Motorradhandel 5.0?

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 49/2014/I). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 5. Dezember 2014 – Web 2.0 oder doch schon Web 3.0 oder Web 4.0? Verschmilzt die Realität mit der virtuellen Welt? Wird gerade das Outernet erschaffen? Die zunehmende Zahl an Smartphones beschleunigt die Entwicklung weg von den heimischen Computern hin in die reale Welt. Oder auch Industrie 4.0? Die neue Effizienz in den Fabriken dank virtueller Realität! Oder so ähnlich. Nichts Genaues weiß man nicht. Bestimmt sind Ihnen Schlagwörter wie diese oder andere auch schon über den Weg gelaufen. Im Grunde genommen können wir es gar nicht vermeiden, mit diesen Marketing-Formeln in Berührung zu kommen. Es hört sich auf Tagungen und Konferenzen einfach schick und zukunftsmäßig an, wenn Referenten mit solchen trendy Begriffen um sich schmeißen. Wann kommt also Motorradhandel 5.0? Und was könnte damit gemeint sein? Die Verwirrung ist groß. Allein für den derzeit wohl populärsten Begriff - Industrie 4.0 - gibt es laut Wolfgang Dorst, Bereichsleiter Industrie 4.0 (!) beim Branchenverband Bitkom, 134 Definitionsvarianten. Einhundertvierunddreißig. Ich fasse es nicht.

Auch auf dem 2. Mobile Media Day am vergangenen Mittwoch im Würzburger Vogel Convention Center, just dort, wo wir eine Woche zuvor die besten Händlerbetriebe der Republik kürten, ging es um Apps, Future, Trends. Medien 4.0 gewissermaßen. Ich gönnte mir mal den Luxus, an einem solchen Event für die digitale Elite teilzunehmen und tauchte ein in die schöne neue Welt von übermorgen - oder zumindest e i n e mögliche Welt von übermorgen. So viel ist gewiss: Die Zukunft ist mobil(e), Sogenannte Wearables wie (Uhren, Brillen, Bänder oder Hightech-Textilien) ermöglichen völlig neue Formen der Werbung und des Marketings. iWatch und Google Glasses lassen grüßen! Der Einsatz von Beacons (in Shopping-Centern installierte Kundenbewegungsmelder sozusagen) schreitet voran. Die Frage lautet hier nur: Beacons für Motorradhändler? Für große Betriebe wie Limbächer oder ZRM Zworad vielleicht, aber sonst? Alles in allem stehen wir alle, gleich ob wir Medienschaffende oder Sie als Motorradhändler, vor gewaltigen Herausforderungen. Wichtig dabei ist, nicht den Sinn vor den ökonomischen Realitäten zu verschließen und das physische Geschäft in der analogen Welt nicht aus dem Auge zu verlieren. Gewartet und geschraubt sowie verkauft wird immer noch im Showroom und der Werkstatt und nicht in der digitalen Start-up-City. Deswegen danke an den grandiosen Hinweis unseres Newsletter-Lesers Bernhard Winzer vom Winzer Moto Shop. Er antwortete mir auf mein Editorial vom Dienstag, wo ich den fulminaten Online-Traffic der »bike und business« im November 2014 lobte, folgendes: „Hallo Stephan. Ein schöner Erfolg. Aber mir persönlich wäre es wichtiger, Motorrad zu fahren, als im Netz rumzudaddeln. Motorradsportliche Grüße!“ Recht hat Bernhard. Ihr sollt ja bei mir im Netz nicht rumdaddeln oder aus Langeweile surfen, sondern Euch die wichtigsten Anregungen und Informationen der Branche holen. Schnell, prägnant und effizient. Das ist Wissenstransfer 4.0 (lol). Ausführlichere Hintergründe liest man dann in unserem Magazin oder live und in Farbe auf der Fachtagung »bike und business«, auf die wir dieses Jahr wirklich ein tolles Feedback von Ausstellern und Besucher bekommen haben. Es lässt mich heute Abend beruhigt und selig ins Wochenende gehen!

(ID:43114604)