My Skills testet potenzielle Talente

Contra Fachkräftemangel in Kfz-Betrieben

| Redakteur: Florian Fraunholz

Das My Skills-Verfahren soll den Fachkräftemangel bekämpfen.
Das My Skills-Verfahren soll den Fachkräftemangel bekämpfen. (Bild: Fotolia / WavebreakmediaMicro)

Ein neues Testverfahren, u.a. entwickelt von der Bundesagentur für Arbeit und der Bertelsmann-Stiftung, soll dem andauernden Fachkräftemangel im Kfz-Gewerbe entgegenwirken. Von arbeitslosen oder umgeschulten Menschen könnten auch Zweiradbetriebe profitieren.

Das My Skills-Testverfahren wurde gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit, zahlreichen Praktikern, Ausbildern, Vertretern der Innungen, Kammern und Wissenschaftlern und der Bertelsmann-Stiftung entwickelt. Das Instrument soll neue Arbeitskräfte in Betriebe bringen, die unter akutem Fachkräftemangel leiden. Es ist ein neuer Ansatz, der auf Menschen mit relevanter Berufserfahrung, jedoch ohne anerkannten Berufsabschluss, abzielt. Beispiele hierfür sind Flüchtlinge aus Syrien, aber auch viele Deutsche, die heute nicht mehr in ihrem ursprünglichen Ausbildungsberuf arbeiten. Unter den verschiedenen Handwerksverbänden ist dieser Job-Vorstoß allerdings nicht unumstritten und wird kontrovers diskutiert.

Wie funktioniert My Skills?

My Skills ist ein computergestützter, videobasierter Test, der vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur durchgeführt wird. Um Sprachbarrieren zu verringern, ist der Test in sechs Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch. Die Testdauer beträgt ungefähr vier Stunden. Dem Teilnehmer werden ca. 120 Fragen zu konkreten beruflichen Handlungssituationen gestellt. Derzeit gibt es den Test für acht Berufe – darunter für den Beruf Fachkraft Metalltechnik Fachrichtung Konstruktionstechnik. Im Jahresverlauf werden Tests für 30 weitere Berufe zur Verfügung stehen. Neben dem Berufstest für Kfz-Mechatroniker ist auch schon der Test für Metall-Fachkräfte im Einsatz, die gegebenenfalls auch in der Zweiradbranche gesucht werden.

„Der My Skills-Test ist in unterschiedliche Handlungsfelder aufgeteilt, die an der tatsächlichen beruflichen Praxis und am aktuellen deutschen Ausbildungsstandard ausgerichtet sind“, so Eugen Haferstein, Metalltechnik-Ausbildungsmeister an der Fortbildungs-Akademie Reckenberg-Ems und einer der My Skills-Testentwickler für den Beruf Fachkraft Metalltechnik der Fachrichtung Konstruktionstechnik. „Die Testfragen wurden so zusammengestellt, dass man wirklich sehen kann, ob jemand praktische Berufserfahrung in den verschiedenen Handlungsfeldern hat oder nicht“, sagte Frank Menge, dort ebenfalls leitender Ausbildungsmeister und My Skills-Testentwickler. „Das geht von der Herstellung von Bauteilen mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen über das Drehen und Fräsen von Einzelteilen, das Montieren und Demontieren von Baugruppen und Metallkonstruktionen, das Umformen und Trennen von Blechen und Rohren bis hin zum Schweißen von Bauteilen und Baugruppen aller Art. Über My Skills öffnet sich einfach ein neuer Weg, um mittelfristig an Fachkräfte zu kommen.“

Mehr Informationen zu My Skills finden sie unter www.myskills.de, sowie bei der Bundesagentur für Arbeit.

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