Nachfolger vom Chef verzweifelt gesucht

Das kleine Einmaleins der Firmennachfolge

| Autor / Redakteur: Sarah Heuser / Stephan Maderner

Je früher man anfängt, sich über seinen Nachfolger gezielt Gedanken zu machen, desto besser.
Je früher man anfängt, sich über seinen Nachfolger gezielt Gedanken zu machen, desto besser. (Bild: Vogel Business Media/Johannes Untch)

Die Frage nach der Unternehmensnachfolge ist auch in der Motorradbranche allgegenwärtig. Wenige Händler kümmern sich früh genug darum einen passenden Nachfolger zu finden und arbeiten bis ins hohe Alter. Martin Berning von der BBE Automotive auf der Suche nach Lösungen.

Über 40 Jahre ist es jetzt her, dass Alexander Richter* (*Name geändert) den Motorradhandel seiner Eltern übernahm. Nun möchte er mit 70 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen – doch er kann nicht. Der großgewachsene Mann mit rahmenloser Brille und grauer Halbglatze steht leicht gebückt. Es ist das Resultat seiner Zeit als Zweiradmechaniker.

Richter hat bereits vor zehn Jahren einen Nachfolger gefunden. Sogar innerhalb der eigenen Familie, um die Tradition fortzuführen. Sein Großvater hatte die Firma bereits nach dem Krieg gegründet. Doch der Nachfolger sprang in letzter Minute ab und ließ den Inhaber vor einer großen Frage stehen: Was nun?

Martin Berning ist Berater bei BBE Automotive aus Köln und kennt dieses Problem. Er erklärt den Gästen der Fachtagung »bike und business«, wie sie mit dem schwierigen Thema der Unternehmensnachfolge umgehen sollen. Ein häufiges Problem, das bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger auftritt: Nur noch wenige junge Menschen wollen sich selbstständig machen. Das endet für Händler im schlechtesten Fall in einem Ausverkauf des Ladens.

Ein Ausverkauf ist die schlechteste Lösung

„Ein kompletter Ausverkauf wäre für mich die allerletzte Option“, sagt Richter. Sein Zweiradhandel im östlichen Nordrhein-Westfalen besteht aus 4500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Einen teilweisen Verkauf könne er sich im Zweifel auch vorstellen. „Am liebsten will man aber natürlich, dass alles so bleibt.“

Nicht wenige Motorradhändler warten zu lange, um geeignete Kandidaten zu finden. „Am besten wäre es, sich schon mit 55 Jahren Gedanken darüber zu machen“, erklärt Berning. Im Durchschnitt sind die Unternehmer aber bereits 67 Jahre alt und bleiben weitere fünf bis sieben Jahren im Geschäft. So lange dauert in der Regel eine Übernahme.

Auf der Suche nach dem richtigen Nachfolger

Doch wer ist eigentlich der richtige Nachfolger und wie lässt sich dieser finden? Es liegt nahe, innerhalb des eigenen Unternehmens, der Familie oder im Bekanntenkreis die Augen offen zu halten. Über Anzeigen in speziellen Motorradrubriken, Fachzeitungen oder der Handels- und Handwerkskammer lassen sich zudem Nachfolger von außerhalb finden. „Dabei müssen auch immer die Qualifikationen betrachtet werden: Hat der Interessent Ahnung von BWL, Bilanzen, Kalkulationen? Hat er Schulungen besucht oder eine Ausbildung im Kfz-Bereich?“, stellt Berning die wichtigen Fragen.

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