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Neuauflage des Werner-Festivals ein voller Erfolg

| Redakteur: Florian Fraunholz

Nach 30 Jahren war es am vergangenen Wochenende wieder so weit: Das Werner-Festival feierte am Flugplatz Hartenholm eine mehr als gelungene Neuauflage. Zum krönenden Abschluss gelang Brösel die Revanche gegen seinen alten Freund.

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Das Rennen zwischen Brösel und seinem Freund Holgi war der Höhepunkt des Festivals.
Das Rennen zwischen Brösel und seinem Freund Holgi war der Höhepunkt des Festivals.
(Bild: presseportal.werner-rennen.de )

50.000 Menschen waren beim Werner-Festival vom 30. August bis zum 2. September auf dem 150 Hektar großen Areal rund um den kleinen Flugplatz Hartenholm anwesend und genossen ein fulminantes Musik- und Motorsportprogramm. Am Sonntag fand dann der Höhepunkt des Festivals statt: Die Begegnung der Altfreunde, die ihre alten Maschinen mit Schrauben und auch unter Mithilfe von Profis auf Vordermann gebracht hatten, und folglich an der Startbahn wieder auf die Fahrzeuge stiegen. Wie vor 30 Jahren, nur 30 Jahre älter.

Werner-Rennen 2018

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Knapper Sieg für Brösel

Am Ende war es denkbar knapp. Mit drei Zehntelsekunden Vorsprung und einer Zeit von 10,08 Sekunden auf der Achtelmeile raste Werner-Erfinder Rötger Feldmann mit seinem "Red Porsche Killer" über die Ziellinie und ließ seinen alten Kumpel Holgi Henze knapp hinter sich. Feuerwerk, Flammenwerfer und gröhlende Fans begleiteten den Sieger auf seinem Triumphzug über die Rennbahn. Das alles bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel.

Matze Knop, alias Niki Lauda, moderierte die einstündige Show und kitzelte aus den beiden Protagonisten vor dem Start das ein oder andere Geheimnis heraus. Brösel trank bis zum Rennen nur „warmes Wasser aus Bordesholm“, um sich nach einem Sieg - das hatte er vorab versprochen - „die Rübe vollzuknallen“. Heute achtet der 68-jährige Brösel auf seine Gesundheit und ist friedlicher geworden, in seinem Herzen aber pocht immer das alte Rockerherz. Schon bei seinem voll gelungenen Start habe er gespürt, dass er gewinnt. „Schön die Gänge reinhauen, kuppeln, das alles ging ab wie Harry. Jetzt freuen sich alle und ich freue mich am meisten“, sagte Brösel bei der Pressekonferenz zum Abschluss von Europas größtem Motorsportfestival. Geschnurrt habe seine viermotorige Horex. Seiner Frau Petra, die ihn durch alle Vorbereitungen gemanagt hatte, „ist ein Stein vom Herzen gefallen.“

Gemeinsam auf den Schmähturm

Den Verlierer ließ die Niederlage nur bedingt cool. Vorsichtig gesteht er: „Ich bin mit nur drei Hundertstel Rückstand Zweiter, das ist ein Wimpernschlag.“ Brösel stichelte: „Na, auf 200 Metern ist das eine ganze Länge und ich habe noch nicht einmal Vollgas gegeben!“ Holgi nimmt seine Niederlage tapfer und cool, nicht umsonst nannte Matze Knop diese Begegnung „Arschcool trifft auf Arsch-auf-Grundeis.“ Sie hatten zuvor angekündigt, sich gegenseitig auf den Schmähturm zu begleiten, wo der Verlierer mit „Katzenscheiße“ beworfen wird. Und so kam es auch. Beide kletterten hoch, machten den Oberkörper blank und ließen sich in trauter Eintracht eiskalt abduschen. Bei der abschließenden Siegerehrung durch Auswanderkönig Konny Reimann (Matze Knop: „extra für euch aus Hawaii eingeflogen“) ließ sich Brösel einen goldenen Siegerkranz um den nackten Oberkörper legen und umarmt seinen Kumpel Holgi im Feinripp-Unterhemd. Der krönende Abschluss des Tages war ein waghalsiger Stunt mit einem „Bölkstoff Truck“, der stolze 20 Meter durch die Luft flog und sich nicht wie 1988 auf die Seite legte.

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