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Neues Motorrad-ABS von Bosch

| Redakteur: Jan Rosenow

Bosch hat die Produktion einer neuen Variante der ABS-Generation 9 für Motorräder gestartet. Es ist derzeit das kleinste und leichteste Motorrad-ABS weltweit. Der integrierte Drucksensor sorgt für mehr Stabilität beim Bremsen.

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Das neue Bosch-ABS 9 plus ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel.
Das neue Bosch-ABS 9 plus ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bosch hat die Serienfertigung einer neuen Variante der ABS-Generation 9 für Motorräder gestartet. Das ABS 9 plus ist laut Unternehmensangaben das derzeit kleinste und leichteste Bremsregelsystem für Motorräder weltweit. Mit einem zusätzlichen Drucksensor kann es noch schneller erkennen, wenn das Hinterrad abhebt. Der Bremsdruck lässt sich dadurch früher anpassen, was die Fahrstabilität bei starken Bremsmanövern verbessert, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Das neue System geht derzeit in zwei Motorradmodellen in Serie. Kawasaki bietet es unter der Bezeichnung „Kawasaki Intelligent Anti-Lock Brake System“ (KIBS) optional in der Ninja ZX-10R an, Ducati führt es serienmäßig in der Diavel ein.

Das Abheben früher erkennen

Bei Motorrädern kann bei einer Vollbremsung aufgrund der dynamischen Radlastveränderungen das Hinterrad abheben. Um dies zu verhindern, werten alle Motorradvarianten der ABS-Generation 9 die Drehzahlen der beiden Reifen aus. Droht ein Überschlag, wird der Bremsdruck im Vorderrad abgesenkt. Im neuen ABS 9 plus hat Bosch einen zusätzlichen Drucksensor integriert, der den vom Fahrer vorgegebenen Bremsdruck erfasst und so ein Abheben des Hinterrads früher erkennt – und dadurch noch schneller reagieren kann.

Mit dem ABS 9 haben die Ingenieure des Bosch-Entwicklungszentrums in Japan eine eigenständige Baureihe für Motorräder konzipiert. Diese ist modular aufgebaut, sodass sich Varianten für unterschiedliche Funktionsumfänge realisieren lassen. Die möglichen Versionen reichen von der Basisvariante ABS 9 base bis zu einer Version ABS 9 enhanced mit elektronischer Verbundbremse. Die letztere Variante bremst gleichzeitig beide Räder und verteilt den Bremsdruck variabel, selbst wenn der Fahrer nur Vorder- oder Rückbremse betätigt.

Bike-ABS ist kleiner

Alle ABS-Systeme für Motorräder von Bosch sind deutlich kompakter als die für Autos. So lässt sich das Pumpengehäuse sehr klein gestalten, da es nur die Regeltechnik für zwei statt für vier Räder enthalten muss. Die Leiterplatte des Steuergeräts wird direkt auf die Hydraulik montiert, was sie weniger anfällig für Vibrationen machen soll.

Aufgrund kürzerer Bremsleitungen und kleinerer Bremskolben reicht eine kompaktere Rückförderpumpe. Das Ergebnis: Im Vergleich zum Vorgänger ist das System um die Hälfte kleiner und leichter. Zudem pulsiert laut Bosch der Bremshebel weniger stark und das System passt den Bremsdruck noch schneller an den Reibwert des jeweiligen Untergrunds an.

Bosch fertigt bereits seit 1994 Antiblockiersysteme für Motorräder. Bis heute hat das Unternehmen über 350.000 Einheiten ausgeliefert. In Zukunft dürfte der Bedarf der Zweiradbranche an der Sicherheitsbremse weiter steigen. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, hat die EU-Kommission Anfang Oktober eine ABS-Pflicht für Motorräder vorgeschlagen.

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