Motorradhändlers Roadmap zum Erfolg (Teil 4): Drei auf einen Streich

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 45/I), Folge 732: So eine Juryrundreise bildet ungemein. Am Vorabend des vierten Tages unserer Rundreise durften wir nämlich die Gastfreundschaft der niederbayrischen Metropole Landshut...

...spüren. Nachdem alle im Hotel Michel direkt an der rauschenden Isar eingecheckt waren, promenierten wir in die wunderschöne historische Altstadt und ließen uns von Googlemaps den Weg zum Wirtshaus zum Hofreiter weisen (nein, der gehört nicht dem Anton, dem Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion!). Dort hatte nämlich die Familie Kiermaier vom gleichnamigen Motorradhaus zum Abendessen geladen.

Der Grund: Juniorchef Markus trat ausgerechnet am Tag des Jurybesuches seinen von langer Hand geplanten Jahresurlaub mit Freunden in Florida an. Gute Idee! Denn so konnte sich die Jury trotz seines Fehlens bei Kässpatzn und Schweinsbraten mit Knödeln und Kraut und ein paar Humpen gepflegter Biere ein komplettes Bild von der durch und durch motorradverrückten Familie machen.

Motorradhandel mit Herz und Verstand

Franz Kiermaier hatte den Betrieb 1992 gegründet. Die ursprüngliche Werkstatt, in der Franz an Mopeds der Marken Sachs, Hercules und MZ schraubte, wandelte sich spätestens seit der Übernahme der Vertragspartnerschaft von Kawasaki zum erwachsenen Motorradhandel. Als Standort diente ein ehemaliger Bauernhof, aus dem seine Frau Marianne stammt. Später kamen Kymco und Peugeot im Rollerbereich und im Jahr 2010 die zweite Volumenmarke KTM hinzu. Nach der bestandenen Meisterprüfung des Sohnes Markus wurde zum 1. Januar 2018 aus Motorrad Kiermaier die Motorrad Kiermaier GbR, an der Markus und Franz Kiermaier beteiligt sind. Das Unternehmen steht wirtschaftlich gesund da. Die Eigenkapitalquote ist hoch, die Umsätze haben sich seit 2012 bis heute mehr als verdoppelt. Vor allem der Showroom platzt inzwischen fast aus allen Nähten und deshalb steht im nächsten Jahr eine großzügige Erweiterung des Ladens an, auch wenn das Vorhaben wegen überbordender Bürokratie und eines blühenden Amtsschimmels derzeit etwas klemmt. Ein toller Familienbetrieb mit einem hochmotivierten und gut gelaunten, kundenorientierten Team. Bevor es auf die nächste Etappe ging spendierten uns die Kiermaiers im Hof des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens köstliche Gulaschsuppe und alkoholfreies Weizenbier. Das ganze Team durfte mit am Tisch sitzen und zufällig hereinplatzende Stammkunden ebenso: Gastfreundschaft à la Familie Kiermaier!

Iwan in der Holledau

Weiter ging unsere Fahrt dann nördlich an München vorbei über Moosburg und Freising in die Holledau, nach Pfaffenhofen an der Ilm. Zum Spezialisten der russischen Gespanne der Marke Ural: Iwan-Bikes. Chef Bernhard Peintner und sein Team brennen für den Gespannbau und viele Nischenmarken und Exoten: Neben Ural sind dies aktuell Royal Enfield, Moto Guzzi und Indian. Seit 2018 ist Iwan-Bikes offizieller Importeur von Watsonian Sidecars in Deutschland. Unter der Bezeichnung E-Wahn gibt's auch Elektromotorräder der US-Marke Zero im coolen Laden. Sensationelle und wirklich spektakuläre handmade Gespannumbauten sind dort zu bewundern. Iwan-Bikes waren europaweit die ersten, die eine Victory oder eine Indian Scout und Indian Roadmaster zum Gespann umgebaut haben. Highlight des Unternehmens: Der Gespannbau, der klar strukturiert und aufgestellt ist mit eigenen Anschlüssen und dem eigenen exklusiven Beiwagen namens „HotRod“. „Unsere einzigartige Kombination von Gespannexpertise und Vertragshändler eröffnen sich eine gesamtheitliche Ansprache mit unseren Kunden“, sagt Inhaber Bernhard Peintner. „Wir können am Fahrzeug alles machen.“

Die Augsburger Harley-(Puppen)-Kiste

Drei auf einen Streich lautete die Devise an diesem 17. Oktober des Jahres 2019 im Rahmen unserer Juryrundreise. Ging auch ganz gut, weil die Tagesetappen recht überschaubar waren. Und so ging die Anfahrt von der Holledau rüber nach Augsburg in weniger als ein paar kernigen Gasstößen und einigen verträumten Wimpernschlägen durch grandiose bayrische Landschaften über die Bühne. Last but not least warteten dort direkt an der B17 auf uns: Susanne und Michael Scholz von SMS Westpoint, Harley-Davidson Augsburg. Nach eigenen Angaben einer der führenden Harley-Dealer Deutschlands, ja nach eigenem Bekunden dem fünftgrößten Europas. Ein Unternehmen, das neben der reinen Businessdimension Maßstäbe in vielen Bereichen setzt.

SMS Westpoint ist der erste Händler, der unseren Award bereits zweimal gewonnen hat (2013 und 2016). Ein echter Wachstumschampion, der in in einer eigenen Liga zu spielen scheint, auch wenn die US-Marke zuletzt etwas die Puste fehlt. In Sachen operativer Prozesse, Innovation, Marketing, Kundenbindung, Social Media, Events & Co. macht den Augsburgern niemand etwas vor, die machen das schon alles ziemlich perfekt. Mit dem 2019 abgeschlossenen großzügigen Anbau wurde nicht nur viel Fläche für eine moderne Werkstatt geschaffen sondern auch adäquater Raum für eine großzügige Gebrauchtbike-Ausstellung. Ganz nebenbei hat das Unternehmerehepaar im Rest des Gebäudes solvente Mieter untergebracht; die regelmäßig sprudelnden Mieteinnahmen lassen das Herz eines jeden Unternehmers vor Freude höher schlagen.

Wie es die Jury in den Vorjahren schon gewöhnt war, war auch die Bewerbung wieder mal bestens dokumentiert und der Jurybesuch bis ins letzte Detail durchdacht und komponiert; schriftlich wie auch in Sachen Bewegtbild. Ein besonderer Augenschmaus ist ohne Zweifel das Imagevideo der Augsburger im Hollywood-Blockbuster-Style. Die „Behind-the-scenes“ des Movies machen in den sozialen Netzwerken schon fleißig die Runde. Der Streifen feiert Premiere auf der Händlergala am 20. November in Würzburg. Den muss man gesehen haben!

Hinweis in eigener Sache

Der Countdown für die Fachtagung »bike und business« am 20. November in Würzburg läuft: Noch 15 Tage bis zum Tag X. Zum Tag der neuen Ideen und Konzepte für ein einträglicheres Geschäft in Motorradhandel und -werkstatt. Seien Sie mit dabei. Hier geht's zur Anmeldung. Code nicht vergessen: „bike 2019“ und es öffnen sich die Tore zu neuen Branchenwelten mit Zukunftsperspektiven.

10 Jahre Fachtagung: Ideen-Feuerwerk zum Jubiläum

10 Jahre Fachtagung: Ideen-Feuerwerk zum Jubiläum

28.10.19 - Die Fachtagung »bike und business« ist 2010 erstmals angetreten, um Motorradhändlern, Werkstätten und der Zweiradindustrie eine neue moderne Plattform für die Wissensvermittlung zu bieten. Längst hat sich das Netzwerk-Event einen festen Platz im Branchenkalender erobert. 2019 ist es der 20. November. lesen

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