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Müller Motorcycle: Starrahmenprojekt Hillbilly-Racer

| Autor / Redakteur: Nika Lena Störiko / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Im Eifer des Projektes für das Biker Built-Off in Bad Salzuflen entsteht die Idee für ein weiteres Custom-Bike: der „Hillbilly Racer“. Fabian Müller baute sich mit aufwendiger Handarbeit eine alte Shovel mit einem Starrahmen aus den 50ern.Teaser Vortext für Online

Fabian Müller, der Geschäftsführer von Müller Motorcycle, steckte viel Handarbeit in den Bau der Hillbilly Racer.
Fabian Müller, der Geschäftsführer von Müller Motorcycle, steckte viel Handarbeit in den Bau der Hillbilly Racer.
(Bild: Müller Motorcycle )

Mittlerweile ist es über fünf Jahre her, als Alexander Kessler zu Fabian Müller, dem Geschäftsführer von Müller Motorcycle, kam um sich eine alte Shovel aufzubauen. Ein Starrahmen aus den 50ern sollte es sein, der keine gängigen Normen wie Blinker oder Regularien zum Auspuff erfüllen muss. Dazu zwei riesige Big-Spoke Räder von TTS, alles ohne großen Schnick-Schnack. Als dieses Chassis dann irgendwann auf der Hebebühne der Müllers stand, habe man bereits erahnen können, dass das eine coole Kiste wird. Und obwohl die Müller Motorcycle AG ( https://www.m-motorcycle.de ) sonst eher auf die Teile-Entwicklung und -Produktion spezialisiert ist, habe dieses Projekt in den Fingern aller Beteiligten gekitzelt.

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So sei Fabian irgendwann auf die Idee gekommen, mit dem Projekt beim Biker Built-Off in Bad Salzuflen teilzunehmen. Gesagt, getan. Doch irgendwann im Laufe der Zeit sei dann klar gewesen, dass ein Biker Built-Off Bike unbedingt eine Lackierung braucht. So wurde kurzerhand entschieden, noch ein weiteres Bike zu bauen. Für den Biker Built-Off wurde somit die „Deep Throat“ gebaut und für Fabians guten Freund Alexander Kessler der „Hillbilly Racer“. „Hillbilly“ beschreibe unter anderem "einen freien, unverbogenen Bürger, der in den Bergen lebt, nicht groß was zu sagen hat, sich so anzieht, wie er es vermag und spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Er trinkt Whiskey, wenn er welchen bekommt und ballert nach Lust und Laune durch die Gegend.“ Letzteres tut man heute nicht mehr wie damals im wilden Westen, aber die Assoziation ist mit dem Auspuff durchaus passend. Dieser besteht aufgrund der nicht vorhandenen Einschränkung aus einer Krümmeranlage mit zwei 3D-gefrästen Blenden am Ende - sonst nichts. Den Sound kann sich jeder Harley-Begeisterte wahrscheinlich ausmalen.

Weniger mit Understatement hat der Motor zu tun. Der generalüberholte Shovelhead wurde auf 1.600 cm³ gestroked und bringt ordentlich Dampf. Dieser muss mit dem Kicker erst mal zum Laufen gebracht werden, denn ein E-Starter hat an so einem Bike selbstverständlich nichts zu suchen. Die Rockerboxen, sowie das Front- und Rücklicht sind eine Sonderanfertigung aus Messing von Chopper Kulture. Messing kam hier überhaupt viel zum Einsatz, setzt es doch die Akzente an so einem Raw-Bike. Für den Lenker wurden einzelne Plattensegmente zusammengeschweißt, die Elektronik sowie Gas- und Kupplungsansteuerung nach innen verlegt und das Ganze in eine nach unten gezogene Form gepresst. Hier ist das Cockpit absolut clean - eine Eigenschaft, die mit Müllers innenliegenden Zügen auch für Serienmotorräder einfach umzusetzen ist. Selbst der Hebel für die Vorderbremse fehlt. Diese wird über ein Regelventil zusammen mit der Hinterrad-Bremse über den rechten Fußhebel angesteuert.

Für diesen Fußhebel hat sich Fabian Müller etwas Besonderes einfallen lassen. Erstmals verbaute er Alu und Messing zusammen in einem Teil. Anschließend wurden noch 3D-Rillen eingefräst und Griffe und Rasten aus massivem Messing montiert. An dem Bike wurde fast alles in kleinster und feinster Handarbeit entworfen, angefertigt und angepasst. So auch der offene Belt-Antrieb, die Bremsen für Vorder- und Hinterrad - zusammen mit den Bremsscheiben, die Pushrod-Covers, der Nockenwellendeckel, das Primär-Cover, das Tachogehäuse und viele weitere kleine Highlights wie beispielsweise der Zündkerzenhalter.

Für die Blechteile war Sebastian Attenberger von Traditional Motors mit an Bord, der auch die Blechteile der „Deep Throat“ fertigte. Aber alles einfach zweimal identisch machen war nicht drin. Der Tank wurde etwas größer, der Öltank in den Heckfender verlegt, und der Sitz ist eine Spezialkonstruktion aus Federstahl, der beim Fahren federt und im Stand unten eingerastet werden kann.

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