Suchen

Motorrad Finkl: In the summer of '69

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Martina Eicher

Das Unternehmensportrait vom Gewinner des »bike und buisness«-Awards „Motorradhändler des Jahres 2014“: Motorrad Finkl, Königsbrunn

Das Team von Finkl´s Erlebnis Motorrad ist Feuer und Flamme – fürs Zweirad im Allgemeinen und das eigene Unternehmen im Besonderen.
Das Team von Finkl´s Erlebnis Motorrad ist Feuer und Flamme – fürs Zweirad im Allgemeinen und das eigene Unternehmen im Besonderen.
(Foto: Steffen Dominsky)

Die Zeiten, in denen es im Motorradhandel wild herging, sind lange vorbei. Dennoch: Wer fleißig an den richtigen Marketingschrauben dreht, der gelangt in jedem Sommer zum Erfolg. Bestes Beispiel: Finkl's Erlebnis Motorrad.

Der deutsche Durchschnittsbiker war noch nicht einmal geboren, da verklopfte Opa Finkl bereits seine erste heiße Ware. Mit Maico – liebe Bikerjugend: Das hat nichts mit Würstchen zu tun! – fing 1969 alles an. Doch bereits nach wenigen Jahren überrollte auch Siegfried Finkl die „gelbe Gefahr“; breitete sich der Flächenbrand mit zwei Rädern Made in Japan erst über die USA, dann über Europa aus. Die pragmatische Konsequenz auch im bayerischen Königsbrunn: Statt auf zweitaktende Hausmannskost schwäbischer Provenienz setzte Finkl fortan auf viertaktende Reiskocher und wurde Händler für Yamaha (1974) und Honda (1975).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Das Geschäft wuchs und wuchs und mit ihm auch die Anforderungen an die Lokalität: Was mit einer gepachteten Tankstelle begann – liebe Bikerjugend: Früher konnten und durften Pächter nicht nur mit dem Handel von Red Bull Geld verdienen! –, mündete 1974 mit dem ersten Händlervertrag in einer ersten „richtigen“ Halle. Fünf Jahre später folgte das Hauptgebäude, das heute den Showroom und die Verwaltung beherbergt. Über die Jahre hinweg hat sich Zweirad Finkl als feste Größe im Bikebereich im Umland von Augsburg etabliert. Nach dem Motto „besser zu früh als zu spät“ übergab Finkl Senior das Steuer bzw. den Lenker Ende der Neunziger an seinen Sohn Harald. Der verantwortet seitdem die Geschicke des 14-Mann-und-Frau-Betriebs.

Eine von Finkl Juniors ersten Amtshandlungen: Er installierte auf dem Gelände in separater Räumlichkeit „Fink’s Rollershop“. „Die Scooter gehen in einem klassischen Bikebetrieb regelmäßig unter, sind immer irgendwie das fünfte Rad am Wagen“, begründet er die Entscheidung. Dass diese durchaus weise war, zeigt ein simpler Blick in die Geschäftsbücher. Satte eine Million Euro mehr Umsatz machen die Finkls mit ihrer separaten Sparte. Das liegt vor allem daran, dass sie das Geschäft seit 2010 mit der Übernahme eines nur wenige hundert Meter entfernten Zweiradbetriebs erstens nochmals deutlich größer und zweites spürbar professioneller aufziehen.

„Einige Dinge haben wir uns aus dem Automobilbereich abgeschaut“, beschreibt Werkstattleiter Philip Jeier die zeitgemäße Ausrichtung und meint damit moderne Annehmlichkeiten für Kunden wie eine Direktannahme oder die Tatsache, dass jedes Fahrzeug ab Inspektion aufwärts stets gewaschen übergeben wird. Auch das Vorhalten von kostenlosen Werkstatt-Leihfahrzeugen zeugt von der vorbildlichen Anwendung zeitgemäßer Serviceinstrumente.

(ID:43324154)