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Motorradtour 2019: Simon und das 1036-PS-Echo vom Rossfeld

| Autor / Redakteur: Simon Dotzler / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Mit über 1000 PS die Rossfeld-Panoramastraße hochgedüst. Gruppe 5 war als dynamische Kradmelder-Einheit unterwegs im Chiemgau und im Salzburger Land. Und der Tourguide Simon Dotzler auf der Suche nach den Fußstapfen seines großen Bruders Philipp.

Gruppe 5 mit Tourguide Simon Dotzler mit (v.li.) Christina Stuhr, Frank Kröhnert, Heike Schwichtenberg, Peter Stuhr, Daniele Moranelli, Matthias Sorge und Sven Oehmen.
Gruppe 5 mit Tourguide Simon Dotzler mit (v.li.) Christina Stuhr, Frank Kröhnert, Heike Schwichtenberg, Peter Stuhr, Daniele Moranelli, Matthias Sorge und Sven Oehmen.
(Bild: Simon Dotzler/»bike und business« )

Was für eine Challenge für den Autor – die Fußstapfen seines großen Bruders Philipp auszufüllen, der seit vielen Jahren als einer der Top-Guides der »bike und business«-Motorradtour gehandelt wird. Weil der erfahrene Bikescout aber in diesen Sommertagen seinen Vaterfreuden entgegenblickte und in dieser Funktion pausieren musste, musste Ersatz gefunden werden. Da war der Weg zu dessen kleinen Bruder nicht weit. Schon immer verfolgte jener mit großem Interesse die Aktivitäten der Motorradsparte des Verlages, bei dem sein Bruder als Software-Ingenieur beschäftigt ist. Zudem hatte er vor nicht allzu langer Zeit auf eine BMW R 1200 R aufgesattelt – und war als gebürtiger Straubinger und damit als streckenkundiger Lokalmatador prädestiniert, die Rolle (seines jugendlichen) Lebens zu übernehmen. Bereits bei der Vorerkundung Ende Mai war der neue Tourguide im Rahmen der Vorerkundung mit Stephan Maderner und Ulrich Ritter (ADAC) on the road – und machte offensichtlich seine Sache gut. Mister Motorrad gab Grünes Licht und so nahm alles seinen Lauf.

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Je näher der Tourstart rückte, desto aufgeregter wurde der Tourguide-Novize allerdings. Kein Wunder – sollte er doch Führungsfigur für gestandene Businessbiker spielen, die, ausgestattet mit mächtig Pferdestärken unterm Hintern, der Nummer eins immer mächtig Dampf machten. Dazu stets den richtigen Weg finden, Fotos machen, mit witzigen Geschichten die Truppe bei Laune halten, die richtigen Pausenstopps wählen. Die ganze hohe Kunst eines modernen Gruppenleaders halt. Doch eins nach dem anderen.

Tag eins – das Kennenlernen

Eintreffen am Hotel, im wahren Leben eine eher normale Übung (als Handelsreisender), aber doch eine neue Erfahrung. Wie das wohl alles werden würde auf dem Megaevent? Schließlich wurden fast 90 Teilnehmer erwartet, eine richtige Meute. Die Nervosität stieg stündlich. Doch die Saat war ausgelegt. Im Roadbook prangte mein Konterfei und ausgestattet mit dem Tourguide-Shirt fiel es leicht, Anschluss an die Gruppe zu finden. Als die Würzburger Startgruppe eintraf, war das erste Bier bereits ausgetrunken.

Nach und nach offenbarten sich die Geheimnisse der langjährigen Freundschaften der B&B-Tour, wer mit wem und überhaupt und die Clique nahm den jungen Mann in ihre Mitte auf. Bei gemeinsamen Abendessen wurden die Gespräche weitergeführt und die Kontakte vertieft.

Tag zwei. Auf dem Programm standen die Stationen Wasserburg,Trostberg, Samerberg und Stephanskirchen. Der Autor wechselt jetzt frech in die Ich- oder Wir-Form. Tipp vom Chefredakteur. Wirkt authentischer und liest sich flüssiger, sagt die Motorradedelfeder vom Vogel. Gesagt und ausprobiert. Stimmt. Echt verblüffend!

Mit der Motorradsegnung starteten wir in den zweiten Tourmorgen und versammelten uns auf dem Kapellplatz im Zentrum des Wallfahrtsortes Altötting. Nach der feierlichen Einstimmung inklusive Kreuzzeichen, Lesung und Weihwasser für unsere Kisten setzten wir uns als fünfte Gruppe in Richtung Wasserburg an unseren ersten Haltepunkt in Marsch. Vorneweg ich als Junior-Kradmelder. Als erste Frau reihte sich Christina Stuhr von der Auto Bäcker GmbH mit ihrer BMW R 1250 R hinter mir ein. Ich saß auf meiner 2017er BMW R 1200 R LC. Und was soll ich sagen: mit 125 PS war sie schwächste Maschine im Feld der Gruppe 5. Heike Schwichtenberg gesellte sich als Sozia auf die KTM 1290 Super Duke GT von Matthias Sorge, Inhaber von Zweiradsport Meine.

Gelbwestenalarm und Lumpensammler

Dann kam es, wie es kommen musste. Die beiden Lumpensammler Frank Kröhnert von Motoprotect auf seiner BMW S 1000 XR und Peter Stuhr von Auto Bäcker auf seiner R 1250 GS Adventure. Der Saarländer bekam in seiner Gelbweste die Rote Laterne und machte die rasante Nachhut.

Zwischendrin wechselten sich die beide Sponsorenrepräsentanten der Santander Consumer Bank AG – Sven Oehmen auf einer BMW S 1000 XR und Daniele Moranelli mit einer „normalen“ BMW R 1250 GS – ab. Ihre beiden Maschinen wurden im Vorfeld bei der Motorradsport Holzleitner OHG ausgeliehen und zum Tourstart ab Freitag in der Früh bereitgestellt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase waren die beiden mit ihren Powerbikes vertraut und es schien sichtlich Spaß zu machen, dem Tourguide zu folgen.

Beim ersten inoffiziellen Fotostopp am Inn bei Reit hatten wir die ersten 30 Kilometer bereits hinter uns und wir wussten schon mal, wo der Drehzahlbegrenzer beginnt. Da leider nicht darf geachtet wurde, dass die Reihenfolge der Abfahrt eingehalten wurde, fuhren wir kurze Zeit später auf die Cruiser-Gruppe 7 unseren Initiators Stephan Maderner auf. Kurzer Blick, einmal anhupen. Der Tourchef verstand sofort und machte an der nächsten Haltebucht den Weg frei für mein ambitioniertes Team. Aha, so geht das also. Schnell mal den #madernermoto weggehupt. Das lief mir runter wie Öl. Der alte Haudegen auf seiner Ausfahrt Nummer 14 macht dem Newcomer Platz. Das muss man sich mal reinziehen!

Die Weißwurst vor dem Mittagsläuten

Bis wir dann am Aussichtspunkt über Wasserburg am Inn unseren Fotostopp erledigten, war wieder alles im grünen Bereich. Bereits 30 Minuten später flogen wir auf dem Parkplatz der nagelneuen KÜS-Station von Maximilian Sterflinger ein, wo wir herzlichst von ihm und seiner Frau mit einem Weißwurstfrühstuck (vor 12 Uhr) begrüßt wurden.

Vorbei am Chiemsee mit Stopp zum Gruppenbild der Meute, hielten wir am Samerberg, um über die A8 den gen Süden reisenden Urlaubern in ihren Blechkisten zuwinken zu können und die Weiten des Chiemgaus unter die Räder zu nehmen. Bei anschließendem Kaffee- und Kuchen-Halt bei Alpha Technik in Stephanskirchen wurden wir von Bastian Bertram durch die heiligen Hallen von Alpha Racing geführt und erhielten einen Einblick in deren Arbeit. Die Rückfahrt zur Unterkunft erfolgte ohne Umwege oder Zwischenpausen. Die drohende Unterhopfung trieb uns voran.

Verhopfte Kaltgetränke

Vor dem italienisch-mediterranen Abendessen mit kaltem und warmem Buffet luden die Gönner und Sponsoren der Bike&Business-Tour 2019 zur ihren Kurzpräsentationen ein. Da es die laue Sommernacht zuließ, nahmen wir noch im Biergarten des Hotels ein verhopftes Kaltgetänk ein und ließen den ersten Tour-Tag Revue passieren.

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