Mountainbikes mit E-Antrieb

Performance im Blick

| Autor / Redakteur: Wolfgang Schäffer / Joram Schweizerhof

Je nach Ausstattung wiegt das Jam² zwischen 19,5 und 21,5 Kilogramm.
Je nach Ausstattung wiegt das Jam² zwischen 19,5 und 21,5 Kilogramm. (Bild: Focus)

Es mag bei sportlichen Fahrern verpönt sein, auf elektrische Unterstützung zu setzen, aber ein Elektro-Mountainbike bietet auch für dynamische Naturen Vorteile.

Auch bei den sportlich ambitionierten Mountainbike-Fahrern setzt sich die elektrische Unterstützung mehr und mehr durch. Focus, eine der großen Marken im MTB-Bereich, hat deshalb bei der Entwicklung der Bikes Jam² und Bold², das Hauptaugenmerk auf Agilität und Fahrverhalten gelegt.

Ob als Fully (Jam) oder Hardtail (Bold), die Kapazitäten des Akkus betragen bei den E-Versionen immer 756 Wattstunden (Wh). Rund 1.000 Höhenmeter können damit bewältigt werden, verspricht Silke Siebert, zuständig für den E-MTB-Bereich. Wer eine längere Ausfahrt plant, kann im Rahmendreieck einen zweiten Akku (Gewicht: 2,3 Kilogramm) befestigen, um ihn bei Bedarf gegen den leer gefahrenen zu wechseln. Der Fahrer hat außerdem mehrere Möglichkeiten, den Energieverbrauch der im Unterrohr integrierten und damit vor Schmutz, Nässe sowie Steinschlag geschützten Batterie zu beeinflussen. So ist die elektrische Unterstützung des Mittelmotors (Shimano E8000) von Eco über Trekking bis hin zu Boost variabel. Schon mit minimalem Zusatzschub und damit dem geringsten Verbrauch an elektrischer Energie geht es erstaunlich locker auch schwere Steigungen hinauf. Wird der Trail dabei sandiger oder steiniger, reicht meist die Trekking-Stufe, um weiter voran zu kommen.

Fully Jam²

Steile Passagen, die man mit dem herkömmlichen MTB nicht einmal ansatzweise in Angriff nehmen würde, sind für den geübten Biker mit dem Boost-Potenzial ebenfalls kein Problem. In Verbindung mit dem kleinsten Gang der präzise und selbst unter Belastung noch gut arbeitenden Kettenschaltung (Shimano Deore XT/ein Kettenblatt vorne, elf Kränze hinten) nimmt das Jam² selbst die schwierigsten Pfade. Bei der Fahrt zurück ins Tal zeigt das Bike mit den 29-Zoll-Rädern (auch 27,5+ im Angebot), dass die Performance im Vergleich zum Jam ohne E-Antrieb nicht gelitten hat. Die kompakte Bauweise des leistungsstarken Shimano-Mittelmotors macht es möglich, dass die Kettenstreben im Vergleich zum MTB ohne E-Antrieb nur um eine Winzigkeit länger geworden sind. Ansonsten hat sich an Struktur und Geometrie des in vier Größen lieferbaren Rahmens nichts geändert.

Ebenso wenig geändert hat sich an dem Federungssystem mit einen Federweg von 14 Zentimetern. Bergauf- wie bergab bietet es hohen Komfort, zeigt sich aber auch bei schnell gefahrenen Kurven auf steinigem, oder auch sandigem Untergrund äußerst stabil im Geradeauslauf. Entscheidend für die hohe Performance und das beeindruckende Handling des je nach Ausstattung zwischen 19,5 und 21,5 Kilogramm schweren Jam² ist das patentierte Fold-Hinterbausystem. Lager, Dämpfer und Umlenkhebel wurden in die Mitte des Rahmens verlagert, um damit den Schwerpunkt möglichst zentral im Rahmen zu haben. Die Federung ist in zwei Stufen aufgeteilt, wobei die zweite ein wenig roher als die sensible erste reagiert.

Das funktioniert beeindruckend und gibt selbst einem ungeübten MTB-Fahrer ein Gefühl von Sicherheit. Dazu trägt die elektrische Hilfe ebenfalls bei, denn da man bergauf nicht bis zur totalen Erschöpfung kämpfen muss, ist man auch bei der Abfahrt konzentrierter bei der Sache.

Hardtail Bold²

Das gilt mit kleinen Abstrichen auch für das nur unwesentlich leichtere Hardtail Bold² mit einem Federweg der Gabel von 12 Zentimetern. Mike Kluge, ehemaliger Weltmeister im Radcross, Focus-Gründer und inzwischen Berater und Gesicht der Marke, sieht das Einsatzgebiet des Bold eher in etwas nördlicheren Gefilden mit weniger steilen Anstiegen und Abfahrten oder felsigen Untergründen. „Der Komfort des Jam Squared ist auf solchen Passagen schlichtweg größer.“ Wer mehr im welligen Gelände, auf Wald- oder Feldwegen oder in sandigen Gegenden unterwegs sei, für den sei das Bold² eher geeignet.

Beide Bikes haben am Lenker ein zwar kleines, aber unempfindliches Display, auf dem die jeweilige Unterstützungsstufe und der Akkustand angezeigt wird. Wähl-, Schaltungs- und Bremshebel liegen griffgünstig genau dort, wo sie sein sollen. Die Preise für das Jam² liegen zwischen 4.000 und 6.500 Euro, beim Bold² zwischen 3.000 und 5.600 Euro, je nach Ausstattung.

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