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Mobile.de: Vollgas für Social Media

| Autor / Redakteur: Miriam Schönwerth / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Mit Werbung über Social Media können junge Zielgruppen direkt angesprochen werden. Matthias Schmidt von Mobile.de erklärt der Motorradbranche auf der Fachtagung »bike und business«, wieso sich hier ein großes Potenzial verbirgt, und wie dieses optimal genutzt werden kann.

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Matthias Schmidt, Mobile.de: „Neue Zielgruppen im Social Web“.
Matthias Schmidt, Mobile.de: „Neue Zielgruppen im Social Web“.
(Bild: J. Untch/»bike und business«)

Feierabend, und noch eine halbe Stunde Bahnfahrt nach Hause. Max beschäftigt sich damit, was man als 28-Jähriger auf dem Heimweg eben so tut: Er scrollt durch sein Instagram-Feed. Der übliche Mix aus Selfies, Reisefotos und Bildern vom Essen. Zwischen den Posts seiner Freunde stößt Max auf eine Anzeige, die ihn in den Bann zieht. Ein Motorrad, schick glänzend in schwarz. So eins, wie er es schon immer haben wollte. Neben dem Foto zeigt die übersichtlich gestaltete Anzeige ein paar technische Daten zum Modell. Ein Klick darauf, und schon bekommt er alle Informationen, die er braucht. Alles passt. So einfach ist aus dem gewohnheitsmäßigen Scrollen ein Kauferlebnis geworden. Denn Max ist sich sicher, hier hat er gefunden, was er sucht.

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So oder so ähnlich könnte sich das Ansprechen einer jüngeren Zielgruppe über Social Media abspielen. Dabei handelt es sich längst nicht mehr um eine Neuheit. Sämtliche Branchen nutzen die Netzwerke, um ihre Produkte zu bewerben. Die Motorradbranche ist dabei keine Ausnahme. Dennoch werden die Möglichkeiten, die das Social Web für Marketingzwecke bietet, hier noch nicht gut genug ausgenutzt, stellt Matthias Schmidt, Vertriebsleiter KMU von Mobile.de, im Rahmen seines Vortrags auf der Bike und Business Fachtagung 2019 fest. Mehr als ein Drittel der jungen und digitalen Zielgruppe wünsche sich bereits heute eine reine Kaufabwicklung über das Internet. Was die Kunden sich wünschen, ist so aber in der Realität oft noch nicht gegeben, die Erwartungen übertreffen die Leistungen. Der Blick in die Zukunft verrät, dass ein Anstieg des Budgets für Social Media Werbung um 109 Prozent bis 2023 erwartet wird. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, sollten sich Motorradhändler also auf das Thema weiter einlassen, so Schmidt.

Bei Social Media handelt es sich um ein Marketinginstrument, das für den Händler einige Vorteile verspricht. Zum einen erleichtert es die zielgruppengerechte Ansprache. Gleichzeitig dienen die sozialen Netzwerke nicht nur zur Steigerung von Umsatz und Bekanntheitsgrad, sondern ermöglichen zum anderen einen engen Kundenkontakt. Für die Motorradbranche steckt hier viel Potenzial, denn besonders über Videos lässt sich die Leidenschaft der Kunden wecken. „Sie können hier mehr Nähe zum Kunden schaffen und eine persönliche Story entwickeln“, empfiehlt Schmidt.

Besonders für die Zielgruppe der unter 35-Jährigen stellen soziale Netzwerke einen ersten wichtigen Kontaktpunkt dar. Laut Schmidt entdecken 53 Prozent der Käufer in dieser Altersspanne ihr Auto oder Motorrad neben den Angeboten auf Online-Fahrzeugbörsen, wie mobile.de, in Apps der Facebook-Familie, zu der beispielsweise Instagram gehört. In derselben Altersgruppe seien es 42 Prozent, die auf eben diese Apps vertrauen, um sich eine Meinung von Modellen zu bilden. Der Einfluss von Social Media ist also enorm – und wird mit der Zeit immer weiter steigen. Denn immer mehr „Digital Natives“, für die diese Nutzung der Netzwerke ganz selbstverständlich ist, werden Teil der Zielgruppe.

Zu genau dieser Zielgruppe, die sich am besten auf Social Media ansprechen lässt, gehört auch Max. Der Impuls der Anzeige bewegt ihn dazu, sich direkt näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. So hat die Werbung eine gezielte Wirkung. Natürlich ist die Zielgruppe unter 35 nicht die einzige, die die Motorradbranche ansprechen will. „Ein 18-Jähriger ist heute in der Regel noch nicht in der Lage, sich eine Maschine für 10.000 Euro zu kaufen“, erläutert Schmidt. Aber er gehöre zu den potenziellen Kunden von morgen. Am Beispiel von Max sieht man: es funktioniert bereits. Auch laut Stephan Maderner, Chefredakteur der »bike und business«, lohnt es sich, auf Social Media zu setzen, um vor allem der jüngeren Generation Lust auf das Thema Motorrad zu machen.

Trotzdem gibt es immer noch ein Defizit auf Händlerseite. Gründe dafür gibt es verschiedene – die meisten Motorradhändler haben nur eine kleine Zahl an Mitarbeitern, oft gibt es keine Kapazitäten für einen eigenen Social Media Posten. Altersbedingt fehlt einigen außerdem die Affinität zum Thema. So ist nicht jeder Betrieb in der Lage, diese Art des Marketings umzusetzen.

An dieser Stelle setzt eine Idee von mobile.de an, wie Schmidt in seinem Vortrag darstellt. Über den Werbemanager können Kunden zielgruppengerechte Werbung direkt bei der Plattform in Auftrag geben. Im Rahmen eines vorher festgelegten Budgets und Zeitraums plant der Plattformanbieter für den jeweiligen Kunden strategische Kampagnen. Die Inhalte werden dabei aus den bereits bestehenden Anzeigen auf mobile.de generiert, und dann unter anderem auf Facebook und Instagram geschalten. So kann ein Händler ganz bewusst bestimmte Fahrzeuge bewerben, um deren Absatz zu fördern.

„Das klingt ja schon mal ganz gut“, meint Isabell Bolligs von Rabbit & Wolf zum Angebot von Mobile.de. Spezialisiert auf den Motorradbereich konzipiert ihre Firma Marketing-Gesamtkonzepte. Dabei darf auch Social Media nicht fehlen, auch wenn ihrer Meinung nach keine reine Konzentration darauf erfolgen darf. Auch unter den anderen Teilnehmenden der Bike und Business Fachtagung herrscht Einigkeit diesbezüglich. Händler wie Zubehörhersteller verfügen über eigene Accounts, insbesondere auf Facebook und Instagram, auch wenn sie in manchen Fällen erst im Aufbau stecken. Die Präsenz auf Social Media wird ernst genommen. „Es wäre ein Fehler, dabei nicht mitzumachen“, findet Gudrun Muthig von der Real Garant Versicherung AG. Denn wer die sozialen Netzwerke zu seinem Zweck nutzt, kann dort direkten Kontakt zur jungen Zielgruppe aufbauen, und diese für die Zukunft an sich binden. Das ebnet den Weg für mehr Kauferlebnisse wie das von Max. Dieser legt den Weg zur Arbeit mittlerweile mit seinem über Instagram entdeckten Motorrad zurück, und hat so das beiläufige Scrollen gegen ein echtes Fahrerlebnis getauscht.

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