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Motorrad: Die Zukunft fährt amerikanisch-elektrisch

Der amerikanische Elektromotorradhersteller Brammo mit Europazentrale im bayerischen Burgkirchen elektrisiert die Biker auf dem alten Kontinent.

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Der US-E-Bike-Hersteller Brammo setzt die Biker unter Strom.
Der US-E-Bike-Hersteller Brammo setzt die Biker unter Strom.
( Brammo )

Ein weiterer Schritt zur umweltfreundlichen Mobilität ist vollbracht. Nachdem die Automobilindustrie mal mehr mal weniger erfolgreich elektrisch betriebene Serienfahrzeuge auf den Markt bringt, startet 2012 der amerikanische Elektromotorrad-Hersteller Brammo (Ashland, Oregon) erstmals mit einem alltagstauglichen und bezahlbaren Elektro-Motorrad. Damit will Brammo erstmals den schwierigen Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie gelingen. Für 6.800 Euro Verkaufspreis (inkl. Mehrwertsteuer) drängen die Amerikaner mit dem in Europa gefertigten City-Modell „Enertia“ auf den deutschen Markt. Zwar rufen die Amerikaner da weniger Geld auf für ein ausgewachsenes Elektromotorrad als mancher Wettbewerber - aber von „rentieren“ kann da immer noch keine Rede sein. Die Strombikes sind immer noch vor allem für die Zielgruppe der „Early Movers“ und solche Zeitgenossen, die an der Spitze des Fortschritts fahren und ein persönliches ökologisches Statement abgeben möchten.

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Die Eckdaten des kleinen alltagstauglichen Motorrades: 13 kW Leistung (18 PS), Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, maximale Reichweite 70 Kilometer, maximales Drehmoment 40 Nm. Der Lithium-Eisen Phosphat-Akku erreicht nach drei Stunden Ladezeit seine maximale Kapazität. „Aufgetankt“ wird an einer normalen Steckdose, das Ladegerät ist in dem Motorrad integriert. „Dabei kostet eine Tankfüllung etwa 0,60 Euro, günstiger ist motorisierte Mobilität derzeit kaum möglich, sagt Hans Eder, Europa-Manager von Brammo“. Verkaufsstart für die „Enertia“ war im November 2011.

Folgen wird das city &country Modell „Enertia Plus“, das bei doppelter Akku-Kapazität Reichweiten von bis zu 150 Kilometer erzielen kann (VK: 9.346 Euro). „Damit ist die Enertia das perfekte Motorrad für Berufspendler, die aus den Vorstädten schnell, umweltfreundlich und günstig in die Innenstädte fahren möchten. Eine echte Mobilitäts-Revolution“, ist sich Eder sicher.

Hong Kongs Polizei ist auf Brammo unterwegs

Vor allem in den Metropolen eröffnen die elektrisch betriebenen Brammos Perspektiven gegen den alltäglichen Verkehrskollaps. Einen ersten Coup hat Brammo jüngst landen können. Die Stadtverwaltung Hong Kong hat einen Kooperationsvertrag mit Brammo abgeschlossen. Nach und nach werden die bisherigen 200 Motorräder mit Verbrennungsmotor gegen die abgasfreie Brammo Enertias Plus ausgetauscht. Sie werden vor allem im Bereich der Polizei zum Einsatz kommen. Zu der Kooperation kam es nach einer ausgedehnten Probephase von 7 Monaten. „Das ist ein weitere Beweis der Alltagstauglichkeit“, so Eder weiter.

Die Europa-Zentrale von Brammo mit Sitz im bayerischen Burgkirchen baut derzeit einen europaweiten Vertrieb für alle Brammo-Modelle auf. „Der Fokus wird dabei in der Startphase auf Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen“, so Eder weiter. Geplant ist bis Ende 2012 eine qualitativ gute Händlerstruktur auf die Beine zu stellen. Ein weiterer Baustein in der Vertriebs-Philosophie sollen dabei die bereits jetzt europaweit existierenden Brammoparx darstellen, in denen auf Verleih-Brammo-Motorrädern emissionsloser Offroad-Sport betrieben wird. Dort können die Brammo-Motocrosser („Engage“ und „Encite“) im harten Park-Betrieb auf Herz und Nieren getestet werden. Sogar die Schutzkleidung wird angeboten und damit kann jeder diesen neuen Trendsport kennenlernen.

Brammo Empulse: Das Elektro-Racebike

Der Stand des technisch Machbaren ist das Brammo-Flaggschiff „Empulse“. Das Sportmotorrad besticht nicht nur durch Design sondern auch durch Leistungsparameter, die bislang undenkbar waren. Die Empulse 10.0 leistet mehr als 50 kW und wird bis zu 180 Stundenkilometer schnell. Geschaltet wird das wassergekühlte Motorrad mit einem Sechs-Gang Getriebe. Das maximale Drehmoment liegt bei 80 Nm. Der Lithium-Eisen-Akku leistet 10 kWh und bringt die Empulse auf eine Reichweite von bis zu 160 Kilometer. Tanken an der Steckdose soll nach ca. drei bis vier Stunden erledigt sein. Eine seriennahe Empulse gewann in diesem Jahr die umkämpfte TTXGP North American Championship für elektrisch betriebene Motorräder. Die Empulse wird voraussichtlich ab Herbst 2012 in Deutschland und Europa in den Showrooms stehen. Verkaufspreis: 14.445 Euro.

Neue Impulse für den Moto-Cross-Sport

Brammo möchte den Moto-Cross-Sport wieder dorthin bringen, wo er einst herkam: zu den Menschen. Kein Lärm, keine unmittelbaren Emissionen. Mit den Brammo Moto-Crossern „Engage“ und „Encite“ soll der Motocross-Sport wieder hoffähig werden. Binnen der letzten drei Jahre entstanden in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien und Skandinavien zahlreiche Moto-Cross-Outdoor-Parks, in denen umweltfreundlicher Moto-Cross-Sport betrieben werden kann. Gründer und „Kopf“ dieser in Lizenz betriebenen Parks ist Hans Eder. Durch die Übernahme seiner Parks durch Brammo eröffnen sich jetzt auch hier ganz neue Möglichkeiten. Die Umfirmierung der Parks in „Brammoparx“ ist derzeit im Gange. „Ein Freizeitspaß für Jung und Alt“, so Eder über die Philosophie der Brammoparx. Vom ambitionierten Motocrosser bis hin zum blutigen Einsteiger, von 4 bis 80 Jahren kann hier unter fachkundiger Anleitung und Schulung die Faszination Motocross gelebt werden – und das im Einklang mit der Natur.

In den Brammoparx stehen die Modelle „Engage“ und die etwas kleinere „Encite“ bereit. Die „Engage“ leistet mehr als 40 PS mit einem Drehmoment von 70 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 100 km/h. Geschaltet wird mit einem Sechs-Gang-Getriebe. Die Engage ist ab Mai 2012 in Deutschland erhältlich. Verkaufspreis: 8.495 Euro. Die Entwicklung und Produktion der Moto-Crosser aus dem Hause Brammo ist rein europäisch und findet ausschließlich in Norditalien und Burgkirchen statt.

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