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Next exit Leopoldina: Startup statt Shutdown

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 16/I), Episode 770: Die Hoffnungszeichen für eine allmähliche Lockerung des Corona-Shutdowns mehren sich. In Österreich...

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group)

..., dem Land, das sich – dem Hot-Spot Ischgl zum Trotz – allem Anschein nach am besten mit der Pandemie arrangiert hat, beginnen heute die ersten Schritte raus aus dem Shutdown. Alle Läden, die nicht größer sind als 400 Quadratmeter und nur einen Kunden je 20 Quadratmeter bedienen (mit den entsprechenden Corona-Schutzvorkehrungen wie Abstand und Mundschutz sowie regelmäßigen Desinfektionen), dürfen wieder öffnen. Selbst Bau- und Gartenmärkte sperren heute sogar wieder auf, unabhängig von ihrer Verkaufsraumgröße. Damit gehen unsere Nachbarn einen mutigen und pragmatischen Weg aus der Pandemie, der auch in Deutschland Schule machen könnte. Lesen Die dazu unseren Bericht im Newsletter.

Gut so (und endlich, möchte man hinzufügen) hat sich gestern am Ostermontag die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle an der Saale aufgeschwungen, um dem von der Bundesregierung bislang „alternativlosen“ Diktat der Virologen eine zusätzliche wissenschaftliche Fundierung auch aus anderen Fachgebieten zu geben. Das Themenspektrum der renommierten 19 Expert*innen – darunter Physiker, Volkswirte, Psychologen, Bildungsforscher, Historiker, Pharmakologen, Theologen, Juristen, Biologen, Soziologen, Chemiker und Mediziner – umfasst psychologische, soziale, rechtliche, pädagogische und wirtschaftliche Aspekte der Pandemie. Eine gute Chance also, mit fundiertem Fachwissen der renommierten Professor*innen, eine nachhaltige und nicht übereilte Exitstrategie aus der Corona-Krise einzuleiten. Die Ad-hoc-Stellungnahme zur Pandemie berücksichtigt unmittelbare und langfristige gesellschaftliche sowie ökonomische Folgen zieht sie in die Entscheidungen ein. Die Leopoldina erarbeitet derzeit weitere Stellungnahmen mit Empfehlungen für ein nachhaltiges „Wiederhochfahren“ des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft. Wie zu hören und zu lesen war, schenkt auch die Bundeskanzlerin der Institution ihr Vertrauen – und leitet hoffentlich aus unserem nationalen Wissensspeicher die richtigen Regierungsmaßnahmen ab.

„Der größte Schuft in diesem Land, ist und bleibt der Denunziant“

Wie notwendig es ist, dem bislang tro“z der massiven Einschränkungen ihrer Freizügigkeits- und Grundrechte im wahrsten Sinne des Wortes bravourös mitziehenden deutschen Volkes, nach fast vier Wochen Quarantäne ein Hoffnungszeichen zu geben, zeigt der Fall Harley-Davidson Saalfabrik Rostock. Am 9. April bekam der Vertragshändler um Geschäftsführer Lars Gercke die negativen Auswirkungen der Corona-Hysterie am eigenen Leib zu spüren. Aufgrund einer anonymen Anzeige beim Gewerbeamt Rostock bekam der Dealer des US-Kulteisens Besuch von gleich vier Polizeibeamten. Sie konnten jedoch keinerlei Verstöße gegen die Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommerns feststellen. Ganz im Gegenteil: Die „Corona-Vollzugsbeamten“ lobten den vorbildlichen Umgang der gesamten Staalfabrik-Truppe mit den Hygienevorschriften des Robert-Koch-Instituts. Alle Auflagen der Landesregierung würden vorbildlich umgesetzt. Das Fazit des Harley-Teams an der Ostseeküste: „Der größte Schuft in diesem Land, ist und bleibt der Denunziant.“ In der Bildergalerie finden Sie einige Beispiele von Postings auf Facebook, mit denen der Händler seine Covid-19-Vorkehrungen beworben hat.

Bildergalerie

Die Message an die Kunden lautet: „Staalfabrik ist safe!“ So geht Motorradhandel in Zeiten von Corona vorbildlich.

Und auch »bike und business« präpariert sich für das Leben nach dem Corona-Shutdown, vor allem unsere Eventsparte. Wohl wissend und abwägend, dass für den Rest des Jahres strenge Sicherheitsvorschriften und Auflagen für Face-to-Face-Veranstaltungen gelten werden, halten wir bisher an unseren Planungen fest. Die finale Entscheidung, ob wir vom 16. bis 19. Juli auf unsere 15-Jahre-Jubiläumsmotorradtour gehen dürfen, fällt spätestens am 20. Juni. Wir wollen ganz bewusst ein Signal setzen, dass wir uns aktiv am Neustart des wirtschaftlichen Lebens beteiligen wollen. In diesem Fall geben wir tatsächlich auch unserem Hotel Kappellenberg in Eibelstadt bei Würzburg, das wie die Hotellerie und Gastronomie landauf landab ganz besonders unter dem Corona-Lockdown leidet, neue Umsatzhoffnung.

Das Gleiche gilt auch für unsere Präsenzveranstaltung, der 11. Fachtagung »bike und business« am 19. November in Würzburg, auf der wir den „Motorradhändler des Jahres“ 2020 küren wollen. Seit kurzem können sich die Betriebe für diesen Wettbewerb anmelden:

Motorradhändler des Jahres 2020. Der dreistufige Bewerbungsprozess startet mit einer Online-Bewerbung, die bis spätestens 10. Juli bei uns eingetroffen sein muss. Bis 28. August freuen wir uns auf die eingehenden Bewerberinnen für den Award Bike Woman of the year 2020. Preisverleihung ist hier der 7. Oktober auf der Intermot in Köln. Falls dieses internationale Großevent wegen Corona nicht stattfinden kann, verlegen wir die Zeremonie dann nach Würzburg. Wichtig für alle an unseren Veranstaltungen interessierten Branchenplayern: Wir haben immer einen Plan B in der Tasche. So ließe sich beispielsweise das Wissen aus den Workshops und Vorträgen der Fachtagung »bike und business« hervorragend auch in Form eines ganztägigen Webinars vermitteln. So was haben wir im Zuge der Corona-Aufklärung am 26. März schon einmal erfolgreich ausprobiert. Wir bleiben dran für Sie!

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