Motorradlobby reloaded

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 44/2017/II), Folge 549: Es ist mal wieder an der Zeit zu überprüfen, was unsere Interessenverbände und die hohe Politik...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...derzeit für die Zweiradbranche Gutes zu tun gedenken. Nun, beginnen wir zunächst mit dem Industrie-Verband Motorrad (IVM). Er hob jüngst seine Stimme beim Europagipfel der Motorradverbände. Eingeladen hatte der europäische (Dach)-Verband Acem. Und zwar nach München zu BMW. Die europäischen Motorradverbände sprachen dort darüber, wie sie ihre weitere internationale Zusammenarbeit zum Wohl der Branche und der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer in Zukunft koordinieren wollen.

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Zwölf Nationen berichteten über die aktuelle Situation in ihren Ländern. Fazit laut IVM: „ Es wurden neue Wege gesucht und gefunden, in Zukunft noch intensiver Informationen auszutauschen und gemeinsame Visionen umzusetzen.“ Welche das sind, war aus der Mitteilung des Essener Verbands leider nicht herauszulesen. Nur soviel: „Die europäische Motorradindustrie kann dabei durchaus in ihrer Geschlossenheit ein Vorbild sein für das ,vereinte' Europa, das im Moment an verschiedenen Stellen aktiv sein muss, um auch weiterhin gemeinsam und konstruktiv an der Zukunft der Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten.“

Für den IVM präsentierten der Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke sowie der Ressortleiter Technik Christoph Gatzweiler vorbildhafte Aktionen. Hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die unter der Headline „Motorrad: Aber sicher!“ eine exzellente Verbreitung nicht nur im Netz und auf Facebook mit sicherheitsorientierten Botschaften gefunden habe.

Neues zum Führerschein AM mit 15

Etwas still geworden war es in der letzten Zeit um das Pilotprojekt Führerschein AM mit 15 in den neuen Bundesländern. Gut so, dass ein Schreiben des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr, das »bike und business« vorliegt, das Thema wieder auf die Agenda setzt. Regierungsamtmann Karsten Knoblauch fragte beim sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) an, ob denn dieser Modellversuch (der von vielen Branchenexperten bereits jetzt als geglückt bezeichnet wird) über den 30 April 2018 hinaus weitergeführt werde. Die Antwort aus Dresden: „Sachsen setzt sich mit den anderen Ländern des Modellversuchs (Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern) ein, dass der Versuch zumindest verlängert, vorzugsweise die Regelung bundesweit ausgedehnt wird. Zu entscheiden hat dies aber letztlich der Bund. Der Bund hat die Verlängerung des Versuchs bisher abgelehnt. Wie es aussieht, wird die Entscheidung über eine bundesweite Ausdehnung frühestens zum Jahresende getroffen werden. Derzeit ist die Rechtslage leider so, dass der Modellversuch, sofern keine andere Regelung getroffen wird, Ende April 2018 ausläuft. Es empfiehlt sich daher, die Fahrschüler darauf hinzuweisen, dass der Erwerb der Fahrerlaubnis bis zum Stichtag erfolgt sein muss, um noch von der Absenkung des Mindestalters profitieren zu können.“

Jamaika contra Lappen

Oje ojemine! Der Bund soll's richten. Dabei ziehen sich gerade in Berlin die Verhandlungen über die geplante Jamaika-Koalition hin. Klimaschutz und Migration dominieren die Agenda. Wer hat da noch Zeit, sich wissenschaftlich fundiert und politisch ambitioniert mit so einem Pipifax-Thema wie dem Führerschein mit 15 auseinanderzusetzen? Vielleicht spricht Hermann-Otto Solms (FDP), der bekannteste Bundestagspolitiker mit aktivem Motorradfahrerleben, mal Klartext – oder übernimmt am besten gleich das Bundesverkehrsministerium. Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Der BIV ruft zur Mitgliederversammlung

Derweil rüstet sich das deutsche Zweiradhandwerk für die Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbandes (BIV) am 18. November. Treffpunkt ist die neue Geschäftsstelle in Hilden. Am Abend zuvor wird in der Classic Remise Düsseldorf kräftig zwischen alten Oldtimerschätzchen genetzwerkt. Zudem haben Geschäftsführer Marcus Büttner und Bundesinnungsmeister Frank Döring ein interessantes Programm zusammengestellt. Zwei interessante Referate bereichern den öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung. Themen sind: „Der Motorradbetrieb als Prüfstützpunkt – bin ich morgen noch dabei?“ und „Neue Qualifizierungsmaßnahme für den Handel: der Zweiradverkäufer“.

Würzburg, die Wissenshochburg

Alle Kräfte der Branche bündelt – wie Sie wissen – auch die Fachtagung »bike und business« – in Würzburg; Lobbyarbeit im besten Sinne. Wie, Sie haben sich noch nicht angemeldet? Gründe, warum Sie das unbedingt tun sollten, finden Sie in der Programmübersicht: 13 Fachvorträge und vier Workshops warten auf Sie. Einfach anmelden. Aktionscode „bike2017“ eingeben und sich für die Zukunfts- und Ideenwerkstatt am 23. November im Vogel Convention Center einloggen. Unser kostenloser Service für Ihren Fortschritt von morgen. Der Countdown läuft: noch 20 Tage. Wir sehen uns in Würzburg.

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