Motorradtour 2017 – Gruppe sieben meldet: Sechse sind geblieben

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Mit einem satten Schwund von 40 Prozent hatte besagtes Team von Gruppe sieben der Motorradtour in diesem Jahr zu kämpfen. Immerhin: Es kam nicht noch schlimmer.

Als Truppe-Sieben-Übungsplatz für gemeinsame (Foto)-Shootings diente auch der Parkplatz des Hotels Freigeist.
Als Truppe-Sieben-Übungsplatz für gemeinsame (Foto)-Shootings diente auch der Parkplatz des Hotels Freigeist.
(Bild: Fabian Pfeiffer)

Mit Verlusten im Kampf sei zu rechnen, heißt es. Zugegeben: Ein Kampf ist die Teilnahme an der besten Branchen-Motorradausfahrt des Landes selbstverständlich nicht. Eine Herausforderung jedoch allemal. Und die stellte sich in diesem Jahr wie folgt dar: Der Start der ersten, der jeweils rund 300 Kilometer langen, Tagesetappen am Freitag verlief voll nach Plan. Der Wettergott hatte allerbestes Bikerwetter geschickt: Trocken, und zumindest bis Mittag, so um die 20 Grad – perfekt mit anderen Worten. Gruppenführer Steffen Dominsky war wie die Jahre zuvor mit seiner „dicken Berta“ am Start: 220 kg Thyssen-Krupp-Stahl kombiniert mit reichlich Aluminium. Der Torso dank Sturzbügel fast einen satten Meter breit. Zusammengeschraubt anno 1977 mit preußischer Präzision. Mit anderen Worten: Es gibt einfach keinen Grund, eine BMW 80/7 zum Alteisen bzw. untätigen Standobjekt zu degradieren.

Motorradtour 2017: Gruppe sieben, da waren es nur noch Sechse
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Marschtempo der goldenen Mitte

Das verordnete Marschtempo der Gruppe trug das Prädikat „ambitioniert“ und lag damit in der goldenen Mitte zwischen „sportive/race“ und „cruisen“ – theoretisch. Praktisch jedoch führten die zum Teil sehr weiten gelassenen Abstände innerhalb der Gruppe dazu, dass die Hinteren ab und an kräftig am Gashahn drehen durften. Zitat Udo Strietzel vom Reifenportal Tyremotive: „Ich hatte auch schon 180 drauf“ (dank an dieser Stelle an den Tourveteranen Udo, der auch dieses Mal wieder die Nachhut bildete und die Truppe dennoch perfekt zusammenhielt). Somit verwunderte es auch nicht, dass sich mit Waldemar Grosch beim zweiten Stopp bereits am Vormittag die Reihen der Siebener lichteten: Waldemar wechselte zu den Cruisern. Aber auch das ist eine der vielen positiven Aspekte dieser einzigartigen Branchentour: Erstens: Es gibt drei unterschiedliche schnelle Gruppeneinteilungen. Zweitens: Jeder trifft die Einteilung nach eigenem Gusto. Drittens: Jeder kann jederzeit die Gruppe wechseln. Da warens nur noch neun.

Mit Großkalibern durch den Harz

Kein Problem mit der Geschwindigkeit, mit der die Truppe immer tiefer in den herrlich kurvigen Harz vorstieß, hatte Jürgen Hofmann vom gleichnamigen Autohaus in Forchheim. Wie auch? Mit einer S 1000 RR ist man vieles, aber weder vom Fahrwerk, noch vom Antrieb ein Kleinkaliber. Dafür gleicht der Sitzkomfort in gekauerter Stellung eher dem eines Panzers als einer Führungsstablimousine. Mit „Vielen Dank, aber nach einem Tag reicht’s mir“, sprach Jürgen am Ende der ersten Etappe: Der rüstige Rentner hängte die Lederkombi an den Gaderobennagel. Da warens nur noch acht.

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