Neue Besen kehren gut – Gedanken zum neuen IVM-Präsidium

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 24/II), Folge 698: Anfang Juni hat der Industrieverband Motorrad einen neuen Präsidenten und zwei neue Stellvertreter gewählt: Henning Putzke von BMW Motorrad löst Ralf Keller von Yamaha...

...an der Spitze des Branchenverbandes in Essen ab. Und mit Jan Breckwoldt, ganz frisch bei Peugeot Motocycles am Firmenlenker und Jürgen Höpker-Seibert, dem beliebten Kawasaki-Vertriebsleiter, kommt ebenfalls frischer Wind in die obere Verbandsetage. Einzige Konstante ist Ronald Kabella von der Bucher AG/Motorex, der von den so genannten fördernden Mitgliedern (Helme, Bekleidung, Schmierstoffe, Teile und Zubehör) bereits zum fünften Mal ins Präsidium wiedergewählt wurde.

Die Erwartungen im Handel sind hoch, dass die neuen obersten Industrievertreter wieder mehr auf deren Belange hören. In der Vergangenheit jedenfalls hat der drahtige BMW-Mann aus dem Norden bewiesen, dass er durchaus ein Ohr für seine Partner im Handel hat. Zum Beispiel einigte er sich mit dem Händlerverband in schwierigen Zeiten darauf, die bonusrelevanten Mengenvorgaben den ökonomischen Realitäten anzupassen. Putzkes Anliegen ist es, gemeinsam mit seinen Händlern zu wachsen und mit ihnen über die dazu notwendigen Instrumente, Ressourcen und Manpower zu sprechen. Sein Ziel am Ende: „Wir brauchen mutige Unternehmer in unserem Netz, die mit uns wachsen wollen und auch bereit sind, dafür zu investieren.“ Für Putzke zählt das Wissen, wie jeder einzelne Händler aufgestellt ist und was er zu tun gedenkt, um in neue Umsatzdimensionen vorzustoßen, die am Ende für mehr Ertragskraft stehen und das Überleben sichern sollen.

Auch Jan Breckwoldt, der jüngst von Suzuki zu Peugeot wechselte, kennen wir Branchenbeobachter als Manager, der sich mit konstruktiven Ideen für seine Händler einsetzte, dabei aber oftmals an der starren Haltung und Widerständen seines japanischen Importeurs scheiterte. Nun versucht er, mit seinem positiven Willen zur Gestaltung und zu Veränderungen der französischen Marke Peugeot (mit dem indischen Inhaber Mahindra) seinen Stempel aufzudrücken. Last but not least Jürgen Höpker-Seibert. Seit er zum 1. Januar 2015 von Honda zu Kawasaki gewechselt ist, sind die Grünen in Friedrichsdorf regelrecht aufgeblüht. Dies zeigt nicht nur das super Ergebnis von Kawasaki bei der letztjäjhrigen Händlerzufriedenheitsanalyse „Best Brands“ von »bike und business«: 2. Platz mit Bestnoten noch vor BMW und knapp hinter Harley-Davidosn. Das kann sich sehen lassen. Höpker-Seibert legt nach eigenen Worten „sehr viel Wert auf ein motiviertes Team bei unseren Partnern. Natürlich haben wir hier nur beschränkten Einfluss, aber wir versuchen, unseren Partnern den Rücken finanziell freizuhalten. Unser Standpunkt ist, dass Geld besser in die Belegschaft investiert ist als in Fliesen. Dies soll nicht heißen, dass wir keinen Wert auf die Liegenschaft legen, aber wir sind fest überzeugt, dass ein motivierter Verkäufer mehr bringt als ein durchgestylter Verkaufsraum.“

Die Frage lautet nun, inwieweit das neu besetzte IVM-Präsidium tatsächlich frischen Wind in die Motorradlandschaft bringen wird? Ich für meinen Teil glaube fest daran, dass dieses neue Führungstrio in der Lage sein sollte, verkrustete Strukturen aufzubrechen und sich für den hiesigen Motorradmarkt als Segen erweisen könnte. Offen, ehrlich, authentisch und konstruktiv sowie über alle Markengrenzen hinweg könnte nun an den wichtigen strategischen Aufgaben gearbeitet werden: Die Belebung des Marktes generell, den jugendlichen Nachwuchs noch stärker als bisher schon für das Thema Motorrad zu begeistern, das Potenzial der 274.245-Vivalamopped-Fans gewinnbringend zu aktivieren, den Ausbau der Geschäftsfelder Customizing und Oldtimer, sich für das gedeihliche und faire Miteinander der Industrie mit ihren Händlern und (freien) Werkstätten einzusetzen, die Ertragslage zu verbessern, bei der Suche nach Firmennachfolgern und geeignetem Fachpersonal mitzuhelfen; kurz: sich wieder mehr umeinander zu kümmern. Nach dem Motto: Einfach mehr fördern statt immerzu nur zu fordern! Schließlich geht es auch darum, die Intermot 2020 in Köln mit neuen Ideen und Konzepten zu stärken und sie zukunftssicher zu machen.

Was meinen Sie? Welche Problemfelder sollte das neue IVM-Präsidium noch anpacken? Und wie sehen Sie das mit den Vorschusslorbeeren, mit denen ich die drei Neuen bedacht habe? Freue mich wie immer sehr auf Ihre konstruktiven Reaktionen.

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