Motorradhaus Stute Hengst: Kölns Phantasialand für Motorradfahrer

Handel im Wandel

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

Stute Hengst in Köln ist „Motorradhändler des Jahres“ 2017.
Stute Hengst in Köln ist „Motorradhändler des Jahres“ 2017. (Bild: Stephan Maderner)

Stute Hengst trägt das gewisse Siegergen in sich. Seit 1925 betreibt die Motorradhändlerfamilie auf Kölns rechtsrheinischer „schäl sick“ erfolgreich ihr Geschäft und wird 2017 »bike und business«-„Motorradhändler des Jahres“.

Einen Weltkrieg, Wiederaufbau nach Bombardierung, Wirtschaftswunder, die Ölkrise, das Platzen der Internetblase, die Finanz- und Wirtschaftskrise – dies alles hat die Kölner Motorradhandelsfamilie Stute erlebt und den Wandel der Zeiten bis heute erfolgreich gemeistert. Die über 90-jährige Firmengeschichte brachte viele Höhen und Tiefen mit sich, doch der Betrieb hielt sich auch bei starkem Gegenwind immer auf Kurs.

Gegründet wurde die Firma 1925 als Fahrrad- und Motorradreparaturbetrieb. Die erste Motorradmarke war NSU. MIT NSU ging es auch nach dem Krieg weiter. Dann kam Kreidler hinzu und vor allem in zweiter Generation mit Willi Stute die erst exotische, dann charismatische Marke Honda. Heute finden die Kunden bei der Familie Stute in der Kalk-Mülheimer Straße neben Honda die Marken BMW, Suzuki und KTM – ein echtes Phantasialand für Motorradfahrer im Großraum Köln.

Gegenwärtig ist die dritte Generation am Firmenruder, nämlich die beiden Brüder Frank und Rolf Stute. Frank, gelernter Zweiradmechaniker, ist der Herr der Werkstatt, Rolf , Groß- und Außenhandelskaufmann, der Meister des Verkaufs. Seit 1996 sind die beiden Geschäftsführer.

Wie der Hengst zu Stute kam

Wie wurde aus Stute „Stute Hengst“? Aufgrund der seinerzeit noch bestehenden Exklusivität bestand der langjährige Vertragspartner Honda Mitte der Nuller Jahre darauf, dass der BMW-Vertrag mit einer anderen Gesellschaft als der Motorradhaus Stute GmbH abgeschlossen werden müsse – und auch mit anderen Gesellschaftern. In dem langjährigen Freund der Familie und Mitinvestor des im Jahr 2000 neu eröffneten Gebäudes Wolf-Georg Rohde (Diplom-Kaufmann und Steuerberater) fand man einen externen Gesellschafter. Er kümmert sich um das Rechnungswesen, Steuern, Finanzierung, Recht und die Immobliien. Er brachte zudem seinen Freund Christian Theilmann (Diplom-Betriebswirt und Finanzunternehmer) als weiteren Mitinvestor in die Firma. Dieser kümmert sich um IT, Arbeitsabläufe, Social Media und Marketing. Bei einem Glas Rotwein wurde die zunächst seltsam klingende Idee geboren, das BMW-Geschäft Motorradhaus Hengst GmbH zu taufen. „Der Hengst musste her, damit Stute noch mehr Leben in die Bude kriegt“, erinnert sich Rohde. Manche Kunden fragten anfangs irritiert, wer denn der Herr Hengst sei. Bis es dann Klick machte und das Wortspiel deutlich wurde. Folglich gab es als Firmenlogo zwei stilisierte Pferdeköpfe in rot und blau. Stute und Hengst passen zusammen, sind eine Symbiose, so lautete die verschmitzte Botschaft der Inhaber. Schließlich setzte sich bei den Mitarbeitern und den Kunden die endgültige Firmenbezeichnung Motorradhaus Stute Hengst durch.

Garant für den Erfolg des Mehrmarkendealers ist ein kongenial sich ergänzendes Führungsquartett, das im Verkauf, in der Werkstatt, im Controlling und in der IT/Warenwirtschaft exzellent besetzt ist.

Die vier Marken können sich gut entfalten, weil der Laden über einen großzügig geschnittenen Showroom auf über 1.000 Quadratmetern verfügt. Der Laden ist ein echtes Schmuckstück. Allein für die CI-Richtlinien der Hersteller investierte der Kölner Händler rund 200.000 Euro. Das Motorradhaus Stute Hengst vereint Tradition, Qualität und Zukunft unter einem Dach. In der Werkstatt fehlt es an nichts, weder an Raum noch an guten, die betriebliche Abläufe verbessernden Ideen. So hat jedes Motorrad seine eigene Nummer und ist im weitläufigen Gebäude dennoch präzise und schnell zu finden.

Personalsorgen gibt es in Köln nicht. Hier macht es Menschen mit Zweiradblut Spaß zu arbeiten. Das zeigen die vielen Initiativbewerbungen. Es gibt Coachings und Bonussysteme für die Mitarbeiter, gemeinsame Ausfahrten, Ausflüge nach Holland oder auch schon mal eine Weihnachtsfeier im Freizeitpark Phantasialand im nahen Brühl.

Die Betriebs- und Warenwirtschaft ist auf dem modernsten Stand. Es gibt eine nachhaltige Jahresplanung, zudem werden die Zahlen nicht nur monatlich, sondern täglich geprüft. Seit vielen Jahren wächst man gegen den Markttrend. Verkauft wird nicht via Rabattkrieg über das Internet, sondern möglichst nachlassneutral rund um Köln. Mit den vier Marken hat Stute Hengst 2017 erstmals die magische Grenze von 40 Prozent des Marktanteils bei den Zulassungen in der Domstadt übersprungen. „Das Gebrauchtgeschäft ist noch ausbaufähig, wir müssten mehr ankaufen“, gibt Rohde zu. Doch ist die Truppe dafür bekannt, ständig an Verbesserungen zu arbeiten.

Die Werkstatt arbeitet profitabel und wickelt derzeit jährlich rund 6.800 Durchgänge ab. Die Direktannahme beim Kundendienst ist inzwischen genauso selbstverständlich wie die vollständige Arbeitserfassung per Warenwirtschaft und Kommissionierung der Arbeitsaufträge.

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