Motorradtour 2017: Sechs-Appeal

Acht Bike-Individualisten, eine Fembikerin, zwei bezaubernde Sozias und ein Schiffskapitän

| Autor: Stephan Maderner

Der Kapitän von Gruppe sechs und seine Crew.
Der Kapitän von Gruppe sechs und seine Crew. (Bild: Claudia Hentrich)

Wie Claudia, Verena und Uschi die acht Herren der Gruppe sechs verzückten und Drehmoment und Herzschlag der Bikergang vorgaben.

Wagen Sie sich bei ihm als Sozia drauf oder nicht? Das war die bange Frage der acht männlichen Teilnehmer, die es dieses Jahr in die Gruppe sechs verschlagen hatte, die vom Master Mind der Tour angeführt wurde, der hier in die Tasten haut. Doch dazu später mehr.

Als einzige weibliche Bikerin war Claudia Hentrich im Fahrerfeld gelandet, auf einer wunderschönen Kawasaki W 800, was Marcus Hillenbrand von Kawasaki Motor Deutschland natürlich gut ins Konzept passte. Da konnte er ihr mit seiner knallgrünen und mit 142 Pferdestäken protzenden Z 1000 SX gut imponieren; hatte er doch mehr als drei mal so viel Leistung an Bord aufzuwarten wie Claudias Café Racer mit seinen 48 PS. Doch das machte gar nix. Die Reifenfachfrau bestach durch eine reife Spielanlage und meisterte die kurvenreichen Strecken und den nominell geringsten Kraftreserven mit Bravour. Sie hatte sich die Position drei im Feld gewünscht, um dem vorausfahrenden Tourguide blicktechnisch besser folgen zu können.

Gesagt getan – direkt vor ihr also Dieter Börjes von CSB Warenwirtschaft und Harley-Händler auf seiner fetten Maschine aus Milwaukee. Welches Harley-Modell war das nochmal? Verdammt, die sehen ja alle ziemlich ähnlich aus. Auch der zu Rat gerufene Kollege Jan Rosenow konnte nach gemeinsamer Sichtung des Bildes auf dem PC nur den Kopf schütteln. Wir einigten uns schließlich auf „Dieter Special Glide“, schweres Eisen, so um die 90 PS. Aber vom Nordmann jederzeit dynamisch und mit ziemlich viel Schräglage bewegt.

Vorneweg wie gesagt der Streckenvorkoster Stephan auf BMW R 1200 GS Triple Black, grob bestollt, carbonisiert von Ilmberger Carbon, Reiseausstattung, Sturzpads und Spiegelverlängerung von SW-Motech, beschallt von Jekill & Hyde und für den Notfall ausgerüstet mit dem E-Call-System dguard von Digades. Den Boxermotor bekanntlich befeuert von 125 Pferdchen.

Die hatte auch unser Abschlussfahrer, der Mann mit der längsten Anfahrt an Bord, ebenfalls auf GS: Erhard Hänsler von Motorradsport Hänsle aus Ettenheim. Das Fernlicht des symbadischen Händlers blitzte nur zweimal vergebens auf, als Albert Schäfer, unser treuer Motorradtour-Teilnehmer vom Autohaus Albert Schäfer aus Kleinheubach, seine Hinterleute Marcus und Erhard innerorts verlor, sie quasi klassisch abblitzen ließ. Mit seiner Honda Paneuropean war er einfach schneller als der Blitz unterwegs.

Doch derartiges Missgeschick tat der Stimmung in der Truppe keinerlei Abbruch. Die verlorenen Biker waren schnell wieder eingefangen, weil das offizielle Tourfahrzeug, ein Skoda Kodiaq, unserer Gruppe auf Schritt und Tritt folgte (zumindest am zweiten Tag) und per Auto-Telefon von Eventmanagerin Uschi James und Marketingfrau Verena Otto die Gruppe schnell wieder zusammengeführt wurde. Zufall oder nicht – das Bild der Gruppe am stillgelegten Weserkahn entstand tatsächlich just nachdem wir die zwei Abschlussfahrer (wieder Mal) verloren hatten. Und wie hieß der Kahn? Nein – „Kehrwieder“ stand auf dem vergilbten Holzschild dran!

Wer war sonst noch Teil der ambitionierten Crew sechs? Zwei BMW R-nine-T-Piloten: Zum einen Dirk Bäcker von Auto Bäcker aus Saarbrücken (nur am ersten Tag in dieser Gruppe fahraktiv) und Rudolf „Rudi“ Schwär, Leiter Motorrad CarGarantie Bike. Die trocken-witzige Art des Saarländers und (des zweiten) symbadischen Freiburgers sorgten für eine gelöste und lockere Stimmung innerhalb der Gruppe. Last but not least begrüßten wir erstmalig auf unserer Tour Thomas Aukamm, ebenfalls auf GS. Thomas ist Geschäftsführer des Zentralverbands Karosserie und Fahrzeugtechnik – dessen offizielles Verbandsorgan das Magazin „F+K Fahrzeug und Karosserie“ ist, Mitveranstalter der Motorradtour. Dreimal dürfen Sie raten, auf welcher Maschine? Noch eine weiß-blaue Reiseenduro, die auf das Kürzel GS hört!

Unbestätigten Gerüchten zufolge war die Markenzusammensetzung in dieser Gruppe für das Kaiserwetter am Freitag und das Aufklaren am Samstag verantwortlich.

Nein, Spaß beiseite. Das hatte einen anderen Grund. Die Hochs hörten auf den Namen Uschi und Verena. Beide Girls wagten sich erstmals in ihrem Leben als Sozia auf den Rücksitz des Führungspiloten. Da muss das Wetter doch einfach mitspielen. Hat Spaß gemacht, ihr drei „Bike Woman of the year“ (inklusive Claudia am Gashahn), ihr wart eine echte Bereicherung und die Garantinnen für eine absolut homogene und harmonische Gruppe auf der Motorradtour 2017, die Gruppe mit dem höchsten Sechs-Appeal.

Ein besonderes, zufälliges Wiedersehen feierten Erhard Hänsler und Dieter Börjes. Die beiden Motorradsrennsportbegeisterten sind in ihrer Jugendzeit oft gemeinsam auf der Rennstrecke und Adrenalin-Events unterwegs gewesen. In Einbeck trafen sie nach fast 40 Jahren wieder aufeinander - »bike und business« verbindet.

By the way: dem PS-Speicher in Einbeck steuerte die Gruppe sechs an diesem Wochenende vom 20. bis 23. Juli mit den neun Maschinen insgesamt 873 PS bei. Die Newtonmeter auf unserer nach oben offenen Emotionsskala: gegen unendlich.

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