Motorbauarten: Darf’s ein wenig mehr sein?

Vielzylinder-Motorräder gibt es mit fünf, sechs und acht Zylindern sowie mit Sternmotor

| Autor / Redakteur: Pistone / Martina Eicher

Motorradmotoren mit mehr als vier Zylindern sind selten, weil sie recht viel Platz brauchen.
Motorradmotoren mit mehr als vier Zylindern sind selten, weil sie recht viel Platz brauchen. (Bild: BMW AG)

Motorradmotoren sollen möglichst kompakt bauen, dürfen wegen der Schräglagenfreiheit nicht zu breit sein und sollten zu einer günstigen Gesamtschwerpunktlage des Motorrads beitragen. Alle diese Bedingungen erfüllt der Einzylindermotor problemlos. Dieser Beitrag ist Teil der Aus- und Weiterbildungsserie »bike und business« Profi und erschien erstmalig in der Ausgabe 05-06/2018.

Aber den Konstrukteuren der Motorradmotoren war schon frühzeitig bewusst, dass die Aufteilung des Motorhubraums auf mehrere Zylinder einige Vorteile mit sich bringt. So werden die bewegten Massen kleiner, was die mechanische Belastung des Triebwerks reduziert; außerdem erhöht sich die Laufruhe deutlich. Bei gleichem Hub-Bohrungs-Verhältnis vergrößert sich zudem mit zunehmender Zylinderzahl die Kolbenfläche, was wiederum bei gleichem Verbrennungsdruck die Leistung erhöht. Allerdings erzeugen die mehr zu bewegenden Bauteile zwangsläufig auch eine höhere Reibung, was wiederum die Verlustleistung ansteigen lässt – vom höheren Gewicht ganz zu schweigen. Der wesentliche Nachteil von Motoren mit mehr als vier Zylindern ist der hohe Bauaufwand mit den damit verbundenen Herstellungskosten. Daher findet man solche Motoren entweder bei hochpreisigen Motorrädern oder bei solchen, wo Geld scheinbar keine Rolle spielt, nämlich im Rennsport.

Bei einem Motorrad ist es im Vergleich zum Pkw natürlich wesentlich schwieriger, Motoren mit einer hohen Zylinderzahl im Fahrgestell unterzubringen. Problematisch ist neben der Baugröße auch die Anordnung der erforderlichen zusätzlichen Komponenten wie Kupplung und Getriebe oder Generator. Der Bauraum innerhalb des Motorradrahmens ist bekanntlich beschränkt und erfordert daher mitunter raffinierte und teilweise eigenwillige Lösungen. So gab und gibt es auch bei den Zweirädern Reihen-, Boxer- und V-Motoren mit mehr als vier Zylindern, letztere sogar mit acht Zylindern. Die eigenwilligste Konstruktion war wohl die Megola mit einem Fünf-Zylinder-Sternmotor im Vorderrad. Nachfolgend stellt der Beitrag – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einige Vielzylindermotoren vor.

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