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MotoMaxx: US-Bikes in Bochumer Ex-Zeche

| Autor / Redakteur: Regina S. Hartwig / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Harley-Davidson-Vertragshändler MotoMaxx hat in Bochum-Wattenscheid den dritten Standort in NRW eröffnet – in einem alten Zechen-Komplex.

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Thorsten Spratte in seinem neuen Harley-Reich, inzwischen das dritte in NRW.
Thorsten Spratte in seinem neuen Harley-Reich, inzwischen das dritte in NRW.
(Foto: Regina S. Hartwig)

Der Harley-Davidson-Vertragshändler MotoMaxx hat in NRW seinen dritten Standort eröffnet. Mit einem Grand Opening wurde das neue Geschäft in Bochum-Wattenscheid der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben den beiden MotoMaxx Läden in Remscheid, dort unter der Geschäftsführung von Bernd Luthe, und Hagen gibt es nun auch in Bochum-Wattenscheid einen Standort des Harley-Davidson-Vertragshändlers.

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Am 10.10. um 10.10 Uhr wurden die Tore zu dem über 1.000 m² großen ehemaligen Zechenkomplex geöffnet. Zur großen Eröffnungsfeier im Stadtteil Wattenscheid strömten während des ganzen Tages tausende Besucher. Als der Zähler schon über 7.000 Klicks zeigte wurde das Zählen eingestellt. Zwischen 12 und 14 Uhr ging gar nichts mehr rund um den Centrumsplatz. Sogar die Polizei rückte an, da die zuständige Behörde, die die Veranstaltung genehmigte, leider den Ordnungshütern keinen Bescheid gegeben hatte. Als Geschäftsführer Thorsten Spratte die schriftliche Genehmigung zeigte, war aber alles wieder gut und die Polizei begnügte sich damit den Verkehr rund um die neue Location von MotoMaxx zu regeln.

Abends mit Livemusik

Bevor am Abend die „Lennerockers“ mit Rock'n Roll einheizten hatten die Gäste die Gelegenheit Probefahrten zu machen und die große Werkstatt zu besichtigen. Ein Anbieter von Motorradreisen informierte, der Auspuffspezialist Dr. Jekill & Mr. Hyde bot Soundvorführungen und die Firma Schrammwerk zeigte Airbrush-Kunst.

Kultige Location

Der Zechenkomplex wurde 1897 gebaut und diente bis 1968 als Arbeitsplatz für die legendären Bergleute. Danach zerfiel die Infrastruktur immer mehr und wurde als Schrottplatz genutzt. Als Geschäftsführer Thorsten Spratte das Gebäude besichtigte hatte er sofort eine Vision von der fertigen Location. „Ich stand vor dem Gebäude und mit viel Fantasie konnte ich mir das neue Geschäft vorstellen. Andere hätte es vielleicht abgeschreckt, doch ich spürte das Besondere, das von diesem Standort ausgeht“, erzählt Thorsten Spratte. Das Gebäude ist für eine lange Zeit gemietet. Der Vermieter investierte 600.000 Euro und auch MotoMaxx steckte weitere 600.000 Euro in die Sanierung. Viele der Arbeiten wurden vom Geschäftsführer und den Mitarbeitern selber gemacht. „Es ist eine Art Ideenschmiede, denn alle meine Angestellten konnten ihre eigenen Vorstellungen einbringen. Jede Idee wurde diskutiert und gemeinsam erarbeiteten wir das Konzept“, erklärt Thorsten. Auch das weibliche Personal schraubte, hämmerte und bohrte. Nur der Boden und der Wandanstrich wurde von Fachfirmen gemacht. Beim Boden war es besonders schwierig, da der Ursprungsbelag aus Kies und Schienen von Grubenloren bestand und auch noch tiefer lag als der Außenbereich. Der Boden musste mit 50 Zentimeter Betonbelag dick aufgefüllt werden. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

Bikes nicht nur für Bergleute

Während der Bauarbeiten tauchten immer öfter ehemalige Bergleute auf, die von ihrem damaligen Arbeitsplatz Zeche Zentrum kleinere Erinnerungsstücke zuhause hatten. Die Rentner geben ihre Schätze gerne an Thorsten weiter, denn mit ins Grab nehmen können sie sie nicht. Und sie sind froh ihre ehemalige Wirkungsstätte nun in guten Händen zu wissen. So kommen immer mehr Zechenutensilien in den neuen Harley Davidson Laden. Thorsten Spratte plant deshalb unter dem Motto „Neuzeit und alte Zeiten“ mit diesen geschenkten Erinnerungsstücken eine Art Zeitenmuseum im Gebäudekomplex zu errichten. Mit der RAG, die für die Zechen zuständig ist, wird momentan sogar die Überlassung einer Grubenlokomotive auf dem Gelände diskutiert. Das Zeitenmuseum würde auch Nicht-Motorradfahrer anlocken. Der eine oder andere könnte dann vielleicht noch mit dem Zweiradvirus infiziert werden.

Wegen eingeschränkter Kapazität expandiert Thorsten Spratte hatte praktisch keine andere Wahl als ein weiteres Geschäft in Bochum zu eröffnen. Erstens wollte er diesen freien Raum nicht einem Konkurrenten überlassen und zweitens war der Zulauf von Kunden in Hagen nicht mehr zur Zufriedenheit aller zu meistern. Die Harleyeigner vom HOG Ruhrpott-Chapter sind froh, auch im westlichen Ruhrgebiet wieder einen Harley-Händler zu haben. Vor einigen Jahren hatte der ehemalige Dealer Steel Factory sein Geschäft in Bochum geschlossen. Seitdem fuhren die mehr als hundert Mitglieder zu MotoMaxx nach Hagen. Auch dadurch war die Werkstatt dort völlig überlastet, lange Wartezeiten mussten eingeplant werden. Zudem verliert ein Chapter seinen Status, wenn in der Region mehr als zwei Jahre kein Vertragshändler mehr ansässig ist. Diese Gefahr bestand neben anderen Nachteilen auch. Am Standort Bochum-Wattenscheid können die zur Zeit sieben Mitarbeiter nun den Kundenstamm intensiver betreuen. Alle Angestellten sind mit dem System MotoMaxx bestens vertraut, da sie auch schon zum Teil viele Jahre in Hagen zum Personal gehörten. Und die Zahl der Mitarbeiter wird noch erhöht werden. „Die Möglichkeit auch noch in Bochum ein Geschäft zu führen ist nur durch meine kompetenten Mitarbeiter gegeben. Auf sie kann ich mich verlassen, sie schmeißen den Laden selbstständig, denn ich kann nicht überall gleichzeitig sein,“ lobt Thorsten seine Mitarbeiter.

Mechaniker gesucht

Momentan sind fünf Angestellte im Verkauf tätig und nur zwei in der Werkstatt. Da allein durch den Ruhrpott-Chapter schon einhundert Stammkunden technisch betreut werden, braucht das Werkstatt-Team dringend Verstärkung. MotoMaxx Bochum bietet versierten Zweirad-Mechanikern die Chance auf einen tollen Arbeitsplatz mit vielen arbeitgeberunterstützten Fortbildungen. Wer sich berufen fühlt und mit Herzblut an Harleys schrauben möchte, sollte seine aussagekräftige Bewerbung an bochum@motomaxx.de schicken.

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