MV Agusta: Und wieder Castiglioni

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Es ist das Geschäft des Jahres: Für angeblich drei Euro kauft Claudio Castiglioni MV Agusta zurück. Erst zwei Jahre zuvor hatte er von Harley-Davidson 70 Millionen Euro für die Traditionsmarke bekommen.

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MV Agusta: Die Traditionsmarke ist wieder in italienischer Hand.
MV Agusta: Die Traditionsmarke ist wieder in italienischer Hand.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der italienische Industrielle Claudio Castigioni ist das Stehaufmännchen der Motorradbranche. Sein neuester Coup: Er hat MV Agusta von Harley-Davidson zurückgekauft – gerade einmal zwei Jahre, nachdem er selbst den Amerikanern die Traditionsmarke für nicht weniger als 70 Millionen Euro angedient hatte. Während des Harley-Intermezzos war Castiglioni außerdem Präsident bei MV Agusta.

Über den Kaufpreis machten die Vertragspartner keine Angaben. Die Zeitschrift „Motorrad“ berichtet aber, dass Castiglioni MV für den symbolischen Preis von gerade einmal drei Euro bekommen habe. Außerdem hatte es das Unternehmen in den zwei Jahren unter amerikanischer Führung geschafft, seine Vierzylinder-Baureihe komplett zu erneuern – eine weitere attraktive Mitgift für den neuen Eigner. Damit hat sich der krisengebeutelte Harley-Konzern seine Entscheidung, sich zukünftig allein auf die Kernmarke Harley-Davidson zu konzentrieren, eine schöne Stange Geld kosten lassen.

Neuer Dreizylinder kommt 2011

Laut „Motorrad“ hat MV Agusta 2009 27 Millionen Euro Verlust verbucht und soll auch in diesem Jahr in den roten Zahlen bleiben. Für 2011 plant Castiglioni, in die Gewinnzone zurückzukehren. Dabei soll ein neues Dreizylindermodell helfen, das gerade in der Serienentwicklung steckt und Mitte 2011 auf den Markt kommen soll.

Als Verantwortlicher für das operative Geschäft bei MV ist eine weitere bekannte Persönlichkeit aus der italienischen Motorradbranche im Gespräch: Massimo Bordi. Der Ingenieur hatte 22 Jahre lang für Ducati gearbeitet und unter anderem den Desmo-Vierventiler entwickelt. Im Gespräch mit der italienischen Internetseite Impresacity.it zeigte sich Bordi für die Zukunft der Marke zuversichtlich: „MV Agusta ist eine der beliebtesten Marken der Welt und hat alle Voraussetzungen, um einer der Hauptakteure auf dem Markt für hochwertige Zweiräder zu sein. Auch wenn noch Maßnahmen nötig sind, um Verwaltung und Produktion umzustrukturieren: Mit den aktuellen Modellen und denjenigen, die wir planen, habe ich keinen Zweifel an unserem Erfolg.“

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