Moped-Highspeed 45 km/h ist keine Lizenz zum Rasen

Der Industrie-Verband Motorrad (IVM) warnt davor, die durch den Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums zur 3. EU-Führerscheinrichtlinie angesteuerte Mobilitätsoffensive auszubremsen.

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Jugendliche von heute sind durchaus in der Lage, sicher mit Höchstgeschwindigkeiten von 45 km/h umzugehen.
Jugendliche von heute sind durchaus in der Lage, sicher mit Höchstgeschwindigkeiten von 45 km/h umzugehen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Einmal monatlich liefert die Ausgabe des „IVM Performance online“ Daten, Fakten und Analysen zum deutschen Motorrad-, Roller- und ATV/Quad-Markt. Wir zitieren im folgenden das Editorial der August-Ausgabe, wie immer verfasst von Hermann Bohrer (IVM-Präsident) und Reiner Brendicke (IVM-Hauptgeschäftsführer).

„Im aktuellen Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums zur 3. EU-Führerscheinrichtlinie ist vorgesehen, 15-Jährigen den 50 cm³ Führerschein AM mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit zu ermöglichen. Hintergrund ist die Kombination aus verbesserter Mobilität auch für die bisher auf 25 km/h limitierte Mofas angewiesenen Jugendlichen und auf der anderen Seite eine umfassende Fahrschulausbildung zum Führerschein AM in Theorie und Praxis.

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Im City-Verkehr „mitschwimmen“

Als Konsequenz wird von Seiten der Befürworter eine Situation erwartet, in der gut ausgebildete junge Menschen mit zumeist Rollern und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h im innerstädtischen Verkehrsgeschehen mitschwimmen können. So wird die Mobilität natürlich gerade auch in ländlichen Regionen verbessert und das schrittweise Heranführen an den Individualverkehr ermöglicht.

Gegner dieser Regelung sprechen von einer „Lizenz zum Rasen“ und zeigen Risiken für die jungen Menschen auf. Der Industrie-Verband Motorrad wünscht sich eine Diskussion mit Augenmaß, die nicht vergisst, dass mehr als 40 km/h auch von einem jungen Radfahrer erreicht werden, der weder über eine entsprechende Führerscheinausbildung verfügt, noch in vielen Fällen einen Helm trägt.

Man kann sich nun fragen, ob eine Höchstgeschwindigkeit unterhalb der Limits für den Stadtverkehr nach guter Ausbildung die Risiken für junge Menschen erhöhen oder vielleicht auch verringern, werden doch zahlreiche Überholvorgänge durch Pkw bei niedrigeren Höchstgeschwindigkeiten vermieden.

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