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„Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität“ steht unter Strom

| Autor / Redakteur: Catharina Weber / Praktikant AM

DBU fördert Studie der Hochschule Osnabrück über Mobilitätsverhalten und künftige Verkehrskonzepte.

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Gemeinsam „unter Strom“ für mehr Elektromobilität (v.l.): DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Prof. Dr. Peter Seifert und Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer (HS Osnabrück), Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Verkehr und Hafen der Stadtwerke Osnabrück.
Gemeinsam „unter Strom“ für mehr Elektromobilität (v.l.): DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Prof. Dr. Peter Seifert und Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer (HS Osnabrück), Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Verkehr und Hafen der Stadtwerke Osnabrück.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für jährlich 140 Millionen Tonnen Kohlendioxid in der Luft sorgt der Straßenverkehr in Deutschland. Die Bundesregierung verfolgt jedoch das Ziel, den CO2-Ausstoß in den nächsten 10 Jahren nachdrücklich zu reduzieren. Der Ausbau der Elektromobilität soll dieses Vorhaben unterstützen. Für den Stadtverkehr sieht die Science to Business GmbH der Hochschule Osnabrück in Elektrorollern eine alltagstaugliche Option, die umweltfreundlich ist. Neue Erkenntnisse für künftige Verkehrskonzepte will das Unternehmen anhand einer Studie zum Mobilitätsverhalten und über infrastrukturelle Anforderungen erlangen. Das soll auch helfen, den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ voranzutreiben. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben mit rund 112.000 Euro. Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, übergab kürzlich in Osnabrück das Bewilligungsschreiben: „Osnabrück steht in dem Vorhaben stellvertretend für Städte mit 100.000 bis 300.000 Einwohnern mit starkem Pendelverkehr. Elektroroller können hier zur akzeptanzfähigen Alternative zum Auto werden.“

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Gemeinsam erforschen derzeit nun die Stadtwerke Osnabrück und die Science Business GmbH die Herausforderungen, die sich an Infrastruktur und Technik stellen werden. Denn aktuell fehlen noch die nötigen Stromtankstellen. Diese werden gebraucht, sobald die elektrisch betriebenen Fahrzeuge in erhöhtem Maß auf die Straßen gelassen werden können. Die Ergebnisse der Studie sollen aufzeigen, wie ein solches Netzwerk für den Konsumenten am günstigsten gestaltet werden kann, da von den Mobilitätsmustern auf die optimale Infrastruktur geschlossen werden kann. „Gleichzeitig wollen wir Daten zum Energieverbrauch sowie zur Ladedauer und Leistung der Elektroroller erfassen“, erklärt Prof. Dr. Peter Seifert von der Science to Business GmbH. Hierfür entwickelt die Hochschule Osnabrück einen so genannten Datenlogger für die Elektrorollerflotte. Diese Datenlogger erfassen die Fahrzeug- und Nutzungsprofile der innovativen Zweiräder. Verschiedene Unternehmen und Privatpersonen testen die Modellroller auf den Straßen Osnabrücks und sammeln möglichst viele verschiedene aussagekräftige Profile. „Mit einem Fahrtenbuch werden die Zahlen des Datenloggers ergänzt. Nach Auswertung des Materials können wir schließlich aufzeigen, welche Probleme Industrie und Energieversorger noch bearbeiten müssen, bevor Elektrofahrzeuge zu einer echten wirtschaftlichen Alternative für den Endkunden werden“, verdeutlicht Seifert.

Ökostrom an der Elektro-Tanke

Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Verkehr und Hafen der Stadtwerke Osnabrück, begrüßt das Vorhaben der Hochschule Osnabrück. „Wir sehen uns als Treiber in der Weiterentwicklung der Elektromobilität und der entsprechenden Ladeinfrastruktur und bauen unsere E-Fahrzeugflotte bereits kontinuierlich aus. Von daher passt diese Studie optimal in unser Konzept“, betont Rolfes. Des Weiteren könne die Sorte des Stroms und des Herstellungsart für die Elektroroller frei gewählt werden. Während Benzinmotoren zwangsläufig Emissionen bei der Verbrennung des Treibstoffes produzieren, verwenden die Stadtwerke Osnabrück für die Elektro-Tanksäulen zu 100 Prozent zertifizierten Ökostrom. Der Generalsekretär der DBU betont außerdem, dass auf der Basis dieser Studie das gemeinsame Wirken von Nutzerverhalten, Technik und Infrastruktur vorteilhafter aufeinander abgestimmt werden könne. Dies sei „ein wichtiger Baustein, der das umweltpolitische Ziel im ‚Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität‘ unterstützt, bis 2020 in Deutschland mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen“, so Brickwedde.

(ID:373262)