Motorroller mieten: Was es zu beachten gibt

Autor / Redakteur: sp-x/Hanne Lübbehüsen / Maxim Braun

Echt italienisches Lebensgefühl oder schnelle Besorgungen: Um einen kleinen Roller zu mieten, genügt ein Pkw-Führerschein. Auf einige Dinge sollte man aber Acht geben.

Echt italienisches Lebensgefühl oder schnelle Besorgungen: Um einen kleinen Roller zu mieten, genügt ein Pkw-Führerschein.
Echt italienisches Lebensgefühl oder schnelle Besorgungen: Um einen kleinen Roller zu mieten, genügt ein Pkw-Führerschein.
(Foto: TÜV Süd)

Die Sonne scheint, die Innenstadt ist voll, Parkplätze nicht in Sicht – wie gern wäre mancher Autofahrer da mit dem Roller unterwegs. Der Umstieg ist denkbar einfach, ein Pkw-Führerschein reicht aus, Vespa und Co. gibt es mittlerweile so mobil wie beim Carsharing. Doch einige Dinge sind vor dem Losbrausen zu beachten. Nach dem Vorbild von Carsharing-Angeboten gibt es auch Motorroller für die Kurzzeitmiete. Beispielsweise bieten in München oder Hamburg Unternehmen stationsunabhängig Roller an, die man per Smartphone bucht und bezahlt und nach der Fahrt einfach am Straßenrand abstellen kann. Auch bei einer Städtereise sind die Roller eine günstige und praktische Alternative im Auto – die Südeuropäer leben es in ihrer Heimat vor.

Der Pkw-Führerschein Klasse B umfasst auch die Klasse AM, man darf also die kleinen Scooter fahren: 50 Kubikzentimeter Hubraum (4 kW bei Elektromotoren) und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sind hierfür die Grenze. Das gilt nach Auskunft des ADAC auch im EU-Ausland. Hierzulande und auch im EU-Ausland gilt Helmpflicht. Oftmals bieten die Vermieter einen Kopfschutz mit an. Hier sollte die Größe passen, außerdem sollte das Modell nach ECE R 22/05 geprüft und mit einem entsprechenden Label gekennzeichnet sein. Am besten ist es natürlich, wenn man einen eigenen Helm anschafft. Neben dem Kopf sollten auch alle anderen Körperteile geschützt sein (keine nackte Haut!), selbst bei einem Sturz mit geringem Tempo können gefährliche Hautabschürfungen entstehen. Scooterfahrer sollten in jedem Fall Handschuhe tragen.

Wer noch nie zuvor einen Roller gefahren ist, sollte vor der ersten Fahrt eine Trainingseinheit, beispielsweise auf einem wenig befahrenen Parkplatz, einlegen. Bremsen, Kurven fahren und ausweichen ist mit einem Roller anders als mit einem Fahrrad: „Ein Roller hat mit 100 bis 130 Kilogramm wesentlich mehr Masse mit entsprechenden Auswirkungen auf die Dynamik“, sagt Lars Krause vom TÜV Süd.

So sollte beispielsweise der richtige Bremsdruck an der Vorder- und Hinterbremse geübt werden: Wer vorn zu stark bremst, kann wegrutschen, wer nur hinten verzögert, läuft Gefahr auf das Hindernis aufzufahren, denn das hat kaum Wirkung. Für das Umfahren von Hindernissen gilt: Bremsen, Griffe lösen und umfahren, dann wieder bremsen. „Nur die wenigsten der kleinen Roller haben ABS. Bremsen und ausweichen müssen deswegen besonders geübt sein, Fahrrad-Erfahrung reicht nicht“, warnt Krause. Auch Fahren in Schräglage sollte geübt werden, insbesondere, wenn noch ein Sozius dabei ist. So muss sich auch der Beifahrer mit in die Kurve legen, damit der Fahrer das Fahrzeug beherrschen kann.

Erfahrung braucht es auch für das Lesen der Straße. „Selbst kleinste Verunreinigungen führen schnell zum Sturz“, so Motorradexperte Krause. Vor der Abfahrt empfiehlt es sich, den Roller auf Beschädigungen überprüfen. Offensichtliche – wie verbogene Spiegel oder Bremshebel - weisen auf einen Unfall oder darauf hin, dass der Roller umgefallen ist. „Umfaller sind besonders gefährlich, weil dabei Luft ins Bremssystem gelangen kann“, warnt Krause. Die Reifen sollten nicht weniger als ein Millimeter Profil haben und keine Beschädigungen aufweisen. Bei zu wenig Druck die nächste Tankstelle anfahren und auffüllen (Werte stehen in der Betriebsanleitung unter dem Sitz).

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