Mobile.de contra Mobilmachung im Motorradhandel

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 32/2018/II), Folge 620: Es dauerte nur ein paar Augenblicke, nachdem mein letzter Speedlog mit der Frage nach der Rechtmäßigkeit der nächsten Preisrunde von Mobile.de auf Sendung gegangen war, als schon die ersten gepfefferten Leserbriefe...

...in meiner E-Mail-Box landeten. So schrieb ein Motorradhändler aus NRW: „Hallo, wir sind eigentlich kurz davor, Mobile.de zu kündigen, weil ich es nicht mehr einsehe, diese Geschäftspraktiken zu unterstützen. Außerdem dient Mobile im Neufahrzeugbereich nur dazu, den Markt kaputt zu machen, anstatt werbeunterstützend Fahrzeuge zu vermarkten. Hinzu kommt noch, dass es bei Mobile.de immer wieder zu Pannen beim Buchungsassistenten kommt und dann Rechnungen mit horrenden Summen aufschlagen, obwohl man vorher eingestellt hat, dass nur Freikontingente benutzt werden sollen. Meiner Meinung nach ist das ein ganz klarer Fall für die Aufsichtsbehörden, die diesen Machenschaften nachgehen sollten. Wir werden von Mobile regelrecht missbraucht. Die haben das Maß der Dinge verloren, tricksen uns gegenseitig aus und zocken uns ab.“ Der Leser mit dem Kürzel RouteB6 antwortete: „Dem stimme ich zu. Auch ich werde Mobile.de aus diesen Gründen kündigen.“

Die Grenze ist überschritten

Ein anderer Dealer konstatierte: „Aktuell stellen wir aufgrund der Preisentwicklung auch schon um und versuchen von Mobile wegzukommen. Ich denke Mobile wird eine große Abwanderung von Händlern zu beklagen haben wenn sie so weitermachen und ansatzweise ein anderes Portal aufkommt im Markt. Die Grenze ist überschritten.“

Die Sache mit dem Inserats-Turbo

Eine nordbayrische Motorradhändlerin schrieb mir: „Mobile.de zockt uns ab. Das stelle ich einfach mal so in den Raum. Die Preisgestaltung ist eine Frechheit. Aber ohne geht es leider nicht. Wir haben versucht, über Motomarkt ein zweites Absatzportal zu bekommen, aber das hat auch nicht funktioniert. Leider. Auch über die anderen Portale kommt nichts herein, wir haben alle wieder abgestoßen, die wir mal getestet haben.

Ich bekomme immer wieder Anrufe von Mobile.de, stets wollen sie mir etwas andrehen, letzte Woche just wieder den Inserats-Turbo. Weil ja gerade nichts geht.

Aber ich habe dem netten Herren dann gesagt, dass die Firma Mobile.de leider überhaupt keine Ahnung vom Motorradgeschäft hat und dass gerade Sommerloch ist. Das wollte er gar nicht verstehen! Er wurde schon fast pampig. Leider gibt es nur die Möglichkeit, einen Anruf zu bewerten, wenn man selber dort anruft, nicht wenn man angerufen wird…

Ich habe auch das Gefühl, dass Mobile.de die Möglichkeit hat, gezielt Inserate ,nicht sichtbar' zu schalten, um einen dazu zu bewegen, das höherpreisige Paket zu buchen. Wie gesagt, das ist nur ein Gefühl…Leider geht der Gebrauchtfahrzeugmarkt nicht ohne…Noch nicht…Vielleicht kommt ja mal was…“

Zu teuer für kleine Betriebe

Emed: „Von Mobile habe ich mich schon lange verabschiedet da es für einen kleinen Händler viel zu teuer ist und die Verkäufe auch nicht besser sind als bei anderen kostenlosen Anbietern.“

Das Problem sind die Motorradhändler

Eine etwas differenziertere Meinung schickte uns Peter B. ein: „Das Problem ist eigentlich nicht Mobile.de, sondern es sind die Motorradhändler selbst, speziell die Kleineren. Es gibt in der Branche immer wieder gute Ansätze, sich von den großen Börsen, vom Herstellerdruck und vielen anderen Dingen unabhängiger zu machen, aber die meisten Kollegen sind nur misstrauisch, besserwisserisch und uneins. Statt Chancen zu nutzen, wie z.B. Bidabike oder andere Börsen, damit diese dann mit Unterstützung des Handels wachsen können oder auch andere Plattformen zu pushen, die unabhängiger sind, werden weiterhin die eingefahrenen Wege benutzt und weiter rumgeschimpft. Also liebe Händlerkollegen, lasst uns gemeinsam mal Neues versuchen, die Dinge gibt es, nur nutzen müssen wir sie.“

Das Statement von Mobile.de

Wie versprochen liefern wir an dieser Stelle nun die Antwort von Mobile.de auf die Vorwürfe: „Als Deutschlands größter Fahrzeugmarkt liefern wir seit mehr als 20 Jahren unseren Händlern die größte Nachfrage. Aber der Markt und die Wettbewerbssituation sind stark im Wandel. Und um unseren Händlern in dieser Situation auch weiterhin die meisten Kunden auf den Hof zu schicken, passen wir im September die Preise an. Wir tun das aber immer mit Augenmaß. So haben wir beispielsweise vergangenes Jahr explizit die kleinen Händler von der Preisanpassung ausgenommen“, sagt Torsten Wesche, Leiter Händlervertrieb Mobile.de. „Wir haben schon im ersten Halbjahr intensiv und erfolgreich für den Fahrzeughandel gearbeitet. Wir ruhen uns darauf allerdings nicht aus, sondern starten mit weiteren Produkt-Innovationen und Optimierung des bestehenden Angebots in den Sommer. Dazu zählen unter anderem eine Funktion, die dem Händler hilft, sich im regionalen Wettbewerbsumfeld besser zu positionieren, wie auch 360-Grad-Bilder, die in den kommenden Monaten folgen. Und von diesen positiven Effekten profitieren auch unsere Motorradhändler – egal ob groß oder klein, unabhängig oder markengebunden.“

UMFRAGE
Zukunft des Motorradrennsports – in der Autofahrerhochburg Deutschland führen internationale Motorradrennsport-Großevents ein Schattendasein.
Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an!
Foto: Yuasa

Der Rennsportzirkus ist auf Dauer zu teuer für den Standort Deutschland und nicht mehr finanzierbar.

18 %

Die Motorradevents verlagern sich in die „Emerging Markets“ Asien und Südamerika.

15 %

Die Motorrad-Fanbasis ist stabil – Moto-GP und IDM haben auch in Zukunft eine sichere Heimat in Deutschland.

61 %

Moto-GP, IDM & Co. erleben hierzulande eine Renaissance.

6 %

Die Antwort hat jetzt bestimmt viele Händler nicht vom Hocker gerissen. Sie wünschen sich konkretere Aussagen und die Rückkehr zu einem fairen, bezahlbaren Preismodell. Wir bleiben dran und werden die Diskussion in der »bike und business«-Community weiter kritisch führen, versprochen.

Branchen Oscars gesucht

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07.12.17 - Nach wie vor sind Frauen in der Motorradbranche unterrepräsentiert. Dabei stellen sie eine attraktive Zielgruppe für den Handel dar. Und auch hinter den Verkaufstresen und Werkbänken stehen jede Menge Powerfrauen. Sie zu würdigen und zu ehren, dafür ist der »bike und business«-Award „Bike Woman of the Year“ da. lesen

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