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Motoradklinik SH: Ulrike Schroeder

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

„Motorradtechnik (be)greifen“ lautet das Motto der Kfz-Technikmeisterin und -trainerin Ulrike Schroeder. In Uetersen bei Hamburg betreibt die 42-Jährige eine freie Werkstatt namens „Motorradklinik SH“. Der Name ist Programm. Keine „verarztet“ Bikes wie sie.

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Operation am offenen Herzen: Ulrike Schroeder reizen die schwierigen Fälle. Sie liebt es, wenn die Fehlersuche am Motorrad zur Denksportaufgabe wird.
Operation am offenen Herzen: Ulrike Schroeder reizen die schwierigen Fälle. Sie liebt es, wenn die Fehlersuche am Motorrad zur Denksportaufgabe wird.
(Bild: Stephan Maderner/»bike und business«)

Wer in diese stahlblauen, wissenden Augen blickt und sie mit geschickten Händen am geöffneten Motor des Motorrads hantieren sieht, staunt nicht schlecht. Mit flinken Fingern und wachem Geist rückt sie den Problemen des Motorrads zu Leibe. Die Werkstatt modern ausgestattet, zwei Hebebühnen, jede Menge Diagnosegeräte, top aufgeräumte Werkzeuge, der Fußboden so sauber, dass man darauf essen könnte. Kein Wunder, hört doch der Laden auf den Namen Motorradklinik SH. Der Blick auf den Meisterbrief an der Wand beseitigt die letzten Zweifel und bestätigt per Siegel, dass Ulrike Schroeder was auf dem Kasten hat. Sie hat ihren Job von der Pike auf gelernt. Ausgestellt hat den Meisterbrief die Handwerkskammer Lübeck. Das war am 4. April 2017.

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Spielzeugauto statt Barbiepuppe – Schrauben ist ihr Ding

Technik war schon immer ein Steckenpferd von Ulrike Schroeder. Schon als Kind griff sie eher zum Spielzeugauto als zur Barbie. Spätestens als sie als Jugendliche im zarten Alter von 15 Jahren den alten Fiat 500 D im Hof der Eltern entdeckte, war es um Ulrike Schroeder geschehen: „Dieses wunderschöne, aber kaputte Automobil wollte ich wieder flott bringen und liebevoll restaurieren. Und von da an merkte ich: Schrauben ist mein Ding“, diktiert sie dem »bike und business«-Reporter in den Block. Schon immer war sie auch vom Hobby Motorradfahren fasziniert. Ihr erstes Motorrad war eine Kawasaki KMX 200, später folgte eine Yamaha XT 600. Gegenwärtig nennt sie sechs Motorräder ihr eigen. Einen Pkw besitzt sie nicht, die einzige Reminiszenz an das Vierrad ist ihr geschäftlicher Fiat-Transporter.

Rückblende: Nach 13 Jahren und einer Ehrenrunde in der zwölften Klasse hat das 1977 im Hamburger Süden geborene Einzelkind sein Abi­tur gemacht. Nachdem Ulrike Schroeder den angestrebten Ausbildungsplatz bei einem Tischler nicht bekommen hat und 50 Bewerbungen in anderen Firmen und auch Gewerken kein Gehör fanden, entschloss sie sich 1999 für eine Kfz-Mechanikerausbildung bei der BMW-Niederlassung Hamburg. Dort begann sie zunächst im Pkw-Bereich, wechselte im zweiten Lehrjahr zu den Krafträdern und damit auch den Schwerpukt der Ausbildung.

Nach Lehre und Berufsschulzeit in Hamburg führte sie ihr nächster Karriereschritt zu Auto und Zweirad Harm nach Bad Bramstedt. Der Fiat-Vertragshändler kümmerte sich auch um Zweiräder der Marken BMW, Yamaha, Suzuki und Piaggio. Dort merkte sie dann aber schnell: „Ständig am Motorrad stehen und routiniert Ölwechsel machen, Reifen wechseln und stupide Fehler auslesen, das war nicht mein Ding“, erinnert sie sich. Der Wechsel zu Bergmann & Söhne nach Pinneberg (BMW Motorrad und Suzuki Pkw) bedingte einen längeren Arbeitsweg.

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