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Motorradkupplungen: Verkupplungsmethoden Instandsetzung und Sonderbauarten - Teil 2

| Autor/ Redakteur: Pistone / Martina Eicher

Die einwandfreie Funktion einer Kupplung lässt sich nur im Betrieb überprüfen. Dazu sollte der Motor warm sein, weil zähflüssiges, kaltes Motoröl einen falschen Eindruck vermitteln kann. Dieser Beitrag ist Teil der Aus- und Weiterbildungsserie »bike und business« Profi und erschien erstmalig in der Ausgabe 04/2014.

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Motorradkupplungen müssen immer sehr kompakt gebaut sein.
Motorradkupplungen müssen immer sehr kompakt gebaut sein.
(Bild: Kolb)

Zuerst bewertet man die Geräuschentwicklung bei laufendem Motor mit eingerückter und gezogener Kupplung. Poltergeräusche im Leerlauf können durch einen taumelnden Kupplungskorb (ausgeschlagene Lagerung bzw. Führung) oder durch fehlerhafte Ruckdämpfer im Kupplungskorb verursacht werden. Der Ungleichförmigkeitsgrad der Kurbelwellendrehung tritt bei niedrigen Drehzahlen stärker in Erscheinung und lässt durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen den Kupplungskorb permanent zwischen den beiden Anlagepunkten im Ruckdämpfer wechseln. Oftmals verschwindet dieses Phänomen beim Erhöhen der Leerlaufdrehzahl. Eine penible Vergasersynchronisation stabilisiert den Motorlauf und verringert damit (vorübergehend) die Geräusche. Sind mahlende Geräusche zu vernehmen, die sich mit Ziehen und Loslassen des Kupplungshebels ändern, könnte das Ausrücklager die Ursache sein.

Funktionsüberprüfung im Stand

Nun zur Funktion: Wie gut trennt die Kupplung? Ein aussagekräftiges Indiz dafür ist, wie sich der erste Gang einlegen lässt. Einen hohen Widerstand beim erstmaligen Einlegen des ersten Gangs mit deutlicher „akustischer Ganganzeige“ kann bei einer Mehrscheiben-Nasskupplung ein klebendes Scheibenpaket verursachen. Dieses lässt sich oft durch einige Gasstöße bei gezogenem Kupplungshebel trennen. Neigt allerdings das Motorrad bei eingelegtem Gang zum „Kriechen“, trennt die Kupplung nicht sauber. Dann ist auch eine große Fußkraft erforderlich, um bei stehendem Fahrzeug aus dem ersten Gang heraus den Leerlauf einzulegen. Zu viel Kupplungsspiel bei einer Seilzugbetätigung oder Lufteinschlüsse im Hydrauliksystem sind mögliche Ursachen, die sich einfach beseitigen lassen. Weitere Ursachen können Druckstellen in Kupplungsnabe und Kupplungskorb sein, die im Laufe der Zeit durch das Abstützen der Kupplungsscheiben entstehen und die Bewegungsfähigkeit dieser Bauteile beim Kuppeln verhindern. Dauerhafte Abhilfe schafft dann nur der Austausch der Komponenten.