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Motorradtour 2014: Mit dem Roller auf Schotter

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Wie Gruppe 1 die Berggeister im Erzgebirge und Tschechien bändigte, lesen Sie hier

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Mangels Navi musste in Gruppe 1 ein Zettel als Orientierungshilfe herhalten.
Mangels Navi musste in Gruppe 1 ein Zettel als Orientierungshilfe herhalten.
(Foto: Rosenow)

BMW S 1000 R, Ducati Multistrada und Hypermotard, Kawasaki ZX-10R und Yamaha MT-09, Husqvarna Nuda und Yamaha XTZ 1200, Suzuki V-Strom und KTM 1200 Adventure: Kein einziges Motorrad in der unter „sportiv/race“ geführten Gruppe 1 der Motorradtour 2014 hatte weniger als 100 PS zu bieten. Es war also topmodernes und leistungsfähiges Maschinenmaterial am Start, das von seinen ebenso erfahrenen wie motivierten Besitzern und Besitzerinnen souverän gehandhabt wurde.

Das mit Abstand schwächste Fahrzeug pilotierte ausgerechnet der Tourguide. Und nicht nur, dass es mit gerade einmal 34,2 Kilowatt (ja ja, die Nachkommastelle ist hier noch wichtig) gerade einen Bruchteil der Leistung zur Verfügung stellte, über die die anderen Fahrer gebieten konnten – es handelte sich dabei auch noch um einen Motorroller: einen Yamaha T-Max 530.

Motorradtour 2014: Gruppe 1
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Die Skepsis der Mitfahrer war anfangs durchaus spürbar: „Wir haben uns doch für die sportliche Gruppe gemeldet – und jetzt müssen wir hinter einem Roller herfahren?“ Nur Yamaha-Händler Harald Finkl wusste, was dem Tourguide nach mehreren Fahrten mit dem T-Max ebenfalls klar war: Das Ding schnalzt nicht nur vom Fleck wie eine Flipperkugel, sondern hat auch ein Fahrwerk, das dem eines echten Motorrads in nichts nachsteht.

Dem Kamera-Peugeot davongefahren

Und so kamen auch keine Beschwerden wegen fehlenden Speeds, sondern eher Verwunderung darüber, was mit einem Roller so alles geht. Nur dem Piloten der S 1000 R ging es etwas zu langsam voran, wofür hier Entschuldigung geübt werden soll. Allerdings ließ die teils erschütternde Asphaltqualität im Böhmischen Bäderdreieck eine besonders engagierte Fahrweise auch nicht wirklich zu. Echtes Race-Feeling hätte hier wohl nur ein Geländeprofi gehabt, aber für ihn wäre der Roller definitiv die falsche Motorradwahl gewesen. Um dem Kamerafahrzeug der Tour, einem nagelneuen Peugeot 308 mit immerhin 150 PS, auf und davon zu fahren, reichte es immerhin.

Ein weiteres, kleines Manko muss man dem T-Max ebenfalls attestieren: Ein Navigationsgerät ließ sich beim besten Willen nicht an seinem komplett plastikverschalten Cockpit oder Lenker befestigen, und so diente als Orientierung die gute alte Generalkarte und ein an die Windschutzscheibe gepappter Zettel mit den wichtigsten Zwischenzielen. Das klappte aber ganz gut – und wenn sich der Anführer mal verfranzte, dann war sofort ein Helfer aus der Gruppe zur Stelle, um ihn auf den rechten Weg zu lotsen (danke, Sascha!)

So macht Motorradfahren Spaß

An alle Mitfahrer ergeht ein großes Lob wegen ihrer herausragenden Maschinenbeherrschung, der guten Stimmung im Team und der entspannten Atmosphäre. Ganz gleich ob auf tschechischen Schotter oder in den Wäldern des Erzgebirges – die Gruppe blieb perfekt zusammen und kurvte wie an der Schnur gezogen durch die den Teilnehmern völlig unbekannten Gegenden. So macht Motorradfahren Spaß.

Dabei kokettierten die vielbeschäftigten Autohändler im Team gern damit, dass sie im Alltag eigentlich gar nicht zum Motorradfahren kämen. Also, davon hat man aber gar nichts gemerkt. Besonders beeindruckt war der Tourguide davon, mit welcher Ruhe Michael Matticzk seine für den größten Teil der Route völlig ungeeignete Superbike-Kawasaki bändigte. Respekt! Und an alle anderen ergeht die herzliche Aufforderung: Wenn ihr wieder zum Motorrad fahren kommen wollt, dann fahrt mit zur Motorradtour 2015 in den Schwarzwald und die Vogesen!

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