könnte man da auf gut Schwäbisch sagen.

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