Nachwuchskräfte für die Zweiradbranche – Gesucht: Gefunden

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Redakteur: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin und gibt redaktionelle Hintergrundinfos preis. (Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 16/2015/II). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Würzburg, den 17. April 2015 – Sind unsere Mitarbeiter in der Zweiradwerkstatt prinzipiell zu schlecht bezahlt? Diese von mir aufgestellte These aus dem letzten Newsletter führte zu einer anregenden Diskussion. So schreibt mir etwa Steffen Timm vom Motorradhaus Timm, der seinerseits an dieser Stelle anregte, doch mal über die mangelnde Qualität in den Werkstätten zu debattieren: „Sehr geehrter Herr Maderner, ich freue mich, dass mein Statement zum Thema Qualität in den Motorradwerkstätten auf fruchtbaren Boden gefallen ist(siehe Antwort Motorrad Finkl). Ich sitze ja mit meinem Geschäft im Landkreis Harburg und bin seit 1. April 2015 der letzte Motorradhändler (!!!), der aktiv am Markt ist. Der Landkreis Harburg hat in Deutschland die höchste Kaufkraft (ist zum Beispiel auf der Kaufkraftkarte mit München vergleichbar). Geht's noch!? Vor ca. zehn Jahren haben sich etwa vier Vertragshändler diesen Landkreis geteilt. Meine Mitarbeiter u.a. in der Werkstatt sind mein Kapital und bekommen jedes Jahr unaufgefordert eine Lohnerhöhung und haben somit in der Zweiradbranche und in meinem Betrieb eine Perspektive. Leider ist die Entwicklung hier im Landkreis Harburg eine ganz andere. Viele ehemalige Mitarbeiter der nicht mehr vorhandenen Vertragshändler haben sich mit einer kleinen Werkstatt selbständig gemacht und machen sich gegenseitig als Einzelkämpfer das Leben schwer. Morgens ist der Laden zu, man muss ja schließlich noch schrauben, weil ja nachmittags der Laden auf ist und die Kunden einem von der Arbeit abhalten. Irgendwann muss man auch noch Teile bestellen, telefonieren und Büro Arbeiten erledigen. Was für eine Entwicklung! Herbeigeführt durch Ebay, Internet und irgendwelche blödsinnigen Beiträge in irgendwelchen Foren, denen man mehr Glauben schenkt als einem Fachbetrieb. Das mal zu den Möglichkeiten, den junge Menschen haben, die den Zweiradmechaniker Beruf erlernen wollen. Es gibt bestimmt junge Menschen, die den Beruf erlernen möchten. Aber wo? Mit sportlichen Grüßen aus der Nordheide, Steffen Timm, Motorradhaus Timm.“

Lieber Herr Timm, wir finden es klasse, dass Sie Ihren Mitarbeitern ein Gehalt zahlen, das sie sich verdient haben. Sie geben Ihrem Team damit eine richtige und wichtige Lebensperspektive, die man für eine gedeihliche Zukunft einfach braucht. »bike und business« kümmert sich ebenfalls intensiv um den Nachwuchs der Branche. Seit geraumer Zeit porträtieren wir in unserer Printausgabe bundesweit wichtige Ausbildungsinstitutionen. Im neuen Heft, das am 24. April erscheint, können sie eine Reportage über Gewerbeschule Breisach lesen, die Nachwuchsschmiede für alle angehenden Zweiradprofis und Meisterschüler im Südwesten. Erst am vorvergangenen Mittwoch besuchte ich zusammen mit dem Bundesinnungsmeister Frank Döring die Staatliche Gewerbeschule für Kraftfahrzeugtechnik in Hamburg. Die engagierten Lehrkräfte, darunter namentlich Marisa Lücke, Horst Schindowksi, Martina Feinler und Hans Peters sowie Norbert Koepke, der Obermeister der Zweiradmechaniker-Innung Hamburg überzeugten uns von den Qualitäten einer fundierten Zweiradausbildung, ein Magnet nicht nur für Hamburg sondern für ganz Schleswig-Holstein, Nordniedersachsen und West-Brandenburg. Der Höhepunkt unserer diesjährigen Nachwuchsoffensive ist freilich die Fachtagung »bike und business« am 26. November. Beim großen Branchentreffen in Würzburg findet nämlich die Podiumsdiskussion „Nachwuchskräfte für die Zweiradbranche - Gesucht: Gefunden“ statt. Darin geht es u.a. um die Neuordnung des Berufsbildes Motorrad-Mechatroniker und geprüfter Motorradverkäufer. Teilnehmer sind: Bundesinnungsmeister Frank Döring, BMW Motorrad Deutschland-Chef Henning Putzke, die Leiterin der Bundesfachschule Frankfurt, Claudia Dillenburger (angefragt), der Geschäftsführer von Finkl's Erlebnis Motorrad, Harald Finkl sowie Hondas jüngster zertifizierter Motorradverkäufer Max Pfeifer (ebenfalls Finkl's Erlebnis Motorrad). Abrunden werden das von mir moderierte Fachgespräch kompetente Vertreter von weiteren Fabrikaten wie zum Beispiel Marcus Hillenbrand, Teamleiter Vertriebsaußendienst und Händlermanagement, Kawasaki Motors Europe N.V., Niederlassung Deutschland. Er ist ständiges Mitglied im Arbeitskreis „Geprüfter Motorrad-Verkäufer", der auf Initiative von Frank Döring (BIV) in Zusammenarbeit mit dem IVM im April 2014 ins Leben gerufen wurde.

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