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Motorbauarten: Schnelle Viererkette

| Autor / Redakteur: Pistone / Martina Eicher

Freunde großvolumiger Einzylinder wenden sich kopfschüttelnd ab: Motoren mit einem Hubraum von 500 cm3 oder 600 cm3 – aufgeteilt auf vier Zylinder – bedeuten in ihren Augen unnötige Kosten, Materialverschwendung und höhere Anfälligkeit. Doch diese Kritik lässt sich schnell relativieren. Dieser Beitrag ist Teil der Aus- und Weiterbildungsserie »bike und business« Profi und erschien erstmalig in der Ausgabe 03-04/2018.

Mit der CB 750 F läutete Honda die Erfolgsgeschichte des Reihenvierzylinders im Motorradbau ein.
Mit der CB 750 F läutete Honda die Erfolgsgeschichte des Reihenvierzylinders im Motorradbau ein.
(Bild: Honda)

So führen hubraumstarke Motorräder mit nur einem Zylinder eher ein Nischendasein, und Vierzylindermotoren sind bei großen Motorrädern weit verbreitet. Völlig anders sieht die Situation allerdings bei den hubraumschwachen Zweirädern aus. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Technischer Hintergrund

Von der mechanischen Seite betrachtet, bietet die Verteilung des Hubraums auf mehrere kleinere Zylindereinheiten einige Vorteile. Kleinere Kolben und Pleuel haben ein geringeres Gewicht. Zusammen mit den niedrigeren Kolbengeschwindigkeiten des kürzeren Hubs fallen zudem die mechanischen Belastungen des Triebwerks deutlich geringer aus, was die Lebensdauer erhöht. Außerdem haben Vierzylindermotoren schon aus geometrischen Gründen eine höhere Leistung. Bleibt nämlich das Hubverhältnis (Hub : Bohrung) gleich, vergrößert sich mit zunehmender Zylinderzahl die Kolbenfläche. Der Verbrennungsdruck kann also in der Summe auf eine größere Fläche wirken, was letztendlich eine höhere Kraft erzeugt. Allerdings muss dazu der Motor auch höher drehen, was ihm aufgrund der leichteren Bauteile nicht schwerfällt. Dem gegenüber stehen die etwas größere Verlustleistung durch mehr Reibung, der höhere Bauaufwand und damit die Herstellungskosten.