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Nachwuchs ans Steuer: Veni, vidi, Viki

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 22/2018/I), Folge 599: „Azubi xy ungelöst“ heißt die Überschrift über das Thema des Monats. Wir stellen Rezepte gegen den Fachkräftemangel vor. Sie erscheinen in der Printausgabe von »bike und business« vom 8. Juni. Heute ist Redaktionsschluss und wir stehen deshalb mächtig...

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Redaktionspraktikantin Viktoria Hahn und ihr Supporter Stephan Maderner auf der Feierabendrunde der Vogel-Biker am 18. Mai in Marktheidenfeld am Main.
Redaktionspraktikantin Viktoria Hahn und ihr Supporter Stephan Maderner auf der Feierabendrunde der Vogel-Biker am 18. Mai in Marktheidenfeld am Main.
(Bild: Jan Rosenow)

...im Stress. Das handwerkliche Finale für den Blattmacher: Texte anpassen, kürzen oder längen, Bildunterschriften verfassen etc. Warum ich dieses Thema hier an dieser Stelle explizit erwähne? Nun, Sie haben sicherlich bereits am eigenen Leib schmerzhaft erfahren müssen, wie schwierig es gegenwärtig geworden ist, geeignete Azubis, Lehrlinge, Nachwuchskräfte allgemein, für den Betrieb zu finden und gute Mitarbeiter zu begeistern und an sich zu binden. Willkommen im Fachkräftemangel der Neuzeit! Antworten auf die drängendsten Fragen gibt's im Heft. Wer noch kein Abo hat oder mal unverbindlich eine Ausgabe zum kostenlosen Kennenlernen haben möchte – bitte bei mir melden (stephan.maderner@vogel.de).

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Wohl dem, der in Sachen Nachwuchsgewinnung neue Wege geht und versucht herauszufinden, wie die Generationen X (Jahrgänge 1965 bis 1980), Y (1981 bis 1995) oder Z (1995 bis 2010) ticken. «bike und business« setzt seit vielen Jahren auf die Mitarbeit von Redaktionspraktikanten, lässt Abiturienten in die Redaktionsarbeit schnuppern oder vermittelt Plätze für studentische Pflichtpraktika. Aktuell unterstützt mich im Büro Viktoria Hahn (23), die in Würzburg Political and Social Studies auf Bachelor studiert. Ich habe sie gebeten, Ihnen mal zu schildern, was sie bisher so alles erlebt bei uns in der Redaktion.

Seit Tag eins keine Langeweile

O-Ton Viktoria „Viki“ Hahn: „Knapp ein Drittel meiner insgesamt drei Monate in der »bike und business«-Redaktion ist bereits vorbei. Was soll ich sagen? Die Zeit verging, klischeehaft ausgedrückt, wirklich wie im Flug. Vielleicht ist das den vielen Feiertagen im Mai geschuldet, vielleicht aber auch der Tatsache, dass mir in der Redaktion seit Tag eins nicht viel Zeit für Langeweile blieb – und das meine ich eindeutig im positiven Sinne. Denn meine Zeit wurde nicht, wie leider so oft in meinen bisherigen Praktika üblich, mit Kopieren, Faxen und Kaffee kochen verschwendet, sondern ich durfte unmittelbar aktiv an der Arbeit in einer Redaktion teilhaben. Über mein eigenes kleines Büro lässt sich nun wirklich auch nicht meckern. Das große Fenster, mit fast direktem Blick auf die wunderschöne Würzburger Festung inklusive. So wurde ich also, nachdem mir die ständige Werksstudentin Judith an meinem ersten Vormittag das Redaktions-Content-Management-System und alle weiteren publizistischen Hilfsprogramme erklärte, direkt ins kalte Wasser geworfen und durfte selbstständig mit der Online-Berichterstattung beginnen.

Vertrauen ist der Anfang aller Motivation

Aus einem vollen Postfach von Pressemitteilungen und Agentur-Meldungen wurden so zu Beginn mehr oder weniger fertige Beiträge für die Website der „bike und business“. Stephan redigierte mit gekonntem Blick und korrigierte geduldig. Schneller als ich dachte gingen mir die Artikel von der Hand, die Fehler wurden weniger und schon schenkte mir der Bike-Chef sein Vertrauen und ich durfte vollständig selber schreiben und veröffentlichen. Wow, Artikel in einer Fachzeitschrift – und mein Autorenkürzel prangt darunter.

Der letzte Funke Skepsis – ob ich mit meinen mauen Motorradkenntnissen wirklich an der richtigen Stelle landen würde – , war sehr schnell wie weggeblasen. So viel Spaß und Abwechslung hatte ich schon lange nicht mehr bei der Arbeit gehabt. Nicht einmal das morgendliche, für eine Studentin doch eher frühe Aufstehen, fiel mir nach ein paar Tagen noch schwer. Nach einer Woche durfte ich dann sogar kleine Aufgaben für die Printausgabe der „bike und business“ übernehmen, als Fotografin der ,Making-of-Homestory-über-den-Mister-Motorrad-bei-Vogel' fungieren, als Besuch von der „Main Post“ in der Redaktion war, neue Produkte und Motorradzubehör eintrafen oder neue Testmotorräder fotografiert werden mussten, durfte ich mich beweisen – oder besser mein Können zeigen (so viel Selbstbewusstsein muss sein!). Eine weitere Aufgabe, die Stephan mir übertrug, war der Entwurf eines Facebook-Gewinnspiels. Denn auch bei der wichtigen Social-Media-Arbeit der »bike und business«-Community bin ich als System-Redakteur von Mark Zuckerbergs Gnaden fix eingebunden und soll das User-Feedback auf meinem Radarschirm haben und es befeuern. Das Gewinnspiel läuft übrigens noch bis Ende Juni. Zu gewinnen gibt es zehn Karten für die Mannheimer Custombike Summerdays 2018 – wir freuen uns über jeden Teilnehmer.

Arbeiten als Erlebnis

Was ich hier in meinen ersten Wochen erleben durfte, würde wahrscheinlich ausreichen, um mehrere Seiten Erfahrungsbericht zu füllen, also werde ich versuchen, mich eher kurz zu fassen. Dass das hier kein gewöhnliches Praktikum ist, ist aber hoffentlich schon jedem klar geworden. Wer kann schon von sich behaupten, direkt am ersten Tag an einer firmeninternen Preisverleihung mit Fachvortrag teilnehmen zu dürfen? Oder in der zweiten Arbeitswoche mit dem Chef und den Kollegen die traumhafte Umgebung Würzburgs per Bike zu erkunden? Oder in die coole Eventlocation Wassermannhalle nach Köln mitfahren zu dürfen, um dort die Premiere des reichweitenstärksten Elektrorollers weltweit zu erleben? Und nicht nur das: In meiner kurzen Zeit in der Max-Planck-Straße durfte ich bereits zwei eigene Reportagen schreiben; über den After-Work Ride und über die Produktvorstellung des Kumpan 1954 Ri, sprich ,Retro Intelligence'.

Beide Male erhielt ich von Stephan sehr spontan, nämlich erst auf der jeweiligen Veranstaltung, den Auftrag, das Ereignis schriftstellerisch zu verarbeiten. Ich vermute fast, dass das strategisch war. Denn tatsächlich war ich beim ersten Mal noch reichlich nervös, ob das, was ich da verfasst hatte, etwas taugte, freute ich mich beim zweiten Mal schon, in die Tasten hauen zu dürfen. Danke an dieser Stelle für das nette Feedback zur After-Work-Ride-Reportage, ohne das ich mir den zweiten Beitrag bestimmt nicht so leicht zugetraut hätte.

Irgendwas mit Schreiben

Was bleibt jetzt noch zu sagen? Schon als junges Mädchen habe ich unglaublich gerne gelesen, Geschichten geschrieben und in der Schule mit meinen Aufsätzen punkten können. Dass ich mal irgendwas mit Schreiben' machen sollte, war meiner Familie schon immer klar. Auch wenn ich noch nicht sicher weiß, wohin es mich nach dem Ende meines Studiums verschlagen wird, hat mir meine bisherige Zeit bei Vogel Business Media die Arbeit in einer Redaktion auf jeden Fall sehr schmackhaft gemacht. Vielen Dank dafür an Stephan und den Rest der Redaktion.“

Fördern und Fordern

Liebe Viki, danke für dieses Lob. Wir geben es gerne zurück und motivieren alle Personal- und Ausbildungsverantwortlichen, es uns gleichzutun. Übertragt Euren Nachwuchsleuten Verantwortung, fördert sie, wozu auch fordern gehört, und lasst sie einfach mal machen! Was am Ende dabei rauskommt, kann sich in der Regel nicht nur sehen lassen sondern ist erfrischend anders, jung, inspirierend, neue Perspektiven (er)öffnend. Und führt zu einem begeistert mitarbeitenden und motivierten Team.

PS. Hinweis in eigener Sache. Seit gestern ist unsere neue Online-Umfrage online. „Laut ist out?“ fragen wir. Stimmen Sie ab und zeigen uns, wie Ihre Kunden auf die gesellschaftlich-sensible Motorradlärmdebatte reagieren. Positives Feedback und Furor wie immer an stephan.maderner@vogel.de.

(ID:45319841)

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