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Motorradhaus Zehren: Das Motorradhaus mit der tollen Aussicht

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Martina Eicher

Das Motorradhaus Zehren landete unter den Top Ten beim »bike und business«-Award „Motorradhändler des Jahres 2014“.

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Mit seinem kleinen Team kommt Jonny Vesely (Mitte) bestens zurecht. Wachstum um jeden Preis ist nicht seine Sache.
Mit seinem kleinen Team kommt Jonny Vesely (Mitte) bestens zurecht. Wachstum um jeden Preis ist nicht seine Sache.
(Foto: Jan Rosenow)

Der Showroom im Motorradhaus Zehren zeigt das neue Honda-Architekturkonzept in Perfektion und absoluter Sauberkeit: Graue Fliesen sind millimetergenau verlegt, kein Stäubchen verunziert die glänzenden roten Bike-Unterleger, und auch der „rot-weiße Elefant“, der vom Hersteller vorgeschriebene Verkäuferschreibtisch, steht ebenso eindrucksvoll wie unbenutzt in der richtigen Ecke. Noch schöner ist aber die Sicht nach draußen: Durch die raumhohe Glasfront sieht man auf den gegenüberliegenden grünen Hang des Elbtals, der von einem romantischen Kirchlein gekrönt wird – ein ländliches Idyll.

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Dass es nicht zu ruhig wird, dafür sorgt die Bundesstraße 6, die unmittelbar vor dem Gebäude verläuft und dem Team um Inhaber Jonny Vesely Kunden zuführt. Der Sachse stammt aus einer echten Unternehmerfamilie, die seit vielen Jahren im Reifen- und Autohandel aktiv ist. Er machte sich gleich nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann, die er in einem VW-Autohaus absolvierte, selbstständig und gründete 1999 sein Motorradhaus – zuerst als Freie Werkstatt. Von 2000 bis 2004 war er KTM-Vertragshändler und wechselte 2005 zu Honda – exklusiv. „Das soll auch so bleiben“, betont Vesely. „Ich gehe mit Honda durch dick und dünn.“

In den letzten Jahren konnte er den Umsatz deutlich steigern. Der Ertrag wuchs aber leider nicht proportional mit, da die Margen an den Neufahrzeugen immer kleiner werden. Die erfolgreichsten Modelle in der Honda-Modellpalette sind eben preisgünstige Einsteigermaschinen, die sich zwar gut verkaufen, aber wenig Geld in die Kasse spülen. „Uns fehlt ein Volumenmodell im höheren Preissegment“, klagt Vesely – ein Satz, den wohl die meisten Honda-Partner unterschreiben würden.

Den nötigen Gewinn erwirtschaftet der Unternehmer mit Gebrauchten und im Service. Da er mittlerweile der letzte Motorradhändler in seinem Marktgebiet ist, kommen auch viele Fahrer von Fremdmarken in sein Geschäft. Technisch ist er mit einem Econ-Multimarkentester darauf eingestellt. Nur räumlich hält die Werkstatt nicht mit dem gewachsenen Kundenstamm mit, deshalb will der Chef sie in diesem Winter in eine andere Halle auf dem Grundstück verlegen und deutlich erweitern. Geplant ist eine moderne, helle Werkstatt mit drei Hebebühnen, die später noch um eine separate Direktannahme ergänzt werden soll. Platz gibt es genug auf dem ehemaligen Industrieareal. Deshalb wirft Vesely auch nichts weg – beispielsweise Ersatzteile für DDR-Oldtimer oder manch ältere Inzahlungnahme –, denn irgendwann kann man so etwas ja einmal brauchen. Die Preise für und das Interesse an alten Motorrädern steigen bekanntlich.

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